Das ist ein schwieriges Thema, genauso wie die
Geldspielautomaten oder die
Rauchverbote. Die Fragen bei solchen Sachen sind immer: Was möchte man eigentlich damit genau erreichen, und kommt man mit den möglichen Mitteln überhaupt zum Ziel.
Haschisch ist in normaler Dosis eine harmlose Beruhigungsdroge die hauptsächlich von jungen Leuten konsumiert wird. Das Bedürfnis, mal andere Sachen auszuprobieren, wird man bei 20-jährigen wohl nicht abschalten können. Problematisch sind jedoch Dauerkonsum, erhöhte und halluzinogene Dosen des Wirkstoffs (zum Beispiel durch Neuzüchtungen in selbstgezogenen Pflanzen) und das Abgleiten in ein kriminelles Milieu, das daran interessiert ist, den Kunden dauerhaft zu binden (zum Beispiel indem auch andere Drogen mit erheblich höherem Suchtpotential angeboten werden).
Wenn man den Markt in einem Park ausdünnen oder vernichten möchte, dann erscheint die Einrichtung eines Coffee Shops sinnvoll.
Die Erfahrungen aus den Niederlanden zeigen aber, dass dann Drogentourismus entsteht. Es werden in Folge viele Jugendliche aus einem Einzugsgebiet von 100-200 km in Gruppen anreisen, und das sogar als Wochenendtrip inszenieren. Fern der Heimat wird man sich dann nach dem Shopping im anliegenden Park ein schönes Picknick feiern, viel Geld hat man nicht, also bringt man Musik und Getränke gleich mit... Lange Rede, kurzer Sinn: Das Grauen.
In den Niederlanden ist man schon vor vielen Jahren dazu übergegangen, im Genzgebiet deutsche Besucher gar nicht mehr in die Coffee Shops hineinzulassen, nicht weil man um ihre Gesundheit besorgt ist, sondern weil das an Wochenenden oder Feiertagen ganze Innenstädte lahm gelegt hat.
Ich denke in einem Fall wie in Berlin, wo es nur um einen einzelnen Park geht, ist es vielleicht einfacher, den Handel mit Polizeieinsätzen in eine abgelegene Ecke des Parks abzudrängen, wo man die Leute unter Polizeipräsenz gewähren lässt, und aus dem Rest des Parks holt man die Leute eben raus. Das ist vermutlich effizienter, denke ich.