Drogenpolitik

Und genau darum ist es sinnvoll so was zu entkriminalisieren. Nun muss man nicht mehr in die abgefucktesten Ecken gehen, im Schutze der Dunkelheit, um in einem Dubiosen Bezirk etwas Gras zu kaufen. Ist doch super :T Die Harten Drogen und Gangs sind da ein ganz anderes Thema.
 
Der Begriff "Gang" ist im Falle Mexiko schon eine Verharmlosung. Bei den teilweise Kriegszuständen ist es vollkommen egal, ob leichte Drogen legal sind, oder nicht.
 
Und das ist ein Grund für immer und ewig an den veralteten und kriminalisierenden Gesetzen festzuhalten? Welchen Mehrwert bietet das denn? Seltsame Ansicht. Hast du denn schon mal Gras auf der Straße gekauft oder hast du deine Infos aus Filmen? Ich weiß aus Erfahrung das man da schnell in Situationen kommt, denen man aus dem Weg gehen hätte können, wäre das Zeug auch wo anders erhältlich.
 
So wie das juristisch gehandhabt wird ist das unsinnig. Warum ist Alkohol legal? "Weil es nicht verboten ist." Beim Tabak das selbe. Wir brauchen eine Diskussion, was verboten bleiben muss und wo ein Verbot nicht nötig ist. Heroin und Cannabis im gleichen juristischen Kontext zu behandeln ist wirklich wirklichkeitsfremd.
 

Tja, um Drogen wirklich bewerten zu können und damit eine juristische Einordnung vorzunehmen, müsste man erstmal mit einer ganzen Menge vorurteilen und Halbwahrheiten aufräumen. Die Uninvolvierte haben, die Politiker haben und die von Anti-Drogen Kampagnen und pseudo Experten gestreut werden.
 
Und weider tut sich was an der phösen Drogen Front.
Kanada will Cannabis legalisieren

Im zweitgrößten Land der Erde darf bald straffrei gekifft werden. Kanada werde den Konsum von Cannabis legalisieren, gab der liberale Ministerpräsident Justin Trudeau am Freitagnachmittag (Ortszeit) in der traditionellen Thronrede im Parlament in Ottawa bekannt.

Mit der Ankündigung setzt Trudeau ein Wahlversprechen seiner Liberalen Partei um, die die Parlamentswahlen Ende Oktober mit klarer Mehrheit gewonnen hatte. Die Liberalen hatten vor der Wahl versprochen, den Zugang zu Marihuana "zu legalisieren, zu regeln und zu beschränken".

Oh nein, Kanada ist dem Untergang geweiht. ;)
 
Dann aber nur homegrow, also im Land. Superpollum wird da wohl nie importiert werden bei den strengen Auflagen. Nicht das die einheimische Flora noch versucht wird :D
 
Das können die doch nicht machen. :(
Da wird ja die Doku "Boarder Control Canada" voll uninteressant, wenn sie keine Kiffer aus den USA mehr heim schicken können. Meh.

:D

Es wäre wünschenswert wenn sich good old Europe so was mal von überm Teich abschauen würde....
 
Die Drogentoten sind aber mit Sicherheit nicht an Marihuana gestorben...

Richtig. Wäre ja schon froh wenn man mal sagen würde 2G darf man frei dabei haben als Eigenbedarf... Aber unter Regime Merkel wird das nichts, dann doch lieber Gesetze wie in Malayasia, denn Cannabis ist eine Droge :D
 
Thomas Fischer (Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe) hat in seiner Kolumne in der Zeit wieder mal vom Leder gezogen.

Hier ein kleiner Auszug aus seinem langen Text...
Fragt man die Richter, wie denn das eine mit dem anderen zusammenpasst, erhält man skurrile Antworten, die nichts mit der Sache, aber viel mit dem Landvogt zu tun haben. "Es ist halt nun einmal verboten", spricht blutunterlaufenen Auges der Weizenbierfreund, und Johnny Walkers Kumpel nicken bedeutend. Herr Justizminister hebt den Humpen, die Gattinnen nippen am Eierlikör.

Nach dieser Logik befürwortet man das Saufen von Methylalkohol und verhängt Sicherungsverwahrung für die Einfuhr von zweiprozentigem Marihuana. Man bestraft das Halten von Dackeln und subventioniert die Zucht von Rottweilern.

Wenn man das Gesamte anschaut: Wie kann man da auf den abwegigen Gedanken kommen, ausgerechnet Cannabis, das am wenigsten körperlich schädigende, am wenigsten suchterzeugende, seit Jahrtausenden erprobte Rauschmittel, müsse mit drastischen Strafdrohungen verfolgt werden, während zugleich an jeder Ecke der Obstbrand des Jahres und der Gourmet-Wein des Jahrzehnts gepriesen werden

Über Prohibition ist hundertmal alles gesagt. Sie ist absurd, unvernünftig, kontraproduktiv. Grausam, bigott, verrückt, nutzlos. Albern. Selbsttragend, zirkelschlüssig, menschenverachtend, verlogen.
Niemals und durch nichts ist "Verbrechen" so befördert worden wie durch die Prohibition von Drogen.

Das Betäubungsmittelstrafrecht in Deutschland ist ein großes Elend. Es produziert Elend, und trägt es fort und fort. Nichts ist in den letzten 40 Jahren dadurch besser geworden: weder gibt es weniger Süchtige noch weniger Straffällige noch weniger soziale Probleme. Was es gibt, ist allerdings eine gigantische, milliarden-verschlingende Prohibitionsindustrie, die die Preise hoch, die Qualität der Drogen miserabel und das Elend der Abhängigen konstant hält. Und eine Polizei-Industrie, der zur immerwährenden "Bekämpfung" fast alles erlaubt wird.

Es ist also nur eine Frage der Zeit und der Fantasie und der Vernunft: Das Bundeskabinett wird sich ein Tässchen Haschisch-Tee gönnen am Mittwoch, und in den Talkshows darf wieder geraucht werden – und gelacht. Die deutschen Strafrichter werden sagen: "Das habe ich immer schon gemeint. Aber ich werd' ja nicht fürs Nachdenken bezahlt"; oder "Es ist ja auch nicht alles schlecht gewesen". So wie beim Ehebruch, oder bei der Strafbarkeit homosexueller Handlungen, oder der Gotteslästerung.

 
Den Text von Herrn Fischer hatte ich auch gelesen und fand ihn äußerst gut. Mir fehlte nur der wichtige Teil, dass die aktuelle Drogenpolitik viele Leute dazu bringt, stattdessen Räuchermischungen und Co. zu testen, deren Auswirkungen nicht sonderlich erstrebenswert erscheinen, um es mal einfach zu sagen. Da kommt so viel an privat zusammengemixtem Scheißdreck zusammen, dass ich dieses ewige Gerede von "gestrecktem Gras" für erst recht nahezu blödsinnig halte. Auch werden viele Designerdrogen im Pulverformat fürs Strecken von quasi normalen Drogen wie Speed, Koks und Pillen benutzt, weil sie so potent sind und vergleichsweise extrem wenig kosten.

Also heutzutage noch solche Sachen zu konsumieren, halte ich für teils äußerst gefährlich und dabei will ich nicht einmal behaupten, dass sämtliche Designerdrogen gefährlich oder schlimm sind, aber es auch nicht verharmlosen. Nur die Potenz dieser Sachen ist sehr häufig eine komplett andere Welt als das, was man bis vor ein oder zwei Jahrzehnten noch als Speed/Pillen/Koks bekommen hat. Da machen sich viele leider keinen Begriff. Selbst für LSD gibts ein "Pendant", welches in so geringen Mengen wirkt, dass es nahezu unmöglich ist, das überhaupt auch nur ansatzweise richtig dosieren zu können.
 
@MSX:
Diese Designerdrogen oder Alternativen, weil sie "noch" nicht verboten sind, sind aber auch der Grund, warum ich Bauchschmerzen mit ner Legalisierung habe.
Ich weiß, dass ist Paradox, weil es diese "Alternativen" nur oder Hauptsächlich wegen des illegalen Status gibt und deshalb bin ich ja mittlerweile trotz meiner Bauchschmerzen für die Legalisierung. Und zwar Legalisierung sämtlicher Drogen, auch über THC hinaus.

Allerdings zeigt der Konsum von allem, was man so finden kann, dass es eben doch eine reine Suchtsache ist und nichts mit freiem Willen zu tun hat. Man will irgendwie drauf sein, egal, ob man sterben könnte und das finde ich gefährlich.

Aber, die Zeit hat gezeigt, dass das eben so ist und die Folgen mit einer Legalisierung tragbarer sind als die wirklich schlimmen Folgen, die der War on drugs bringt.
 
Ja, diese ganzen mehr oder wenige neuen Sachen sind auch aus meiner Sicht ein wirklich sehr zweischneidiges Schwert. Einerseits würde ich dennoch alles legalisieren, aber eben andererseits dann wirklich deutlich mehr an Aufklärung bringen. Wenn man offen darüber reden könnte und sowas garantiert richtig produziert bekommt, wäre es einfacher. Aber man muss wirklich drüber reden dürfen, ohne Angst vor Knast etc. Und das Produkt muss wirklich das sein, was draufsteht und absolut richtig hergestellt worden sein.

In gewisser Weise steht eine Sucht dahinter, oder eben einfach nur der Wunsch und Drang, seinen Bewusstseinszustand zu ändern und andere Ergebnisse erzielen zu können, oder einfach mal neues auszuprobieren. Das wird auch in dem Fischer-Text glaub recht gut angesprochen. Allerdings bekommt man auch sehr häufig mit, dass die Leute gar nicht unbedingt Bock auf sowas haben, wenn sie denn einfach das normal Zeug nehmen könnten, also etablierte Drogen. Das dürfen sie aber halt nicht und so kommt es zu diesem teils Teufelskreis.
Ein neues Produkt kommt raus, irgendwann wirds verboten oder in abgeschwächter Form neu rausgebracht, die Leute beschweren sich, weil es dann nix mehr bringt oder weil es nach den ersten Anwendungen so sehr reingehauen hat, dass es auch nichts mehr bringt. Also werden neue und stärkere Sachen rausgebracht und da man sich teils damit auch nach oben trainiert, wenn ich das mal so sagen kann, traut man sich auch an größere Kaliber ran, was auch wieder teils nicht einmal verkehrt ist. Allerdings erreichen da manche Sachen wohl schon dermaßen krasse Ergebnisse inklusiver echt übelster Nachwirkungen und Langzeitschäden, dass es halt manchen besser erspart geblieben wäre.
 
Sucht? ich halte das Nicht-Nutzen eines vorhandenen erweiterbaren Bewusstseins für Verschwendung. Psychonautik ist ein interessantes Forschungsgebiet, das man nicht links liegen lassen sollte.
 
Kofi Annan plädiert für Entkriminalisierung von Drogen

Was für eine Wende. Als Kofi Annan neuer Uno-Generalsekretär war, rief er den Mitgliedstaaten in New York zu: "Die Zeit ist reif, dass sich alle Nationen dem Ziel einer drogenfreien Welt verschreiben."

Das war im Juni 1998. Die Weltgemeinschaft war damals zusammengekommen zur Ungass-Sonderkonferenz (United Nations General Assembly Special Session on Drugs) über die Drogenpolitik. Feierlich beschloss sie, Hanf, Coca und Schlafmohn auszurotten. Cannabis, Kokain und Heroin sollten von der Erde verschwinden. Der Beginn der drogenfreien Welt, von der Annan gesprochen hatte, war für 2008 terminiert.

Zugang zu Drogen regulieren

Heute klingt Kofi Annan ganz anders. In einem SPIEGEL-Essay schreibt der Ex-Generalsekretär: "Wir müssen akzeptieren, dass eine drogenfreie Welt eine Illusion ist." Die "totale Unterdrückung von Drogen" sollten die Staaten aufgeben, "denn wir wissen, dass sie nicht funktionieren wird". Annan fordert, dass der private Drogenkonsum entkriminalisiert werde. Nicht die Justiz, einzig das Gesundheitssystem solle sich mit Süchtigen befassen. Der "Krieg gegen die Drogen", so resümiert Annan, sei doch längst vor allem ein "Krieg gegen Menschen", der mehr Elend anrichte als die Rauschmittel selbst.

 
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