Ja, Meinungsfreiheit bedeutet das Pispers nachplappern darfst, sie bedeutet aber auch das ich Sagen darf, dass das unreflektiert und dämlich ist.
Das ist keine Meinung, das ist eine Lüge.
So aber nun zu Sache:
Der Arbeitsmarkt in DE hält sich im Vergleich zu unseren Nachbarländern noch relativ gut.
Das liegt daran, dass wir die ganze Miesere mit einem ausgebauten Sozialsystem und guten, starken Gewerkschaften begonnen haben.
Der Arbeitsmarkt ist deshalb hier so gut, weil unser Sozialsystem immer weiter abgebaut wird. Ausweitung der Befristungen, Ausnahmen vom Mindestlohn, Zeitarbeit, Werksverträge, um die Vorgaben der Zeitarbeit nochmals zu umgehen.
Löhne zahlt der Arbeitgeber nicht mehr komplett selbst, sondern lässt sich sich in Form von Wiedereingliederungshilfen und aufstockendem Hartz-IV subventionieren.
Steuern werden, so gut es geht, vermieden und Gewinne künstlich klein gerechnet.
Was mich übrigens daran erinnert: Ja, ich wäre durchaus bereit, 80 Millionen Euro Gewerbesteuer einzufordern, auch wenn Schmarotzer-Firmen wie A.T.U dann pleite gehen. Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Die "Heuschrecken" ziehen sowieso weiter, wenn so ein Unternehmen nicht mehr ausreichend Rendite abwirft (möglichst im zweistelligen Prozentbereich).
Geschrieben hatte ich übrigens, dass man auch die Möglichkeit gehabt hätte, im Falle von A.T.U. und auch Kettler, die Gewerbesteuer zu stunden. Das bedeutet, man fordert es nicht sofort, sondern erst später, wenn es dem Unternehmen wieder gut geht - oder wenn es dann doch pleite geht. Das wäre zumindest ein guter Kompromiss gewesen, um die Kohle nicht gleich aus dem Fenster zu werfen. Von ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteilen gegenüber Mitbewerbern mal ganz zu schweigen.
Zumindest im Fall von A.T.U. gab es durchaus auch deshalb Kritik, weil andere ortsansässige Kfz-Betriebe keine Dumpingpreise als Lockangebote anbieten konnten, weil die brav ihre Gewerbesteuer zahlen mussten.
Das es aber mehreren Ländern, die nah bei einander liegen und ähnlichen Lebensstandard hatten gemeinsam Berg ab geht. - Ist ein gutes Indiz dafür das es ein internationales Problem ist.
Ja und nein. Natürlich lässt sich die Problematik z.B. der Steuervermeidungstricks nicht rein auf nationaler Ebene lösen. Oder vielleicht doch, man könnte entsprechende Gesetze erlassen, dass Unternehmen ihre Gewinne gefälligst in Deutschland zu versteuern haben, wenn sie auch hier ihr Geld verdienen. Funktioniert in den USA ja auch.
Das eigentliche Problem ist allerdings, dass es unserer Wirtschaft gar nicht schlecht geht. Die Wirtschaft brummt, wie man so schön sagt. Insbesondere die großen Konzerne fahren Milliardengewinne ein. (Relativ) Schlecht geht es nur der arbeitenden Bevölkerung, die an steigenden Unternehmensgewinnen nicht oder bestenfalls nur kaum partizipiert. Und das seit Jahren schon.
Einen Teil davon hat die Bevölkerung natürlich selbst zu verantworten. Findet sich halt immer ein Dummer, der für noch weniger Geld noch mehr arbeiten geht. Die gesetzliche Rahmenbedingungen dazu (z.B. Zumutbarkeitsregelung SGB II) hat allerdings unsere Regierung der letzten 15 Jahren (in wechselnder Besetzung) zu verantworten. Wobei hier, frei nach Pispers der Deutsche natürlich zum Teil auch wieder so blöd ist...
Wobei ich in diesem Moment dann auch wieder ins Grübeln komme, wenn ich an die Wahlerfolge der AfD denke. Soll ich jetzt Verständnis dafür haben, dass gefrustete LINKE-Wähler aus Protest die AfD gewählt haben? Ich denke nicht.
Die Linke dadurch zu schwächen, auch wenn sie wieder mal nur in der Opposition ist, halte ich für falsch. Auch wenn es leider häufig so ist, dass unsere Politiker (u. Medien) erst wach werden, wenn Rechts mit ins Spiel kommt.
Wieso kostet eine volle Dönertasche mit Fleisch, Salat, hausgemachter Sauce! und hausgemachtem! Zaziki und selbstgebacken! Brot.
Genau so viel, wie ein lieblos zusammen gematschtes belegtes Brötchen vom Bäcker, mit Lidl-Wurst und Aldi Remoulade.
Kann ich nicht bestätigen. Das Gammelbrötchen liegt irgendwo bei 1,80 € ± 30 Cent, der Döner bei 3,50€. Allerdings mit deutlich mehr und besser schmeckendem Inhalt.
Denn im Endeffekt bist du es, der sein Geld in die Kassen der wirft.
Das typische Phänomen, die Großkonzerne anklagen, aber dennoch von ihnen profitieren. -Bigotterie
Nein, es ist zum Teil auch eine Frage der Alternativen. Die gute Milka mit Keks gibts halt eben nicht als Fairtrade-Schoki.
Das Selbe trifft leider auch auf die guten Nikes oder anderes Schuhwerk zu. Wenn ich keine Alternativen habe oder zumindest sehe, muss ich halt zu gewissen Produkten greifen, die ich im alltäglichen Leben brauche.
Milch kommt mir bspw. gar nicht erst in die Tüte, sondern in die gute alte Blechkanne beim freilandviehhaltenden Milchdealer meines Vertrauens. Dabei liegt der Liter mit etwas über einem Euro gar nicht mal unbedingt höher als "Frischmilch" aus dem Discounter.
Schmeckt aber trotzdem besser und hat vermutlich auch mehr Inhaltsstoffe als das Gelumpe aus dem Supermarkt. Das nenne ich mal profitieren.
