Wie du von Belegschaftseigentum auf Anarchie kommst, ist mir ein Rätsel. Wie kommst du denn darauf?
Ich meinte keine Anarchie sondern extreme Ineffizienz
Im Thema der Genossenschaften bin ich nicht wirklich Tief drin, daher korrigiere mich bitte
Ich persönlich kenne nur Wohnungsbau und -vermietungsgenossenschaften, aber diese agieren, zumindest in meinem Verständnis, nicht wie eine GmbH oder AG. Zum Einen wird hier eine Investition, in Form von Mitgliedsbeiträgen, von allen Mitgliedern getätigt um später einen Gewinn in Form einer Immobilie bzw. eine günstigen Miete zu bekommen. Hier wird die Investition von allen Mitgliedern gespeist, aber die Mitglieder sind nicht voneinander abhängig bzw. tragen nur ihren Teil in Form von Geldmitteln bei, sprich der Grundbaustein für disziplinarische Konflikte ist maximal geringfügig gegeben. In einem größeren Unternehmen entstehen Produkte/Dienstleistungen nur durch Zusammenarbeit Vieler und durch das Management derer, hier ist das große Konfliktpotenzial.
Zum Anderen sind Genossenschaften wesentlich einfacher konzipiert als ein Unternehmen mit (>100 Mitarbeitern), es entfallen R&D Abteilungen, Personalverwaltung, Vertrieb und vermutlich in vielfacher Hinsicht auch das Controlling. Auch ist die Investition so wie der mögliche Gewinn leicht zu verstehen und bedarf keiner fachlichen Kompetenz. Hier muss ich mal wieder als Beispiel in den Softwarebereich einlenken:
Microsoft hat vor 2 Jahren Windows 8 veröffentlich mit einer modernen Oberfläche und Appunterstützung. Hierbei kritisierten viele warum man einem Desktop-OS so eine Oberfläche und eine Appunterstützung implementiert, schließlich sei dies kein Smartphone oder Tablet(imho: im Prinzip richtig). Der tatsächliche Trend geht aber dahin, dass Smartphones und Tablets in den nächsten Jahren so leistungsstark, dass sind die meisten Programme auch auf diesen ausgeführt werden können, und Microsoft wollte eben möglichst früh diesen Trend nutzen. Hier sieht man sehr stark, dass die meisten Leute einfach den Trend nicht gesehen haben und dementsprechend auch nicht bereit waren bzw. wären in sowas zu investieren! Sprich in einer Genossenschaft hätte man den Trend so nicht verfolgt, da das Ziel bzw. der Sinn nicht für alle verständlich ist. Im Vergleich ist eine hochtechnologische Entwicklung/Forschung eben doch was anderes als eben das Ziel ne dumme Wohnung/Haus zu bekommen.
Es geht nicht darum, Scheiße zu verbieten, sondern um die Hoffnung, dass Menschen im Laufe der Zeit erkennen werden, was sie wirklich brauchen und was nicht; und welche Art von Konsum sie vielleicht sogar daran hindert, ein glückliches Leben zu führen.
Unser Verhalten hat sich in 10.000 Jahren nicht verändert wir agieren immer noch nach den Verhaltensweise der Neandertaler . Warum sollte sich unser Verhalten, unsere Gewohnheiten, unser Charakter sich in 15 Jahren geändert haben ?