Als ehemaliger Ausländer in der Region mal etwas über das Baltikum und einer der Kleinriesen..
Die haben bis heute Probleme mit der Integration von Teilen der russischsprachigen Bevölkerung, hier mal über Estland gesprochen. Weil die Integration absolut scheitert. Die Russen die in Estland leben arbeiten meist in Russland, weil ihnen durch die Sprachbarriere keine Tür in Estland aufgemacht wird und auf die Sprache legt dieses Niemandsland sehr viel wert, was irgendwo verständlich ist da man seine Kultur in einem wirklich kleinen Land noch erhalten will.
Aber in jedem Fall würde sich Narva im Osten des Landes, mit 1% Esten in diesem Gebiet abspalten.
Was das boykottieren angeht, als die Ausschreitungen vor einigen Jahren in Estland wegen der - wirklich schlecht und dumm gelaufenen - Umsiedlung/Verlegung eines russischen Befreihungsmonuments (ja von uns Deutschen!) in einen anderen Teil der Hauptstadt, gab es dort zahlreiche Aufstände die auch mit Ladenplünderungen als Beigeschmack und später auch mit Sanktionen von Russland gegen Estland (Machtspiel?) verlaufen sind.
Das schlimmste daran war, die Putin Jugend kam dann auch und hat mal ihre politische Keule geschwungen. Das diese natürlich einen hohen Status genießen sollte klar sein..
Aber Russland hatte damals, bei diesen Protesten und Ausschreitungen auch die Grenzen sofort für die Esten geschlossen und nach der Eröffnung und Ende dieser Sanktionen hat man sich dann dafür entschieden nur eine Handvoll an LKWs durch den Zoll zu lassen, so nach Lust und Laune.
Demografisch gesehen sind ca. 1/4 der estnischen Bevölkerung russichsprachig. Und die Tendenz kann man sich gut auf Wikipedia hier ansehen.
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Das dass Spannungen bringt ist leider vorprogrammiert da sich Estland, trotz Auswanderung der Jugend in das EU-Ausland, noch als Souveräner Staat mit eigener Sprache behaupten will. Leider ist dies aber auch ein Krisenherd, was nicht auch daran liegt das die Bevölkerung in der Sowjetunion nicht nur Reisen konnte, sondern sich auch Menschen, nach einer Art "Auslandspraxis" für Jahre in einem der Satellitenstaaten.. angesiedelt haben.
Hier tun mir wirklich beide Seiten Leid, weil die einen das wenige erhalten wollen was sie als Kultur ausmacht, die anderen russischsprachigen, die Ausbaden müssen das die Sowjetunion ihre Eltern oder Großeltern in die Ferne geschickt hat.