Moin,
ich kaufe lediglich Klamotten noch in Geschäften vor Ort, weil mir das ganze Hin- und Hergesende zu umständlich ist. Da ist es für mich einfacher ab und zu in die lokalen Läden zu gehen, die Sachen vor Ort anzuprobieren und dort dann auch zu kaufen.
Generell hatte und habe ich die Haltung, dass man lokal kauft, wenn man sich dort auch beraten lässt. Sicherlich gibt es auch lokale Läden mit fachkundigen Mitarbeitern, die sehr engagiert sind, aber ich mache mich ohnehin bei allen Anschaffungen im Vorwege im Internet ausführlich kundig und weiß bereits vor dem Kauf genau was ich dann haben will.
Die Kombination Amazon Prime / Paypal ist heutzutage einfach derart schnell, dass man an sich nur noch auf die lokalen Läden angewiesen ist, wenn man eine Ware noch am selben Tag braucht. Bestelle ich mit Amazon Prime und zahle via Paypal sind die Sachen in der Regel am nächsten Tag, max. nach zwei Tagen bei mir zu Hause.
Ich habe erst vorgestern ein Datenkabel für meine Kamera gekauft das bei meinem Umzug verloren gegangen ist.
Kauf vor Ort: Ich muss 20 Kilometer zum nächstgelegenen Elektroladen fahren, bei uns in der Kleinstadt gibt es so etwas nicht mehr. Gerade Kabel sind in den lokalen Elektromärkten unfassbar teuer. Dort hätte ich mindestens 5€ gezahlt + Zeit + Fahrtkosten für 40 Kilometer.
Kauf im Internet: Bestellt habe ich das Ding dann bei Amazon Prime, mit Paypal gezahlt, hat mich in Gänze 1,89€ gekostet und das Teil lag einen Tag später in meinem Briefkasten.
Mir geht es bei den Einkäufen in erster Instanz gar nicht um die Geld-, sondern um die Zeitersparnis.
Ein anderes schönes Beispiel ist meine eigene Großmutter, aktuell bereits 88 Jahre alt. Selbst meine Oma ist dazu übergegangen über mich im Internet zu bestellen. Meine Oma hat Zeit ihres Lebens immer nur in lokalen Läden eingekauft. Wenn meine Oma aber in der heutigen Zeit zum örtlichen Trader für Gartengeräte geht und eine neue Pflanzenschere haben möchte sagt ihr dieser, dass sie drei Wochen auf die Schere warten muss. Wieso? Der Händler bestellt gesonderte Ware nur noch ein Mal im Monat bei dem Großhändler. Nach Ablauf der drei Wochen muss meine Omi dann wieder mit dem Taxi in die Stadt fahren, die Schere zum dreifachen Preis wie im Internet kaufen und dann wieder mit dem Taxi nach Hause fahren.
Meine Oma sagt mir heute einfach was für eine Schere sie haben will, ich kaufe diese im Internet, meine Oma zahlt ein Drittel des Preises und hat das Ding am nächsten Tag.
Auch wenn die Thematik Lebensmittel hier eigentlich ausgeklammert worden ist möchte ich noch eine Sache ansprechen. Ich persönlich gehe ein Mal in der Woche einkaufen und komme damit dann gut hin, empfinde den Aufwand auch nicht als zu hoch. Beim WoW zocken meinte jemand aus meiner Gilde neulich er bestellt sich noch schnell etwas zu essen bei Amazon. Wir waren alle etwas verwundert, aber er wohnt in München und dort bietet Amazon jetzt auch den Lebensmittelversand mit einer Lieferzeit von gerade mal zwei Stunden an. Die haben ein Sortiment wie ein Supermarkt und liefern jetzt testweise in Großstädten aus. Das fand selbst ich schon ziemlich abgefahren.
Hier in Kiel stehen auch diverse Läden in der Fußgängerzone seit längerer Zeit leer, bzw. weisen eine stetige Fluktuation auf und wir sind immerhin noch die Landeshauptstadt in S-H. In der kleinen Stadt mit 13.000 Einwohnern in der ich lebe besteht die Fußgängerzone fast nur noch aus Bäckern und Frisören.
Nein, ich finde diese Entwicklung auch nicht toll und ich bin mir durchaus bewusst, dass natürlich auch ich, wie hier beschrieben, zu dieser Entwicklung beitrage, aber der Einzelhandel ist, bis auf wenige Ausnahmen, einfach ein aussterbendes Model.
mfg JP