mir ist noch nicht ganz klar wo du die motive bzw. die zieldefinition der russen siehst. wenn wir einfach mal davon ausgehen sie kassieren jetzt den osten und transnistrien usw. bis der hunger gestillt ist. dann bleibt eine west ukraine zurück die las direkter nachbar für immer russland hassen wird und sich in eine kleine festung gegen russland verändern wird. natomitgliedschaft etc. das volle programm. rússland hätte kein argument mehr dagegen und könnte nichts tun um es zu verhindern.
Ich glaube den Russen ist klar, dass sie den politischen Zugang zur Ukraine, bzw. das was davon am Ende übrig bleibt, zumindest für einige Jahre verlieren werden. Ob die Ukraine NATO-Mitglied wird und welche Rolle sie dann in diesem Bündnis einnehmen wird weiß ich nicht. Ich könnte mir auch vorstellen, dass man der Ukraine erstmal so etwas wie eine NATO-Mitgliedschaft
light anbietet und sie zum Beispiel von Artikel 5 (Bündnisfall) ausnimmt. Man kann von ihm halten was man will, aber ich fand
, die Ukraine eben nicht zu zwingen sich zwischen Europa und Russland zu entscheiden und sie stattdessen als Brücke, als eine Art weiche Grenzlinie, zu Russland zu nutzen, ganz ansprechend. Allerdings liegen diese Entscheidungen nicht in der Hand einer Partei, sondern Russland, Europa und vor allem die Ukraine selbst müssen die Notwendigkeit dafür erkennen und diesen Weg gehen wollen.
Bis dahin wird die Ukraine hauptsächlich sich selbst und den Europäern Kopfschmerzen bereiten. Russland wird vielleicht ein paar mal wegen evtl. NATO-Übungen rasseln, aber das wird denke ich eher ein innenpolitisches Thema werden, weil Russland ja auch dieses Verhalten der NATO eingeplant haben wird. Das zugrunde liegende Motiv, der langfristige Grund für die kleine Sphäre Russlands, ist mMn der Wunsch nach einer multipolaren Welt. Ein Wunsch, den auch China und die anderen BRIC-Staaten haben, dem aber, im Gegensatz zum Kalten Krieg, keine ideologische Differenzen zugrunde liegen sondern vielmehr der Wunsch nach politischer und wirtschaftlicher Selbstbestimmung. Das bedeutet aber nicht, dass die Annexion der Krim oder auch die jetzige Entwicklung in der Ostukraine vom Kreml geplant war. Ich glaube die Gelegenheit innenpolitisch ein paar Punkte zu sammeln und außenpolitisch wieder Stärke zu zeigen war einfach günstig bzw. so verlockend, dass man dafür wirtschaftliche und diplomatische Rückschläge in Kauf genommen hat.
das ist doch kein erfolgreiches ergebnis für putin. egal welche szenarien ich durchspiele ich sehe nicht wo die vorteile die nachteile für ihn überwiegen.
Das kommt darauf an, was Putin erreichen will. Wenn es ihm darum gegangen ist der Welt zu zeigen, dass Russland existiert, dass man eine weitere Osterweiterung der NATO nicht wünscht und diesem Wunsch mit relativ geringem militärischen Einsatz Ausdruck verleihen kann, hat er finde ich einen ganz fantastischen Job (aus seiner Sicht) gemacht.
einfach chauvi macho mässig ein bisschen randale machen um wahrgenommen zu werden ist ja eine sache. am ende mit einem berg schulden da zu sitzen, min. 30% der einnahmen zu verlieren und alle nachbarstaaten gegen sich aufgebracht zu haben....
Die Beziehung zu den direkten Nachbarstaaten im Westen, zumindest Polen, Finnland und den baltischen Staaten, sind eh nicht gerade von Herzlichkeit geprägt gewesen. Was das angeht ist der außenpolitische Schaden also überschaubar. Wie Russland mit den wirtschaftlichen Konsequenzen seines Handelns umgeht kann ich nicht so gut beurteilen. Ich denke aber, dass Putin und der Rest der Clique die Gelegeheit nutzen werden um günstig in russische Unternehmen und die Infrastruktur zu investieren. Gazprom wird ein bisschen verlieren, aber, wie ich an anderer Stelle schon gesagt habe, der nächste Winter kommt ja auch wieder und Europa, allen vorran Deutschland, braucht Russland als Handelspartner.
an der aufrüstung ist schon der ganzen warschauer pakt pleite gegangen. der verbliebene rest russland hat nicht die mittel um auch nur im entferntesten mithalten zu können. schon jetzt stehen 3.3 mio nato truppen 1.2 mio russen gegenüber. Wenn das noch mal um 20% erhöht wird..... irgendwie macht das alles keinen rechten sinn.
Russland wird sich deshalb auch nicht auf ein Wettrüsten mit den NATO-Staaten einlassen: der Rückstand ist jetzt schon so groß, dass sie das in den nächsten Jahren auch nicht aufholen könnten, wenn sie sich jetzt komplett auf Verteidigung fokusieren würden. Necronix hat es schon gesagt: Russland weiß, trotz aller Modernisierung, um seine Defizite was die konventionelle Kriegsführung und Machtprojektion angeht und hat das, allerdings schon zum Ende des Kalten Krieges, dadurch in einen Vorteil verwandelt, dass man damit realtiv offen umgegangen ist. Die Leute bei der NATO wissen auch, dass Russland im Falle eines Krieges auf Atomwaffen zurückgreifen müsste (sollten sie ihre Existenz bedroht sehen) von daher wird die NATO nichts unternehmen, was so eine Reaktion nach sich ziehen würde. Das ist ziemlich clever, bdeutet aber nicht, dass es nicht in den kommenden Jahren vielleicht doch zum ein oder anderen kleinen Scharmützel kommen kann.
Zur aktuellen Entwicklung in der Ukraine möchte ich noch loswerden, dass mir die neue ukrainische Regierung von Tag zu Tag inkompetenter vorkommt. Sei es die Führung der Armee, die Versorgung der Bevölkerung... Heute (bzw. gestern) hat man den "Präsidenten" der Schweiz empfangen... mit der
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Keine große Sache, aber es macht einfach einen schlechten Eindruck.