Unabhängige Medien

Das muss ich noch mal festhalten. Da liest du ein Buch aus dem vorletzten Jahrhundert und glaubst, dich auszukennen.

Ein großartiges Buch, eines, wie es heute nicht mehr geschrieben wird. Man lernt darin mehr als in 20 oder 40 Blogs.

Klar, dass ein Kind des Internetzeitalters das nicht versteht. Es ist doch so uralt. Aus dem vorletzten Jahrhundert. Pfui.
 
Lieber Nero, du verstehst und da falsch.
Keiner sagt alte Sachen und Geschichten sind nicht toll, lehrreich und können als Beispiele und als Mahnung herangenommen werden.
Wir sagen nur, nicht ausschließlich alte Sachen.
Und genau das machst du.
Du lebst in der Vergangenheit und ignorierst die aktuelle Realität.
Mangels Flexibilität schaffst du es auch nicht da mal über deinen Tellerrand zu schauen.
 
Dann erklär uns Unwissenden doch, wie die fiktive Geschichte über einen schlechten Journalisten, der sich mit verschiedenen Affären nach oben schläft, uns heutzutage bei unserem Blick auf unabhängige Medien und der Art, wie Medien ihre Nachrichten verbreiten, helfen soll.
 
@nero
Junge, ich lese bestimmt nicht weniger Klassiker als du.
Und ich weiß auch, dass man daraus sehr viel für die Gegenwart und Zukunft lernen kann.

Aber du weißt offenbar nicht, dass konkrete Diskussionen mit konkreten Argumenten eben nicht mit alten Weisheiten zu führen sind. Da scheinst du noch Lernbedarf zu haben und das ist auch ok, dazulernen kann man immer.
Diese Weisheit habe ich übrigens auch aus diversen, alten Schinken.


Um dich noch mal ein wenig einzuweisen: meine These war, dass wegen dem Internet die Qualität der Medien runter geht.
Und zwar nicht in erster Linie, weil die Auflagen deshalb runter gehen und damit die Gelder kleiner werden, sondern, weil im Internet alles quasi in Echtzeit geschieht und daher oft keine journalistische Arbeit getan wird, sondern einfach Agenturmeldungen oder sonstige Meldungen kopiert werden.

Dass dadurch der Eindruck entsteht, dass die Medien eh alle das gleiche Berichten (was in diesem Sinne ja auch stimmt), sie also gleichgeschaltet sind (was eben wiederum nicht stimmt).
Und dass man, wenn man sich abseits dieser schnellen, einfachen Meldungen bei den Medien umschaut man auch seriöse Artikel findet, die gut recherchiert sind, dabei aber natürlich eine gewisse Färbung aufweisen. Was aber wiederum nicht an einer Gleichschaltung liegt, sondern daran, wie die Hauslinie aussieht.

Magst du, vielleicht nur einmal, zu dieser These bzw. diesen Thesen etwas schreiben?
Um einmal was zu verfassen, was auch Sinn macht?

Dabei darfst du meine Thesen auch gerne als Falsch bezeichnen und das dann mit Argumenten unterfüttern.
Das wäre dann auch sinnvoll.

Ist das möglich?

Falls nicht, lies "Bel Ami". Da steht garantiert auch was darüber, dass man Diskussionen nicht führen kann, in dem man völlig zusammenhanglosen Unsinn behauptet!
Das wage ich einfach mal anzunehmen, auch ohne das Buch gelesen zu haben. Zumindest zwischen den Zeilen wird das erkennbar sein.
 


Deine Statistik bezieht sich bei dem Rückgang auf Anzahl von Lokal- und Regionalzeitungen und sagt nichts über Auflage aus.
Da gibt es zu den Ursachen eine
 
Um dich noch mal ein wenig einzuweisen: meine These war, dass wegen dem Internet die Qualität der Medien runter geht.
Und zwar nicht in erster Linie, weil die Auflagen deshalb runter gehen und damit die Gelder kleiner werden, sondern, weil im Internet alles quasi in Echtzeit geschieht und daher oft keine journalistische Arbeit getan wird, sondern einfach Agenturmeldungen oder sonstige Meldungen kopiert werden.

Neros These war, dass es viel früher angefangen hat und ohne Internet passiert währe (über den Einfluss des Internets lese ich bei ihm nix)
Das die Auflage durch Wiederholungen, Radio/Fernsehen und Desinteresse der Leser abgeflacht ist.
Das führte zu Geldmangel was zum Verlust von Qualität führte.

was durch die von KaPiTN gepostete Studie untermauern würde, da der Rückgang schon vor dem Internetnachrichten einsetzte.

(So richtig verstanden?)
 
Zuletzt bearbeitet:


Deine Statistik bezieht sich bei dem Rückgang auf Anzahl von Lokal- und Regionalzeitungen und sagt nichts über Auflage aus.
Da gibt es zu den Ursachen eine

nein, wenn du mal richtig schaust erkennst du sehr wohl dass man daraus auf die gesamten Auflagen schließen kann (Regional + überregional addieren :rolleyes:) und erkennst auch, dass bis 95 die Auflagen stiegen und danach sanken.
War dir das wohl zu viel Nachdenkarbeit?
Klar sieht man da auch den Rückgang der regionalen Auflagen, darum geht es doch aber nicht.
 
nein, wenn du mal richtig schaust erkennst du sehr wohl dass man daraus auf die gesamten Auflagen schließen kann (Regional + überregional addieren :rolleyes:) und erkennst auch, dass bis 95 die Auflagen stiegen und danach sanken.

Wenn das rechts die Auflage darstellen soll, die Legende fehlt, dann gibt es tatsächlich einen Rückgang bei den Regionalzeitung, auch im Bereich Auflage, da braucht man dann auch nichts addieren.

Bei Überregionalen Zeitungen ist nach einem zwischenzeitlichen Anstieg die Auflage wieder beim Stand von vor 25 Jahren.
 
Problematischer als implizite oder explizite Wertungen in der Berichterstattung finde ich die Wahl der Themen. Durch diese Wahl entscheidet sich, welchem Thema sich die Gesellschaft überhaupt widmet: sowohl die Politik als auch die Wirtschaft und selbst die Stammtische. Es findet eine Koordination und Konzentration der Kommunikation auf einen Punkt hin statt. Und die Erfahrung zeigt: Mehr als einen Punkt der Aufmerksamkeit ist selten auch nur einen Tag durchzuhalten. Andere Themen sind ausgeschlossen, finden höchstens noch in vereinzelten Kommentaren und Randmeldungen Erwähnung. Im Schatten dieser einseitigen Berichterstattung lässt sich natürlich von organisierten Gruppen so einiges unbeobachtet durchziehen.

Wobei zumindest ich in diesem Eindruck stark von Online-Medien wie Spiegel-Online geprägt bin. Sobald ich eine Ausgabe der Frankfurter Rundschau in den Händen halte, wundere ich mich über die plötzliche Vielfalt an Themen und gerade auch über die Fähigkeit der Zeitung, sich Themen etwas abseits des einen Themas zu suchen, das gerade im Vordergrund steht.

Schwierig ist die Verengung der Perspektiven. Hier lässt sich aber Abhilfe verschaffen, indem man ausländische Medien gebraucht. Schon die Schweizer und Österreicher diskutieren oft anders als wir; und wer wüsste aus deutschen Medien schon, wie weit entfernt der wirtschaftspolitische Diskurs in den USA und selbst in Teilen Europas von uns ist?
 

Willst darauf hinaus, dass unangenehme politische Entscheidungen oft getroffen werden, wenn viele Abgeordnete nicht da sind oder die Medien von Sportereignissen überfüllt sind?
 
Wenn das rechts die Auflage darstellen soll, die Legende fehlt, dann gibt es tatsächlich einen Rückgang bei den Regionalzeitung, auch im Bereich Auflage, da braucht man dann auch nichts addieren.

Bei Überregionalen Zeitungen ist nach einem zwischenzeitlichen Anstieg die Auflage wieder beim Stand von vor 25 Jahren.

rechne einfach mal zusammen :rolleyes:
 
Um zu sehen, daß sich die Veränderungen der kleinen Zeitungen auf das Gesamtergebnis auswirkt, muß man nicht rechnen.
 
Dann erklär uns Unwissenden doch, wie die fiktive Geschichte über einen schlechten Journalisten, der sich mit verschiedenen Affären nach oben schläft, uns heutzutage bei unserem Blick auf unabhängige Medien und der Art, wie Medien ihre Nachrichten verbreiten, helfen soll.

Gerne.

Eigentlich ist es nur eine Affäre, die des Journalisten mit der Frau des Verlegers, die seine Artikel schreibt, mit deren Unterstützung wiederum ein Krieg in Nordafrika angeleiert wird und zehntausende von Kleinbürgern um ihre Ersparnisse gebracht werden.

Das Buch soll Dorfdisko helfen sein schiefes Bild von der Geschichte der Presse gerade zu rücken. Dorfdisko meint, erst das Internet habe die Presse verdorben. Aber dieses Sündenfalls bedurfte es keineswegs. Berlusconis gehören zur Presse von Anfang an dazu.
 
Dorfdisko meint, erst das Internet habe die Presse verdorben.
Ahh, da liegt dein Hase im Pfeffer begraben...

Vielleicht solltet ihr euch nochmal auf einen gemeinsamen Angriffspunkt einigen, dann könnte man auch verstehen, wer womit wie angegriffen hat. Ansonsten blamiert ihm euch nur weiter gegenseitig... (zumindest einer von euch)...
 
Um dich noch mal ein wenig einzuweisen: meine These war, dass wegen dem Internet die Qualität der Medien runter geht.
Und zwar nicht in erster Linie, weil die Auflagen deshalb runter gehen und damit die Gelder kleiner werden, sondern, weil im Internet alles quasi in Echtzeit geschieht und daher oft keine journalistische Arbeit getan wird, sondern einfach Agenturmeldungen oder sonstige Meldungen kopiert werden.

Echtzeit ist ein dusseliger Begriff, der rein gar nichts erklärt. Die Konkurrenz, das Wettrennen um die aktuellste Meldung, gehört zur Zeitung, seit es die Massenpresse gibt, also seit die Zeitung kein reines Mitteilungsblatt für Börsenkurse mehr ist. Früher, als es noch kein Internet gab, erschien das EXTRABLATT, das vom Verkäufer marktschreierisch beworben wurde. Deine Internettheorie hinkt auf allen vier Füßen.

Die marktschreierische Attitude, ob im Internet oder nicht, ist eine Reaktion auf erlahmendes Interesse. Man braucht keine Hund-beißt-Mann-Geschichten, sondern Mann-beißt-Hund-Geschichten, also irgendwas Skurriles oder Makabres, um das Publikum zu interessieren. Es kommt der Punkt, wo man Zeitungen eigentlich über hat. In den 20er Jahren ging man lieber ins Varieté oder Cabaret, heute wirft man den BlueRay-Player an.

Du macht den Fehler, das Publikum mit einer Horde von Strebern zu verwechseln. Man kommt sehr gut ohne Zeitung aus, wenn es interessantere Dinge gibt.
 
Die marktschreierische Attitude, ob im Internet oder nicht, ist eine Reaktion auf erlahmendes Interesse. Man braucht keine Hund-beißt-Mann-Geschichten, sondern Mann-beißt-Hund-Geschichten, also irgendwas Skurriles oder Makabres, um das Publikum zu interessieren. Es kommt der Punkt, wo man Zeitungen eigentlich über hat. In den 20er Jahren ging man lieber ins Varieté oder Cabaret, heute wirft man den BlueRay-Player an.

Ich glaube das Problem was du versuchst zu ergründen hat nichts mit Übersättigung gemein, sondern eher mit Verdrossenheit das man nicht mehr lesen mag woran man selbst eh nichts mehr ändern kann. Als Leser einer Zeitung ist man immer in der Beobachter Rolle und das agieren fällt schwer. Und wir sind bald nur noch daran gewöhnt sofort und immer Feedback zu erhalten.

Wer will sich auch den ganzen Tag mit der "schweren Kost" beschäftigen wenn es den von dir genannten Blu-Ray Player gibt - da hast du schon recht.

Aber das wäre dann ein Problem des Mediums, man bekommt etwas aufgetischt, muß es fressen und sich daraus seine eigene Suppe kochen. Neue Medien wie Blogs oder die Online Angebote der Zeitungen sind einfach interaktiver, man kann mit einer paar Klicks mit der Nachricht, dem Autor, agieren und erhält quasi "sofort" Feedback/Reaktionen. Die Gefahr ist das sich eine Nachricht "verselbstständigt" ohne das man noch Kontrolle über die Tragweite besitzt.

Das ist natürlich auch eine Kehrseite, man bedarf nicht mehr lange des "wir denken intensiv darüber nach was wir gelesen haben", sondern man kann sofort seine Impulse auf die Masse loslassen, wie kurz oder schnell gedacht auch immer. Das ist hier im Forum nicht unbedingt anders, auch wenn ein Forum wie dieses kein Chat ist und man etwas Zeit zwischen Aktion und Reaktion hat.

Das ist aber nur meine Meinung warum man bei einer Zeitung, wie auch beim Fernsehen eigentlich, schnell abschalten könnte ohne daß es weh tut.

Es sei denn man kann sich wie bei einer Zeitung intensiv mit einem Thema auseinandersetzen - Online Artikel sind oft kurz gefaßt und auch die Leistungsspanne über den Bildschirm Informationen aufzunehmen ist gegenüber dem gedruckten weit unter. Papier ist Gnädig sagte man mir immer. Wer sich intensiv austauschen kann, der wird auch am Ende mit einer sozialeren Meinung dastehen welche tief verwurzelt ist, gegenüber dem reinen Beschallen - das ist aber eine anderer Aspekt und hat mit Informationsverarbeitung zu tun.

Was ich damit sagen wollte, es gibt in beiden Mediengruppen offline wie online Vor- und Nachteile, die Frage ist wie man diese Positiv beeinflussen kann um daraus die besten Optionen herauszuholen für die jeweiligen Gruppen die diese "verarbeiten" sollen und auch wollen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Eigentlich ist es nur eine Affäre, die des Journalisten mit der Frau des Verlegers, die seine Artikel schreibt, mit deren Unterstützung wiederum ein Krieg in Nordafrika angeleiert wird und zehntausende von Kleinbürgern um ihre Ersparnisse gebracht werden.

Das ist allerdings nichts neues, dass Affären zur Vorteilnahme im Beruf geführt werden. Warum sollte das im Journalismus plötzlich ausbleiben? bzw. Warum sollten es da nicht vorkommen?
 
Ich glaube die Frage beantwortet sich von selbst - wenn es einem nahe steht das man einen Vorteil erzielen kann, wird dieser auch genutzt werden. Da ist es egal aus welcher Berufssparte man kommt. As you say.

Eigentlich eine trauriges Verhalten, egal in welcher Branche.
 

Die Befangenheit geht aber noch viel Weiter.

z.B. Springer (zu denen mehr gehört als Bild) hat in seiner Firmen-Doktrin stehen, dass sie uneingeschränkt hinter Israel stehen.
Das macht eine neutrale Berichterstattung darüber unmöglich, da man von vorn herein Partei ergriffen hat.
 
z.B. Springer (zu denen mehr gehört als Bild) hat in seiner Firmen-Doktrin stehen, dass sie uneingeschränkt hinter Israel stehen.

Das ist einfach nur falsch.

Einer der Firmengrundsätze, die ein freiheitliches Weltbild beschreiben sollen, besagt:

Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.
 
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