Die marktschreierische Attitude, ob im Internet oder nicht, ist eine Reaktion auf erlahmendes Interesse. Man braucht keine Hund-beißt-Mann-Geschichten, sondern Mann-beißt-Hund-Geschichten, also irgendwas Skurriles oder Makabres, um das Publikum zu interessieren. Es kommt der Punkt, wo man Zeitungen eigentlich über hat. In den 20er Jahren ging man lieber ins Varieté oder Cabaret, heute wirft man den BlueRay-Player an.
Ich glaube das Problem was du versuchst zu ergründen hat nichts mit Übersättigung gemein, sondern eher mit Verdrossenheit das man nicht mehr lesen mag woran man selbst eh nichts mehr ändern kann. Als Leser einer Zeitung ist man immer in der Beobachter Rolle und das agieren fällt schwer. Und wir sind bald nur noch daran gewöhnt sofort und immer Feedback zu erhalten.
Wer will sich auch den ganzen Tag mit der "schweren Kost" beschäftigen wenn es den von dir genannten Blu-Ray Player gibt - da hast du schon recht.
Aber das wäre dann ein Problem des Mediums, man bekommt etwas aufgetischt, muß es fressen und sich daraus seine eigene Suppe kochen. Neue Medien wie Blogs oder die Online Angebote der Zeitungen sind einfach interaktiver, man kann mit einer paar Klicks mit der Nachricht, dem Autor, agieren und erhält quasi "sofort" Feedback/Reaktionen. Die Gefahr ist das sich eine Nachricht "verselbstständigt" ohne das man noch Kontrolle über die Tragweite besitzt.
Das ist natürlich auch eine Kehrseite, man bedarf nicht mehr lange des "wir denken intensiv darüber nach was wir gelesen haben", sondern man kann sofort seine Impulse auf die Masse loslassen, wie kurz oder schnell gedacht auch immer. Das ist hier im Forum nicht unbedingt anders, auch wenn ein Forum wie dieses kein Chat ist und man etwas Zeit zwischen Aktion und Reaktion hat.
Das ist aber nur meine Meinung warum man bei einer Zeitung, wie auch beim Fernsehen eigentlich, schnell abschalten könnte ohne daß es weh tut.
Es sei denn man kann sich wie bei einer Zeitung intensiv mit einem Thema auseinandersetzen - Online Artikel sind oft kurz gefaßt und auch die Leistungsspanne über den Bildschirm Informationen aufzunehmen ist gegenüber dem gedruckten weit unter. Papier ist Gnädig sagte man mir immer. Wer sich intensiv austauschen kann, der wird auch am Ende mit einer sozialeren Meinung dastehen welche tief verwurzelt ist, gegenüber dem reinen Beschallen - das ist aber eine anderer Aspekt und hat mit Informationsverarbeitung zu tun.
Was ich damit sagen wollte, es gibt in beiden Mediengruppen offline wie online Vor- und Nachteile, die Frage ist wie man diese Positiv beeinflussen kann um daraus die besten Optionen herauszuholen für die jeweiligen Gruppen die diese "verarbeiten" sollen und auch wollen.