Das kannst du so auch nicht sagen.
Ich spreche von WK1. Deutsche Industrieprodukte hatten damals einen miserablen Ruf, sie gingen schnell kaputt. Darum das Label "Made in Germany", eine Auflage der allierten Sieger. Für britische Maschinen gab es um 1900 Ausfuhrverbote, damit sie nicht abgekupfert werden konnten. So war die Lage gewesen.
Ursache: Das deutsche Facharbeitersystem.
Musst Dir das so vorstellen: Der Facharbeiter soll ein Getriebe zusammenbauen. Ob was draus wird, ist abhängig von seinem Geschick. Da stehen also die Kisten mit den verschiedenen Zahnrädern herum, aber er kann sie nicht nehmen, wie sie kommen, die Toleranzen sind viel zu groß. Er muss probieren, welche am besten zusammenpassen und vielleicht mit der Feile nachbearbeiten. Dafür braucht er Fingerspitzengefühl und einen guten Tag. Wenn er die Nacht durchgesoffen hat, ist das Getriebe vermutlich nach zwei Monaten im Eimer.
In England war man mit der Präzisionsfertigung von Teilen viel weiter, und die Amerikaner haben sie perfektioniert. Die hatten nämlich keine Facharbeiter, dafür aber viel Erfahrung mit industrieller Präzisionsfertigung, wegen Schusswaffen, Nähmaschinen und Schreibmaschinen. Bei denen ist höchste Präzision geboten, sonst klemmt's.
Folge: Der Facharbeiter scheidet als Fehlerquelle aus. Die Teile passen immer und müssen nie nachbearbeitet werden. Zusammenbauen können sie Ungelernte am Fließband. Und die Maschinen, die dabei herauskommen, sind extrem haltbar und zuverlässig wir das berühnte Modell T von Ford.
Wenn man sich so ein System schon abgucken kann, ist es leicht, es nachzumachen. Die Mathematik hat Jahrtausende gebraucht, um bis zur Differenzialrechnung zu kommen, ein Schüler schafft das heute in 9 Jahren. Und genau so ist es mit Maschinen. Wenn eine existiert, kann man sie auch nachbauen. Wie lange man dafür braucht, hängt ab vom Einsatz an Manpower und Kapital.