Schon aufgrund dessen, sollten sich die bespitzelten Nationen hier gemeinsam gegen die Feinde, genau Feinde, denn Freunde können solche spionagegeilen Länder nicht mehr genannt werden, zusammentun.
Also das Nachforschen kommte sogar bei Paaren und Ehepaaren vor. Keine Liebe ohne Eifersucht. Auch bei Freunden. Wo Treue gefordert wird, liegt der Verdacht auf Treulosigkeit in der Luft.
Aber ich denke, man sollte mal aufhören mit dieser kindischen Vermenschlichung der Beziehungen zwischen Großorganisationen und Staaten. Die Staatschefs aller Lände haben irgendwann geschworen, nicht die Welt, sondern ihren Verein zu hegen, zu schützen und zu hüten. Das schließt ein gesundes Mißtrauen gegen VERBÜNDETE (nicht Freunde, Staaten haben keine) ein. Heute sind sie noch Verbündete, wer weiß denn, ob sie nicht schon unterwegs zu neuen Ufern sind. Nibelungentreue gab es nur einmal in der Geschichte, 1914, und sie war kein Erfolgsmodell.
Und der Zusammenschluss aller bespitzelten Nationen wäre zugleich der Zusammenschluss aller spitzelnden Nationen. Wie gesagt: Was wird dann aus dem BND? Darf er nur noch in Staaten operieren, die offiziell zum Feindesland erklärt wurden? Das wird schwierig. Deutsche hätten es dort nicht leicht.
Gut, wenn der Brite Cameron weiterhin den USA in den Enddarm kriechen will, dann soll er das tun, jedoch sollte ihm auch heftiger Gegenwind aus ganz Europe entgegen wehen. Hier werden permanent europäische Werte mit Füssen getreten, aber von den anderen wird das stillschwiegend hingenommen. Aufklärung sieht anders aus. Das ganze ist eine Farce.
Wow! Der Brite Cameron! Ein verächtlicher Kriecher! Das klingt ja fast wie eine Kriegserkärung.
Nicht, dass wir uns daran schon wieder verheben. Die Briten sind halt auch sehr gut in IT und hatten sogar die deutsche Enigma geknackt. Im vorliegenden Fall sind sie nicht Helfershelfer, sondern kompetente Mittäter.
Natürlich ist das Ganze eine Farce. Merkel muss aus innenpolitischen Gründen die Gekränkte und Beleidigte spielen, obwohl ich wette, dass sie die Angelegenheit viel professioneller sieht. Durch die Publikation ist die Sache ein Aufreger geworden, der beträchtliches nationales Augschäumen zur Folge hat.
Aber machen können sie und die anderen betroffenen Nationen nichts.
Außer vielleicht, sich mal auf die Hinterbeine klemmen und einen eigenen Verschlüsselungschip bauen. Ihn im Ausland kaufen, grenzt an Idiotie.
Jeder weiß, dass man sich in sicherheitsrelevanter Umgebung keine Hardware auch China und vor allem keinen USB-Stick in den Rechner schieben darf, weil auf unzugänglichen Sektoren ein kleines Progrämmchen liegen könnte, das nach Haus telefoniert. Und es kann auch in einem Chip fest verdrahtet sein.