[Politik und Gesellschaft] USA: Gleichgeschlechtliche Ehe ab sofort in allen Bundesstaaten legal

Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichts der Vereinigten Staaten, dem Supreme Court, widersprechen Verbote der Homosexuellenehe dem Gleichheitsgebot der amerikanischen Verfassung. Die Richter entschieden hierbei mit fünf zu vier Stimmen.

Richter Anthony Kennedy begründete die Entscheidung damit, dass es ein Grundrecht auf Eheschließung gebe, wovon auch Homosexuelle nicht ausgeschlossen werden dürfen. Die vier konservativen Richter, die gegen die gleichgeschlechtliche Ehe stimmten, verwiesen unter anderem auf historische Ehe-Definitionen.


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Inzestuöse Beziehungen sind etwas anders zu betrachten imho, da hier das Risiko bei einer Schwangerschaft ungleich höher ist, dass das daraus resultierende Kind eine Behinderung aufweist. Ist also, wie ich finde, etwas komplexer als bei gleichgeschlechtlichen, nicht verwandten Partnern.

Anderes Beispiel: Eine 9jährige "liebt" ihren Lehrer, und da dieser pädophil ist, lässt er sich darauf ein und würde sie gerne heiraten.
Jetzt kommen natürlich die Argumente, dass sie so etwas noch gar nicht entscheiden könnte usw, aber Liebe ist nun mal Liebe. Das darf natürlich nicht das alleinstehende Argument sein, da gebe ich dir recht.

Worauf ich hinauswill, ist folgendes: Solange es einen oder mehrere rationale Gründe dafür gibt, dass eine Beziehung zweier Menschen nicht eingegangen werden darf (ein Partner zu jung, bestehende Verwandtschaft->Risiko bei Nachkommen zu hoch), sollte dies auch generell geregelt bleiben.
Natürlich stellt bei letzterem auch hier die gleichgeschlechtliche Beziehung eine Besonderheit dar, da hier leibliche Nachkommen ausgeschlossen werden können. Vater und Sohn müssten also meiner Auffassung nach zufolge dürfen.
Hier wurde seitens des Gesetzgebers eine klare Grenze gezogen, dass das halt so nicht möglich wäre. Sollte das erlaubt werden?
Ich weiß es nicht.
Besteht Bedarf?
 
Was soll es, hier mit einem Recht zu argumentieren? In den USA setzen sich mit Glück 5 gegen 4 Richter durch in der Ansicht, ein solches Recht besteht. 4 Richter sind also entweder zu dumm, um zu erkennen, dass ein solches Recht besteht, oder es gibt eben nichts zu erkennen, sondern nur zu erschaffen. Nun sollen höchste Gerichte eigentlich keine Rechte schaffen, sondern aus der jeweiligen Ordnung heraus Rechte ableiten und abwägen, wenn die Rechtsordnung widersprüchlich ist.

Gäbe es tatsächlich das Recht, dass Homosexuelle heiraten dürfen, das sich beispielsweise aus der Würde des Menschen ergibt, wäre die Diskussion dazu in Deutschland mit der Gründung der BRD beendet gewesen. Es lässt sich aber nicht einfach so daraus ableiten. Die Schwerpunktsetzung darauf, dass da ein noch unentdecktes Recht ist, das uns - einmal erkannt - dann dazu zwingt, dass wir es anerkennen und dass wir unsere Gesetze ihm anpassen, ist doch reichlich naiv. Naiv, weil so angenommen wird, dass die bisherige Rechtsordnung die Prämisse bildet für einen zwingenden Schluss auf das jeweilige Recht. Pech für diejenigen Menschen, deren höchste Richter dem nicht zustimmen, oder die in Rechtsordnungen leben, die solche Rechte selbst mit Phantasie nicht hergeben.

Tatsächlich geben rechtliche Überlegungen nicht den Ausschlag, sondern dienen höchstens nachträglich als Rechtfertigung. Was den Ausschlag gibt ist ein Wandel der Lebensweise in der Gesellschaft und ein Erkennen der jeweiligen Bedingungen, unter denen manche Menschen dieser Gesellschaft leben müssen. Wer sich ernsthaft in die Situation versetzt, in der sich Homosexuelle in manchen Aspekten ihres Lebens befinden, beispielsweise bei der Adoption, wird deren Leid erkennen. Und weil die wenigsten Menschen bewusste Sadisten sein möchten, werden sie dieses Leid beenden wollen. Vielleicht erst mit der Überlegung, sie zur Heterosexualität bekehren zu wollen, aber über die Zeit hinweg setzt sich vielleicht die Erkenntnis durch, dass das nicht gelingt, sondern nur noch mehr Leid hervorruft.

Ich denke, in den USA führte diese Entwicklung jetzt dazu, ein eigentlich neues Recht zu begründen, nicht aus logischer Ableitung heraus, sondern durch ein Übereinstimmen von rechtlicher Möglichkeit und Wille, ein bestimmtes Leid zu beenden.
 
Dann sollten auch keine Ehen mehr geschlossen werden bei Personen über 40. Die Wahrscheilichkeit für z.B. Downsyndrom steigt dann mit dem Alter erheblich. Menschen mit Erbkrankheiten schon gleich gar nicht.

Besteht für Homosexuelle der Bedarf für Ehe?
Nein. Bei der Ehe geht es um Ehegatten. Wie das Wort schon sagt, geht es um Gatten. Also um Begattung. Da dies in bei Homosexuellen nicht möglich ist, erübrigt sich alles weitere.
 
Also ich kann mir kaum was "selbstverständlicheres" als die Liebe zweier Menschen (und in diesem Fall eben gleichgeschlechtlich) vorstellen...

die liebe ist doch längst erlaubt, wo ist das problem? :unknown: - wenn du für freie liebe kämpfen willst, dann kämpfe für geschwisterliebe, denn die ist immernoch verboten ( )..

ironischerweise wird § 173 ebenfalls mit "schutz der familie" begründet; genetische risiken für ggf. gezeugte kinder stehen da eher im hintergrund (auch wird nicht zwischen homo- und heterosexuellen geschwistern unterschieden).. allein die genetik hat hier für das verbot nicht gereicht, denn dann hätte man das verbot auf viele andere risikogruppen ausdehnen müssen (erkrankungen, veranlagungen, alter), was ja eindeutig die menschenwürde verletzen würde..

nicht dass ich inzest gern legalisieren würde (und letztlich derartige ehen), aber bisher hat mir noch kein homo-befürworter erklären können, warum die gesetzliche "ehe" - wenn sie schon von traditionellen und religiösen definitionen abgekoppelt ist bzw. wird - nicht auch für jede art von verbindlicher partnerschaft unter gleichberechtigten partnern gelten soll; das schließt polygamie ein und eigentlich auch ehe unter nahen verwandten (nur das pimpern ist [noch] verboten, nicht das heiraten ;)).. wenn man sich von der ursprünglichen bedeutung der ehe (= eid vor gott und zeugen im rahmen des religiösen glaubens) verabschiedet hat und stattdessen einen sekularen zivilrechtlichen vertrag draus macht - was de facto ja schon vor urzeiten geschehen ist, auch bei der "normalen" heteroehe - darf man nicht inkonsequent sein und intoleranz mit denselben traditionen begründen, die man hinter sich lassen wollte ;)...
 
Sehr gute Entscheidung wenn auch so etwas schon viel früher hätte entschieden werden müssen. Absolut beschämend das wir bzw. unsere Regierung in dieser Frage rückständiger sind als die USA.

CDU - Homoehe wäre doch nicht mit Christlichen Werten unter einen Hut zu bringen. Wie die Bibel schon gelehrt hat:
Christentum schrieb:
Röm. 2 (11) Denn vor Gott sind alle Menschen gleich [außer Frauen in ihrer Geschlechterrolle und Homosexuelle und Ungläubige und....].
 
(Mk 12,29 ff [EU])
„Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.
Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.“

Gibt es eigentlich gegen Nordkorea auch eine Kampagne weil niemand erzählt wie toll es dort ist?

Durch die Beschlüsse in Irland und den USA gibt es keine neuen Argumente, aber es könnte gerne zum Anlass genommen werden dem BVerfG die alten Argumente nochmal an den Kopf zu werfen. Ich möchte mich fast schon enttäuscht abwenden und "Was will man von einem Land erwarten das §175 bis 1994 hatte" seufzen.
 
Wie erwartet, wird dem Begriff der Ehe offenbar etwas heiliges, nicht veränderliches zugesprochen. Nach dem Motto: Nur Gott allein kann entscheiden wer heiraten darf.

Das ist doch Schwachsinn und in der Tat sehr rückständig. Ehen werden heute nicht mehr unbedingt in der Kirche und vor Gott geschlossen. Die Mehrzahl der Trauungen in DE finden im Standesamt vor einer Standesbeamtin statt.

Das was ich hier im Forum gelesen habe, sind keine Argumente gegen die Homoehe. Es sind völlig andere Baustellen:
- Inzest
- Pädophilie
- behinderte Kinder

Die Homoehe bringt keine behinderten Kinder hervor. Die Homoehe können keine Familienmitglieder schließen. Die Homoehe vergewaltigt keine Kinder.

Die Homoehe kratzt allerdings am rückständigen Weltbild einiger Heteros, die für sich in Anspruch nehmen das Maß aller Dinge zu sein.
 
Warum sollen Familienmitglieder den von der Homoehe ausgeschlossen werden?

Die homosexuelle Verbindung bringt nicht nur keine behinderten Kinder hervor, sie kann gar keine Kinder hervorbringen. Somit fehlt ihr die Funktion als Vorstufe der Familie, aus deren verfassungsmäßigen Schutz sich der Schutz der Ehe ableitet.
 
@KaPiTN:
Eine Familie besteht aus zwei Elternteilen und mindestens einem Kind. Es ist also wesentlich sinnvoller, homosexuellen Paaren die Adoption von bestehenden Kindern zu ermöglichen, als krankhaft an einer Verbindung aus zwei getrenntgeschlechtlichen Partnern festzuhalten, deren Lebenspartnerschaft (etwas anderes ist es nämlich erstmal nicht) mitunter ebenfalls kinderlos bleibt (sei es aus biologischen oder egoistischen Gründen).
 
"rückständiger sind als die USA"
"Homophobie, ich hör dir trapsen"
"rückständig"
"rückständigen Weltbild"
"krankhaft"

Wer seinen Beiträgen dermaßen auf Diskreditierung des Andersdenkenden setzt, ist sich wohl, zumindest unbewußt, seiner schwachen Position bewußt.

Sicher können 2 gleichgeschlechtliche Menschen eine Gemeinschaft bilden und Kinder, die man versorgt müsden nicht die eigenen sein.
Das sind aber alles soziale Konstrukte, während die Verfassung die Keimzellen des Staates nach dem beurteilt, was die Natur vorgibt. Und Kinder entstehen nun mal aus der Verbindung aus Mann und Frau. Wie schon erwähnt hat das Wort Ehegatten etwas mit begatten zu tun, die Vereinigung von Männchen und Weibchen mit dem Zweck der Fortpflanzung.
 
Wie schon erwähnt hat das Wort Ehegatten etwas mit begatten zu tun, die Vereinigung von Männchen und Weibchen mit dem Zweck der Fortpflanzung.

Nichts für ungut aber das ist Nonsense. Gatte kommt vom mittelhochdeutschen "gate" (gleichgestellt). Mit "begatten" (rofl) hat das nichtmal im entferntesten was zutun.
 
Herkunft und Bedeutung sind unterschiedliche Dinge.
Vögeln hatte ursprünglich etwas mit Fegen zu tun, die heutige Bedeutung dürfte bekannt sein.
 
Worauf ich hinauswill, ist folgendes: Solange es einen oder mehrere rationale Gründe dafür gibt, dass eine Beziehung zweier Menschen nicht eingegangen werden darf (ein Partner zu jung, bestehende Verwandtschaft->Risiko bei Nachkommen zu hoch), sollte dies auch generell geregelt bleiben.
Natürlich stellt bei letzterem auch hier die gleichgeschlechtliche Beziehung eine Besonderheit dar, da hier leibliche Nachkommen ausgeschlossen werden können. Vater und Sohn müssten also meiner Auffassung nach zufolge dürfen.
Logische Argumentation aber wirkungsloser Ansatz. Dass ein Sohn seine Mutter nicht ehelichen darf, hindert ihn daran, steuerliche Vorteile zu erhalten - nicht, sie zu schwängern...
 
Herkunft und Bedeutung sind unterschiedliche Dinge.

Das erinnert mich irgendwie an:


pippi.jpeg

SCNR :D
 

Auf Deinem nicht? :unknown:

gatten von mittelhochdeutsch gaten „zusammenkommen, vereinigen, sich aneinanderfügen, sich ineinanderfügen

Dass mit dem Vögeln ziehe ich zurück. Das war Höhrensagen und scheint falsch zu sein.
 
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