Die Gesellschaft in 15 Jahren - Wo stehen wir dann ?


Nicht zwangsläufig:
Arbeiterselbstverwaltung.
Sozialistische Marktwirtschaft, währe ein Beispiel:
Welches sogar gut funktioniert:

Die Wirtschaft ist zwar Markt reguliert, die Produktionsstätten gehören allerdings den Arbeitnehmern.
So hat z.B. bei einem Unternehmen von 5000 Mitarbeitern, jeder 1/5000 der Firma.
Es gibt keine Gehälter, es werden vorher Prozentsätze für Firmen Rücklagen besprochen die Gehälter werden aus Umlegen der Gewinne berechnet.

Wenn jemand eine schwierigere Aufgabe in der Firma hat, wird ihm eben eine höhere Umlage ausgezahlt.
Es gibt auch keine Chefs und Vorgesetzte, es gibt gleichgestellte, deren Aufgabe es ist, die Arbeit der anderen zu Managen.
So werden extreme Gehaltssprünge in der Firma vermieden.

Die Marktwirtschaft entsteht dabei durch die Konkurrenz zu anderen Unternehmen, die ebenfalls in sich selbst verwaltet sind.
 
Nero, deine gespielte Naivität werde ich hier nicht unterstützen ;-)

Wirklich neue Formen des Eigentums an Produktionsmitteln müssen überhaupt nicht gefunden werden. Wenn es um Unternehmen in Belegschaftseigentum geht, wäre vermutlich eine neue Rechtsform angesagt. Aber selbst eine GmbH kann denen gehören, die ein unmittelbares Interesse nicht an der Macht durch Eigentum und nicht an den Gewinnen haben, sondern am Fortschritt der Gesellschaft. Diesen Fortschritt bringen sie auf dem Gebiet voran, in dem ihr Unternehmen tätig ist, in dem sie auch selbst tätig sind. Im Gegensatz zum Familienunternehmen gehört es nicht wenigen, sondern vielen, und wie gesagt tritt die Gewinnabsicht nicht als Selbstzweck auf, sondern beispielsweise für Rücklagen.

Das bedeutet natürlich, dass die Unmengen an Unternehmen, die nur dafür vorhanden sind, uns Scheiße zu verkaufen, oder dafür zu sorgen, dass wir Scheiße kaufen wollen, oder alles im Hintergrund der Scheiße abwickeln, mit solchen Ansätzen unvereinbar sind. Für die freigewordene Kapazität an Ressourcen, Kreativität und Zeit sollten sich aber andere Gelegenheiten zur Selbstverwirklichung ergeben. Im Kultursektor beispielsweise, oder im Kunsthandwerk. Und in der Mathematik wären wir sicher auch schon weiter, wenn nicht alle Mathematiker in die Versicherungsbranche einsteigen und sich da langweilen. Und die Ingenieure, die sonst an der Luxus-Wichserei im Auto arbeiten, entwickeln mal was, das Bestand hat und allen zu Gute kommt.

Wenn wir irgendwann verstehen, was wir alles NICHT brauchen, wären wir schon so viel weiter als heute.
 
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  • #83

Wenn es um Unternehmen in Belegschaftseigentum geht, wäre vermutlich eine neue Rechtsform angesagt
Prinzipiell ist ein AG sehr sehr ähnlich, aber dies auch nur btw...

Ich kann imo keinen Vorteil bei deinem Modell, der Belegschaftseigentum, sehen. So muss es immer jemanden geben der die Dinge verwaltet, ansonsten werden Aufgaben gar nicht erledigt und/oder doppelt usw. , sprich diese Leute benötigen dann auch eine gewisse Autorität um ihre Planung durchzusetzen, was dann schon(meiner Ansicht nach) den ersten Stein zum Umsturz darstellt.
Ein Beispiel, wenn auch nicht ganz 100% zum Thema passend: In Deutschland herrscht Demokratie, sprich alles muss diskutiert, verglichen und richterlich beurteilt werden, bevor ein Großprojekt gebaut werden kann, letzendes braucht dann eben so nen Projekt 10-15 Jahre bis zum ersten Spatenstich. In China liegen an Tag 1 die fertigen Pläne auf dem Tisch und am dritten Tag stehen die Bagger schon am Ort und fangen mit den Bauarbeiten an, hier sieht man was eine starke Autorität, hier die chinesische Regierung, bewegen kann.

Jedes Unternehmen wäre endlos ineffizient, wenn jeder machen kann was er will, wenn alle gleichberechtigt sind, wenn keine Autorität ausgeübt wird...

Das bedeutet natürlich, dass die Unmengen an Unternehmen, die nur dafür vorhanden sind, uns Scheiße zu verkaufen, oder dafür zu sorgen, dass wir Scheiße kaufen wollen
Wer legt fest was scheiße ist ? Warum braucht man modische Unterschiede, schließlich reicht doch ein T-Shirt und eine Hose für alle, alles andere ist doch scheiße ?!
Genau diese Denkweise hat die DDR in den Ruin getrieben, viele Ossis waren wirklich heiß darauf West-Produkte zu kaufen/konsumieren...
 
Da haben wir gerade die DDR mehr oder weniger überwunden und einige scheinen sie schon vergessen zu haben.
 
Arbeiterselbstverwaltung.
Sozialistische Marktwirtschaft, währe ein Beispiel:
Welches sogar gut funktioniert:

Sozialistische Marktwirtschaft hat noch nie funktioniert, auch nicht in Jugoslawien, wo der von Djillas entwickelte Murks ausgiebig getestet wurde.



Das bedeutet natürlich, dass die Unmengen an Unternehmen, die nur dafür vorhanden sind, uns Scheiße zu verkaufen, oder dafür zu sorgen, dass wir Scheiße kaufen wollen, oder alles im Hintergrund der Scheiße abwickeln, mit solchen Ansätzen unvereinbar sind.

Wenn Scheiße sich gut verkauft, was ich bezweifele, werden alle Betreibe Scheiße produzieren, weil sie von Verkauf ihrer Produkte leben.

Besonders engagiert in der Scheißeproduktion werden Betriebe sein, welche der Belegschaft gehören, das hier ein unmittelbares Verkaufsinteresse besteht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Besonders engagiert in der Scheißeproduktion werden Betriebe sein, welche der Belegschaft gehören, da hier ein unmittelbares Verkaufsinteresse besteht.

Wenn andere Ziele als Gewinnmaximierung im Vordergrund stehen, dann ist es unnötig, um jeden Preis so viel wie möglich verkaufen zu müssen. Verkaufen wird dann zum normalen marktwirtschaftlichen Geschehen und dient dem Lebensunterhalt der Mitarbeiter. Das ermöglicht selbstbestimmtes und freies Handeln auf Unternehmensebene. Gute Ideen und Kreativität gibt es überall; nur bei kapitalistischer Wirtschaftsweise wird der Gewinn immer der Umsetzung guter Ideen und der Freisetzung von Kreativität vorgezogen werden. Das Ergebnis sind u.a. Scheißprodukte, Stress und unglückliche Menschen.

Jedes Unternehmen wäre endlos ineffizient, wenn jeder machen kann was er will, wenn alle gleichberechtigt sind, wenn keine Autorität ausgeübt wird...

Es gibt genügend Unternehmen, die bereits jetzt unter solchen (wie von mir, nicht wie von dir beschriebenen) Bedingungen wirtschaftlich arbeiten. Auch Genossenschaften haben Geschäftsführer, schon vergessen? Nur wird der in einem demokratischen Verfahren gewählt.

Wie du von Belegschaftseigentum auf Anarchie kommst, ist mir ein Rätsel. Wie kommst du denn darauf?

Wer legt fest was scheiße ist? Warum braucht man modische Unterschiede, schließlich reicht doch ein T-Shirt und eine Hose für alle, alles andere ist doch scheiße?!

Der Kunde, der sich von dem Gedanken verabschiedet, es wäre sein Bedürfnis oder gar seine Selbsterfüllung, Scheiße kaufen zu müssen. Wieder unterstellst du etwas, das sich nicht aus meinem Beitrag herauslesen lässt.

Es geht nicht darum, Scheiße zu verbieten, sondern um die Hoffnung, dass Menschen im Laufe der Zeit erkennen werden, was sie wirklich brauchen und was nicht; und welche Art von Konsum sie vielleicht sogar daran hindert, ein glückliches Leben zu führen.
 
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  • #87

Wie du von Belegschaftseigentum auf Anarchie kommst, ist mir ein Rätsel. Wie kommst du denn darauf?
Ich meinte keine Anarchie sondern extreme Ineffizienz ;)

Im Thema der Genossenschaften bin ich nicht wirklich Tief drin, daher korrigiere mich bitte ;)
Ich persönlich kenne nur Wohnungsbau und -vermietungsgenossenschaften, aber diese agieren, zumindest in meinem Verständnis, nicht wie eine GmbH oder AG. Zum Einen wird hier eine Investition, in Form von Mitgliedsbeiträgen, von allen Mitgliedern getätigt um später einen Gewinn in Form einer Immobilie bzw. eine günstigen Miete zu bekommen. Hier wird die Investition von allen Mitgliedern gespeist, aber die Mitglieder sind nicht voneinander abhängig bzw. tragen nur ihren Teil in Form von Geldmitteln bei, sprich der Grundbaustein für disziplinarische Konflikte ist maximal geringfügig gegeben. In einem größeren Unternehmen entstehen Produkte/Dienstleistungen nur durch Zusammenarbeit Vieler und durch das Management derer, hier ist das große Konfliktpotenzial.
Zum Anderen sind Genossenschaften wesentlich einfacher konzipiert als ein Unternehmen mit (>100 Mitarbeitern), es entfallen R&D Abteilungen, Personalverwaltung, Vertrieb und vermutlich in vielfacher Hinsicht auch das Controlling. Auch ist die Investition so wie der mögliche Gewinn leicht zu verstehen und bedarf keiner fachlichen Kompetenz. Hier muss ich mal wieder als Beispiel in den Softwarebereich einlenken:
Microsoft hat vor 2 Jahren Windows 8 veröffentlich mit einer modernen Oberfläche und Appunterstützung. Hierbei kritisierten viele warum man einem Desktop-OS so eine Oberfläche und eine Appunterstützung implementiert, schließlich sei dies kein Smartphone oder Tablet(imho: im Prinzip richtig). Der tatsächliche Trend geht aber dahin, dass Smartphones und Tablets in den nächsten Jahren so leistungsstark, dass sind die meisten Programme auch auf diesen ausgeführt werden können, und Microsoft wollte eben möglichst früh diesen Trend nutzen. Hier sieht man sehr stark, dass die meisten Leute einfach den Trend nicht gesehen haben und dementsprechend auch nicht bereit waren bzw. wären in sowas zu investieren! Sprich in einer Genossenschaft hätte man den Trend so nicht verfolgt, da das Ziel bzw. der Sinn nicht für alle verständlich ist. Im Vergleich ist eine hochtechnologische Entwicklung/Forschung eben doch was anderes als eben das Ziel ne dumme Wohnung/Haus zu bekommen.

Es geht nicht darum, Scheiße zu verbieten, sondern um die Hoffnung, dass Menschen im Laufe der Zeit erkennen werden, was sie wirklich brauchen und was nicht; und welche Art von Konsum sie vielleicht sogar daran hindert, ein glückliches Leben zu führen.
Unser Verhalten hat sich in 10.000 Jahren nicht verändert wir agieren immer noch nach den Verhaltensweise der Neandertaler . Warum sollte sich unser Verhalten, unsere Gewohnheiten, unser Charakter sich in 15 Jahren geändert haben ?
 
Wenn andere Ziele als Gewinnmaximierung im Vordergrund stehen, dann ist es unnötig, um jeden Preis so viel wie möglich verkaufen zu müssen. Verkaufen wird dann zum normalen marktwirtschaftlichen Geschehen und dient dem Lebensunterhalt der Mitarbeiter. Das ermöglicht selbstbestimmtes und freies Handeln auf Unternehmensebene. Gute Ideen und Kreativität gibt es überall; nur bei kapitalistischer Wirtschaftsweise wird der Gewinn immer der Umsetzung guter Ideen und der Freisetzung von Kreativität vorgezogen werden. Das Ergebnis sind u.a. Scheißprodukte, Stress und unglückliche Menschen.

Gewinnmaximierung bedeutet Ressourcenallokation bei Betrieben, die herstellen, was die Leute kaufen wollen. Der Betrieb kann wachsen.

Um die Nachfrage kommt auch der nicht auf Gewinnmaximierung bedachte Betrieb nicht herum. Wenn er am Markt vorbeiproduziert, also irgendein Zeug, das keiner kauft, kann er nicht mal die Beschäftigten bezahlen.

Der nicht auf Gewinnmaximierung bedachte Betrieb wie auch der einen Maximalgewinn erstrebende Betrieb – beide müsse eine Nachfrage bedienen, sonst verschwinden sie vom Markt. In einer Marktwirtschaft ist das immer so.

Anders ist es nur in einer Zentralverwaltungswirtschaft, auch Planwirtschaft genannt. Aber die willst Du ja nicht. Wasch mir den Pelz, aber macht mich nicht nass – das haben schon Viele gedacht, welche die Vorteile der Marktwirtschaft ohne ihre Nachteile haben wollten.

Du glaubst doch nicht, dass Du der erste und einzige bist, der auf diese Idee gekommen ist. Sie wurde auch schon öfter in Experimenten ausprobiert, von Kommunarden, Anarchisten, Syndikalisten etc. Oder nimm die Konsumgenossenschaften der Gewerkschaftsbewegung.

Keine schlechte Idee eigentlich, aber Aldi und Lidl waren besser.
 
Unser Verhalten hat sich in 10.000 Jahren nicht verändert wir agieren immer noch nach den Verhaltensweise der Neandertaler . Warum sollte sich unser Verhalten, unsere Gewohnheiten, unser Charakter sich in 15 Jahren geändert haben?

Die Sichtweise ist hier unzutreffend: Spätestens Max Weber hat festgestellt, dass Kapitalismus nur unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen die vorherrschende Wirtschaftsform sein kann. Wir müssen keine 10.000 Jahre zurückdenken, um uns eine Gesellschaft vorstellen zu können, die nach nicht kapitalistischen Maßstäben aufgebaut ist. Nur in der heutigen Zeit, in der die Wirtschaftsordnung alle Lebensbereiche durchdrungen hat, scheint es völlig undenkbar, dass der Mensch auch anders sein könnte als er es ist. Genauso müssen wir also auch keine 10.000 Jahre nach vorne denken, um eine andere Gesellschaft für Wahrscheinlich halten zu können. Sonst wäre der Aspekt im 15-Jahre-Zukunftsthread wirklich falsch.

Beim Thema Genossenschaft fehlt dir tatsächlich etwas Information. Zwar kenne ich auch keinen Konzern, der eine Genossenschaft wäre. Wenn du an Genossenschaftsbanken, Agrargenossenschaften wie Weinbaugenossenschaften denkst, gelangst du aber durchaus zu größeren Unternehmen. Mitarbeiter wie Kunden und Lieferanten organisieren sich dabei, um gemeinsame Ziele zu verwirklichen. Mit Rechtsabteilung, Vertriebsabteilung, PR-Abteilung, eingebettet in das sonstige Wirtschaftsgeschehen. Gerade die Raiffeisenbanken sind natürlich kein Konzern, weil sie regional organisiert sind, obwohl sie zusammenarbeiten.


Nero, du hast es nicht verstanden, wirst es wohl auch nie verstehen.

Solange der niedrigste Preis und der höchste Gewinn das einzige Ziel des Menschen ist, bleibt es tatsächlich beim Kapitalismus. Deswegen gibt es Discounter; aber es gäbe sie nicht mehr, wenn die Gesellschaft nicht mehr derart geistig gestört nach materiellen Zielen strebt. Dann sind Preis und Gewinn nur noch Rechengrößen in Bilanzen und sonstigen rein wirtschaftlichen Rechnungen, bestimmen aber nicht mehr den Menschen an sich.
 
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  • #90

Ich habe gerade keine Zeit zu antworteten werde dies aber später nachholen.

Ich wollte eigentlich nur diesen Link in die Runde schmeißen:
 
Nero, du hast es nicht verstanden, wirst es wohl auch nie verstehen.

Solange der niedrigste Preis und der höchste Gewinn das einzige Ziel des Menschen ist, bleibt es tatsächlich beim Kapitalismus. Deswegen gibt es Discounter; aber es gäbe sie nicht mehr, wenn die Gesellschaft nicht mehr derart geistig gestört nach materiellen Zielen strebt. Dann sind Preis und Gewinn nur noch Rechengrößen in Bilanzen und sonstigen rein wirtschaftlichen Rechnungen, bestimmen aber nicht mehr den Menschen an sich.

Das Schimpfen nützt nichts. Man muss verstehen, begreifen.

Adorno zum Beispiel erklärt die Unersättichkeit reicher Leute mit der atavistischen Angst vorm Verhungern.

Und diese Angst wird gottlob so lange auch die Reichen plagen, wie tatsächlich andere Menschen irgendwo verhungern. Strafe muss sein.
 
Die Maximierung der Gewinne, garantiert gleichzeitig die Maximierung der Ausbeute aus Ressourcen. Außerdem ist sie ein wichtiger Anreiz für Investitionen um die Produktion effektiver zu gestalten, auch zum Nutzen der Mitarbeiter. Ich bekomme auf Arbeit z. B. kostenlose Getränke, nicht weil mein Chef Jesus ist, sondern weil es die Produktivität steigert.

Diese Gründe bzw. das ausbleiben dieser Effekte, sind der Grund aus dem die DDR am Ende Pleite war und steinalte Industrieanlagen hatte die auf Verschleiß gefahren wurden.
 
Die Maximierung der Gewinne, garantiert gleichzeitig die Maximierung der Ausbeute aus Ressourcen.

Genau, wenn das allgemeine Menschenziel der größtmögliche Besitz materieller Güter ist, ist das derzeitige System (mit einigen Anpassungen, um mehr Menschen daran zu beteiligen) das der Wahl. Es funktioniert.

Es scheint sehr schwer zu sein, von der gewohnten Denkweise einen Schritt zurückzutreten. Das zeigt sich natürlich auch hier im Forum. Aber genau das sage ich ja die ganze Zeit: Das kann sich gut und gerne in 15 Jahren geändert haben - die Denkweise. Nicht das System, das ist viel schwerfälliger. Sinkende Wirtschaftskraft in Europa wird uns aber möglicherweise beschleunigt dazu anleiten, über alternative Ziele nachzudenken. Weil eben unser System für viele doch nicht funktioniert, es ihnen nicht einmal materielle Grundbedürfnisse befriedigt.
 
Die materiellen Grundbedürfnisse sind in Deutschland für jeden befriedigend gedeckt. Bis aus Ausnahmen muss niemand ohne Wohnung, Kleidung und Haushaltsgegenstände, sogar Waschmaschinen und ähnliches auskommen. So wie du das ausdrückst, klingt dass ziemlich arrogant und ignorant gegenüber der Art, wie Menschen lange Zeit gelebt haben. Wir sind schon lange über den Punkt hinaus, nur die Leute am Leben zu halten.
 
Lass deine Moralkeule einfach stecken. Erst stellst du schiefe Vergleiche mit der DDR an, dann mit vergangenen Lebensbedingungen. Schaue dich einfach um in Deutschland und Europa und wende deine Moralkeule dann gegen dich selbst. Menschen zu erzählen, ihre Grundbedürfnisse seien befriedigt, obwohl sie es nicht sind, ist nämlich wohl die größte Form von Ignoranz und Arroganz. Von dieser Sichtweise in Bezug auf dich distanziere ich mich natürlich und werfe dir nichts dergleichen vor. Es ist deine eigene Denkweise.

Nicht-Verhungern und Nicht-Erfrieren ist nicht gleichzusetzen mit der Deckung materieller Grundbedürfnisse. Materielle Grundbedürfnisse sind erst dann befriedigt, wenn diese Befriedigung dem glücklichsten Leben im Allgemeinen nicht im Weg steht.
 
Welche Moralkeule? Das sind Fakten. Du hast anscheinend nur unrealistische Vorstellungen davon, was "Grundbedürfnisse" sind. Du scheinst einen Materialismus zu vertreten, der die Menschen zurecht unglücklich macht. Du bringst zum Ausdruck, dass sich nicht der Mensch am Menschen glücklich macht, sondern der Mensch an seinem Besitz: Da alles was er braucht um glücklich zu sein, nach deiner Erklärung, ein Grundbedürfnis ist. Anders ist deine Vorstellung von dem, was ein Grundbedürfnis ist, nicht zu verstehen. Dabei ist es ein Grundbedürfnis zufrieden bzw. glücklich zu sein. Da es viele Menschen gibt, die unter vielen verschiedenen Bedingungen glücklich sind, die wir teilweise als ärmlich bezeichnen würden, glaube ich nicht, dass Besitzt eine Bedingung für unser Glück ist. Viel mehr sollten wir sehen, wie wir unserem Besitz und dem Besitz der anderen, gegenüber stehen können, so dass es uns nicht unglücklich macht. Das bedeutet im Grunde: haben oder sein. Es ist mir wichtig was ich habe, oder wer ich bin.
 
Welche Moralkeule? Das sind Fakten.

So wie du das ausdrückst, klingt dass ziemlich arrogant und ignorant gegenüber der Art, wie Menschen lange Zeit gelebt haben.

Interessant, was neuerdings unter Fakt läuft.


Da alles was er braucht um glücklich zu sein, nach deiner Erklärung, ein Grundbedürfnis ist. Anders ist deine Vorstellung von dem, was ein Grundbedürfnis ist, nicht zu verstehen. Dabei ist es ein Grundbedürfnis zufrieden bzw. glücklich zu sein.

Befriedigung der materiellen Grundbedürfnisse ist eine notwendige Bedingung für Glück, aber keine hinreichende. Wie umfassend diese materiellen Grundbedürfnisse sind, hängt von vielen Einflüssen ab, beispielsweise auch von der Art und Weise, wie sie befriedigt werden: Wenn Lebensmittelgutscheine und Hausdurchsuchung notwendig sind im Austausch gegen die Befriedigung materieller Grundbedürfnisse, steht die Art der Befriedigung dem Glück im Weg.

Da es viele Menschen gibt, die unter vielen verschiedenen Bedingungen glücklich sind, die wir teilweise als ärmlich bezeichnen würden, glaube ich nicht, dass Besitzt eine Bedingung für unser Glück ist. Viel mehr sollten wir sehen, wie wir unserem Besitz und dem Besitz der anderen, gegenüber stehen können, so dass es uns nicht unglücklich macht. Das bedeutet im Grunde: haben oder sein. Es ist mir wichtig was ich habe, oder wer ich bin.

Befriedigung materieller Bedürfnisse benötigt keinen Besitz um des Besitzes Willen, es genügt materieller Besitz als persönlicher und funktionaler Besitz. Wobei Eigentum das treffendere Wort wäre. Wenn die Uhr und die Kleidung nur geliehen ist... Aber schön, anscheinend hast du Erich Fromm gelesen.

Nur darf daraus keine Predigt der Armut folgen, die die Augen vor der materiellen Ungleichheit verschließt. Das hatten wir schon lange genug und nannte sich christliche Religion. In einer Gesellschaft, in der niemand Eigentum hat, wird fehlendes Eigentum kein Glück verhindern, das stimmt. Nur dass wir auf absehbare Zeit in einer solchen Gesellschaft leben, halte ich doch für ausgeschlossen. Deswegen bleibt die Befriedigung materieller Grundbedürfnisse eben doch notwendig.
 
Lass deine Moralkeule einfach stecken.

Du kloppst doch damit wild durch die Gegend, Du willst doch dauernd, dass die Leute das Materielle nicht so wichtig nehmen sollen, Du predigst Enthaltsamkeit.

Aber wie das eigentlich genau laufen soll, sagst Du nicht, und irgendwelche Beispiele oder Beweise dafür, dass es klappen könnte oder schon geklappt hat mit dieser ominösen nicht-kapitalistischen Marktwirtschaft, lieferst Du auch nicht. Mir jedenfalls kommen Deine Forderung wie eine reichlich substanzlose Erbauungspredigt vor.
 
Nero, weil der Grund und das Ziel der Diskussion hier nicht eine umfassende und schlüssige Darstellung anderer Wirtschafts- und Gesellschaftsformen ist, sondern die Frage, was in 15 Jahren passieren kann. Konkret beim derzeitigen Thema ist das Ziel also das Skizzieren einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung.

Deine Erwartung verfehlt das Thema.
 
Ob ich glücklich bin, hängt doch nur von meinen eigenen Erwartungen ab.
Habe ich eine 25m² Wohnung mit Tisch, Bett, Herd und Klo drin und mir reicht das vollkommen, weil ich gar nicht mehr will, bin ich diesbez. glücklich.

Andere würden da drin Depressiv werden. Ich denke, es ist absolut nicht möglich, allgemein zu definieren, was man als "Grundbedürfnis" ansieht, dass gedeckt sein muss, um glücklich zu sein.
Wenn man einen gewissen Standard hat und dann aus irgendeinem Grund fällt und diesen nicht mehr halten kann, wird man unglücklich sein. Jemand anderes, der diesen "niedrigeren" Standard schon immer hatte und es nicht anders kennt, ist vielleicht total happy, so wie es ist.
 
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