Unabhängige Medien

Ich glaube das Problem was du versuchst zu ergründen hat nichts mit Übersättigung gemein, sondern eher mit Verdrossenheit das man nicht mehr lesen mag woran man selbst eh nichts mehr ändern kann.

Das ist ein ganz wichtiger Punkt, ich kann mich nur anschließen.

Es gab Zeiten, da habe ich mir fünf Zeitungen am Kiosk gekauft, und heute ist es nicht mal eine. Mit der Qualität der Zeitungen hat das nicht das Geringste zu tun. Das glauben nur unverbesserliche Lehrer, die unter der lästigen Krankheit leiden, anderen Berufsgruppen vorschreiben zu wollen, wie sie ihren Job machen sollen.

Tatsächlich ist es so, dass man zum eifrigen Zeitungsleser wird, wenn man das Gefühl hat, intervenieren zu sollen, zu müssen und zu können; wenn man sich also auf irgendeine Weise verantwortlich fühlt für das Geschehen ringsum.

Und umgekehrt weicht man der Zeitung aus, wenn sie eigentlich nur ermüdende Details liefern kann, betreffend Vorgänge, von denen man sich nicht angesprochen fühlt. Mir geht es Augenblicklich zum Beispiel mit den Attentätern so. Sollen die Sicherheitsbehörden sich um sie kümmern, das ist eine Sache zwischen ihnen und den Attentätern, mich geht das nichts an.

Ob das Vernunftgründe hat, weiß ich nicht, ich bezweifele es aber. Phasen der Politisierung und der Entpolitisierung wechseln in einer Gesellschaft einander ab wie die Moden, und prognostizieren lässt sich das nicht, man braucht halt den richtigen „Riecher“.



Ich glaube die Frage beantwortet sich von selbst - wenn es einem nahe steht das man einen Vorteil erzielen kann, wird dieser auch genutzt werden. Da ist es egal aus welcher Berufssparte man kommt. As you say.

Eigentlich eine trauriges Verhalten, egal in welcher Branche.

Ich muss korrigieren: Nicht der Journalist selbst hatte die Sache eingefädelt und von ihr profitiert, er war nur das Werkzeug und Aushängeschild für mächtige Interessengruppen. Am Ende des Romans ist er wieder allein, die Affäre ist beendet, aber das alte Spiel geht mit neuer Besetzung weiter.
 
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Vorgänge, von denen man sich nicht angesprochen fühlt. Mir geht es Augenblicklich zum Beispiel mit den Attentätern so. Sollen die Sicherheitsbehörden sich um sie kümmern, das ist eine Sache zwischen ihnen und den Attentätern, mich geht das nichts an.

Auch wenn das OT ist, halte ich das für eine sehr naive Einstellung, eben im Bezug das Terror uns alle angeht.
Bzw. Das die Anti-Terror Maßnahmen uns alle treffen, daran kann man durchaus partizipieren.

Ein schöner Beweis dafür, dass man noch Teilhaben kann waren die Acta Demos.
 
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Dieser Ehrgeiz, als erster eine Meldung zu haben nimmt teilweise abartige Züge an.

Da haut SPON eine grell markierte Eilmeldung raus "Nato beruft Sondertreffen ein", und wenn man darauf klickt,
gibt es nur eine "weiße" Seite mit "In Kürze mehr bei SPIEGEL ONLINE."

Scheißhausgerüchte zu headlines?
 
Clickbaiting. Wer zuerst zuschlägt, bekommt auch die meisten Klicks. Du bist der beste Beweis, ansonsten wärst du ja nicht dem Link gefolgt und würdest jetzt auf das "mehr" bei SPON warten sondern auf ein "mehr" bei jemand anderen.
 
Bei "den" anderen war bislang nicht mal die Headline. Habe ich natürlich geschaut
 
Sicher. "Die" anderen sind Focus und Faz.

Aber immerhin waren anderen sogar noch schneller.
 
Dieser Ehrgeiz, als erster eine Meldung zu haben nimmt teilweise abartige Züge an.

Da haut SPON eine grell markierte Eilmeldung raus "Nato beruft Sondertreffen ein", und wenn man darauf klickt,
gibt es nur eine "weiße" Seite mit "In Kürze mehr bei SPIEGEL ONLINE."

Scheißhausgerüchte zu headlines?
Ähm, darüber habe ich, auch, wenn Nero was anderes verstanden hat, die ganze Zeit geschrieben.

Eine Falschmeldung braucht nur eine halbe Stunde Online zu sein, schon ist sie, wegen des Internets (und nur wegen des Internets!), auf so gut wie allen anderen Seiten auch zu finden.
Und das meist in Groß und Bunt. Quelle für diese Behauptung habe ich schon mehrfach genannt (Bildblog).

Die Richtigstellung erscheint dann meist nur versteckt, manchmal gar nicht.

Edit:
Ein weiterer offensichtlicher Grund, warum gerade das Internet für die aktuell schlechte Meinung über die Presse verantwortlich ist, aber dennoch von einigen nicht verstanden wird:
auch früher mag es Falschmeldungen gegeben haben, die in alle möglichen Zeitungen gekommen sind.
Otto Normalleser liest und kauft aber eben nicht alle Möglichen Zeitungen, sondern die bevorzugte👎.

Im Netz kann man aber innerhalb von Sekunden auf unzähligen Medienportalen kurz vorbei schauen und man erkennt, dass sich die Meldungen nicht groß unterscheiden. Sowohl bei den überregionalen als auch den regionalen Medien. Und schon entsteht der Eindruck, überall kommt das gleiche, das es also eine Art Gleichschaltung geben muss.

Wieder nur Dank Internet möglich.
 
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Eine Falschmeldung braucht nur eine halbe Stunde Online zu sein, schon ist sie, wegen des Internets (und nur wegen des Internets!), auf so gut wie allen anderen Seiten auch zu finden.

Macht doch nicht. Hier bewirkt sie so wenig wie dort.

Die alte Mund-zu-Mund-Propaganda war viel effektiver. Bei der haben die Bauern ihre Mistgabeln gezückt und ein kleines Pogrom angeleiert.

Zuletzt bei der Reichskristallnacht 1938.

Hat ganz ohne Internet geklappt.
 
Ein von vornherein organisiertes und koordiniertes Gewaltverbrechen gegen Juden und deren Besitztum mit einem normalen Mob zu vergleichen?

:m

Vor allem aber: was hat das auch nur im geringsten damit zu tun, dass Falschmeldungen dank des Internets schneller verbreitet werden als früher?
 
Die Deutschen Landwirte sind weder der normale Mob, noch bekannt dafür, etwas mit der Reichskristallnacht zu gehabt zu haben.
 
Ein von vornherein organisiertes und koordiniertes Gewaltverbrechen gegen Juden und deren Besitztum mit einem normalen Mob zu vergleichen?

Ja klar, das waren nicht die Deutschen, das waren die Nazis. Und die sind alle von einem anderen Stern gekommen und haben in Deuutschland nur eine Vesperpause gemacht.
 
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