[Politik und Gesellschaft] USA: Gleichgeschlechtliche Ehe ab sofort in allen Bundesstaaten legal

Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichts der Vereinigten Staaten, dem Supreme Court, widersprechen Verbote der Homosexuellenehe dem Gleichheitsgebot der amerikanischen Verfassung. Die Richter entschieden hierbei mit fünf zu vier Stimmen.

Richter Anthony Kennedy begründete die Entscheidung damit, dass es ein Grundrecht auf Eheschließung gebe, wovon auch Homosexuelle nicht ausgeschlossen werden dürfen. Die vier konservativen Richter, die gegen die gleichgeschlechtliche Ehe stimmten, verwiesen unter anderem auf historische Ehe-Definitionen.


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Insbesondere bei grundsätzlichen Fragen, so grundsätzlich, daß das Grundgesetzt davon betroffen ist, bedarf es keiner direkten Betroffenheit als Einzelfall.
Man kann also z.B. über Artikel 2 und körperliche Unversehrtheit diskutieren, auch wenn man weder Vor- noch Nachteile davon hat, ob jetzt Jungen, die man gar nicht kennt , beschnitten werden, oder nicht.

Zur Vollendung deines Vergleichs: Welches Grundrecht siehst du denn bei einer gleichgeschlechtlichen Ehe bei wem verletzt? :confused:
 
Und trotzdem gibt es keinen sachlichen Grund, gegen die Homo-Ehe zu sein. Das merkt man auch an den Begründungen der Gegner.

Dies zeigt lediglich, daß dies nicht jeder im Bundestag Verfassungsrechtler ist.

Zur Vollendung deines Vergleichs: Welches Grundrecht siehst du denn bei einer gleichgeschlechtlichen Ehe bei wem verletzt? :confused:

Derzeit gar nicht.
Hierbei geht es ja nicht um Anwendung, sondern um Ausweitung oder sogar um Abschaffung von Grundrechten.
 
Frage mich, welche persönlichen Nachteile die Gegner hier wegen der Homo-Ehe haben....

lustig wie sich argumente wiederholen.. das gleiche argument höre ich ständig in urheberrechtsdiskussionen - welchen nachteil haben urheber, wenn jemand ihr zeug nutzt, ohne die absicht oder die mittel zu haben dafür zu zahlen? dann wird gerne damit gekontert, dass es keinen nachteil (oder schaden) geben muss, stattdessen stellt es einen illegitimen vorteil dar.. und darüber muss man eben diskutieren: die homos bekommen einen vorteil, den ich auf grundlage ihrer eigenen forderungen, also im sinne einer gleichberechtigung, nicht für legitim halte..
 
@Novgorod

Das verstehe ich nicht ganz. Ich bin zwar auch nicht für die Homoehe, aber sprichst du hier komplett gegen die Ehe ansich oder nur gegen die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partner? Wenn ja, mit welcher Begründung?
 
Der Thread ist mal für 24 Stunden dicht. Morgen starten wir dann einen erneuten Versuch, vl kann man dann auch VERNÜNFTIG über das eigentliche Thema diskutieren...
 
meine persönliche meinung habe ich schon früher geschrieben, nämlich dass die staatliche ehe heutzutage keinen sinn macht.. die ehe ist in erster linie ein versprechen vor gott, demnach dürfte sowieso so gut wie niemand mehr heiraten ;).. mir würde es reichen, wenn die ehe eine kirchliche zeremonie für gläubige menschen bleibt, so wie sie es ja ursprünglich war.. das zivile zusammenleben (im sinne von staat und gesetz) kann völlig hinreichend durch zivilrechtliche verträge geregelt werden, dann kann man sich seine "ehe" selber maßgeschneidert zusammenstellen - nur ist es dann keine ehe mehr, sondern ein zivilvertrag mit rechten und pflichten, die man eben vorher aushandelt (auch nicht unromantischer als auf dem standesamt heute).. steuerbegünstigungen zur förderung von nachwuchs o.ä. sind in dem kontext auch völlig in ordnung und können z.b. an bedingungen im jeweiligen zivilvertrag bzw. an das vorhandensein von kindern gebunden sein.. natürlich kann dann jede person oder personengruppe so einen vertrag eingehen, die vertragsfähig ist (d.h. volljährig, nicht gegen den willen und bei geistiger gesundheit)..

das wäre eine reform, die den namen verdient, und in letzter instanz eine echte sekularisierung der ehe: der ursprüngliche religiöse akt wäre den kirchen und den gläubigen vorbehalten, während der staat zivilverträge für das zusammenleben auf grundlage der gleichberechtigung vorsieht.. es ist aber der falsche weg, die "traditionelle" kirchlich geprägte ehe willkürlich um personengruppen zu erweitern, denn am ende bleibt die diskriminierug trotzdem (nämlich gegen andere personengruppen), ebenso wie das grundsätzliche problem einer nicht sekularisierten institution ("ehe") in einer (vermeintlich) sekularisierten gesellschaft.. am allerwenigsten kann ich verstehen, warum jetzt auf einmal jeder "ehe für alle" schreit, denn die homoehe ist keine ehe für alle! :confused:
 
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