Ich versteh dich total, also was du damit aussagst. Ich frage mich nur, wie man eine solche Grundsatzdebatte führen will, und ob man über das Selbe redet. Es gibt doch schon so viel Streitpotential bei der Definition von Ehe. Hier sollte mal klipp und klar festgelegt werden, was Ehe in unserer Zeit konkret bedeutet. Dann müssen natürlich auch alle der gleichen Meinung sein, und dürfen da nichts mehr dazu interpretieren, oder weglassen - damit es ihrer persönlichen Definition von Ehe entspricht. Und dann, wenn wir uns alle einig sind, kann darüber diskutiert werden, wer als ehetauglich eingestuft wird. An objektiven, rationalen Bedingungen bemessen.
Das eine Lobby sich nicht für eine andere (oder in dem Fall eher eine schweigende Minderheit) einsetzt, finde ich völlig normal und nicht heuchlerisch. Homosexuelle fordern (soweit ich weiß) eine Gleichbehandlung - für sich!. Das schließt ja nicht aus, dass sie nicht auch für andere ungleich Behandelte kämpfen würden. Nur scheint es da gar keinen Bedarf zu geben. Es ist doch so: wer am lautesten schreit, wird gehört. Das ist so bei Vögeln im Nest, bei Kindern in der Gruppe, Meetings in Konzernen, Streikenden für einzelne Berufsgruppen. Man hat außer den eigenen Interessen nur selten die Probleme der anderen auf dem Schirm.
Hier in der Stadt schreien alle nach mehr Radwegen und mehr Rechten für Radfahrer. Ich will das nicht, ich will das Gegenteil - Räder raus aus der Stadt. Ich steh mit meiner Meinung ziemlich alleine, und niemand hört auf mich - Radfahrer fordern aber keine bessere Situation zum Wohle aller Verkehrsteilnehmer - sie kümmern sich ausschließlich um eine Verbesserung der Situation für sich (dreckiges Pack

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Ich wäre durchaus bereit eine Diskussion zu führen, ob Menschen Inzestuös heiraten dürfen, oder Objekte, whatever.. und welche Regeln dann dafür gelten sollen. Aber bisher ist, wie oben beschrieben, überhaupt nicht klar was mit einer Heirat bezweckt wird - daher ist diese Diskussion zu diesem Zeitpunkt nicht führbar. Da kann nichts bei raus kommen außer Bashing und harte Fronten. Es wirkt dann einfach immer so, als ob man irgendwem was nicht gönnen will, und deshalb mit irgend nem hahnebüchenen Schwachsinnsargument ankommt, einfach um zu stänkern. Es hat doch niemand einen Nachteil davon, wenn gleichgeschlechtliche Paar heiraten (Auch nicht die Kinder!) - also warum das ganze nicht einfach durchwinken und das Thema mit gesundem Menschenverstand abhaken. Wozu mit allen (unlauteren)Mitteln dagegen argumentieren. Man kann Dinge die erwiesener Maßen zu Niemandes Nachteil sind, auch einfach mal zu lassen. Und Empörung weil einzelne Homosexualität ekelhaft finden, qualifiziert sich nicht als Nachteil. Das ist einfach eine geistige Entwicklungsaufgabe der jeweils Betroffenen.