1) So wie ich den Artikel, den Trolling Stone verlinkt hab, verstanden hab war es bei Gott kein "Wir stellen da ein paar Überwachungsstationen auf und 2 Tage später haben wir den Übeltäter!" sondern sie mussten dann auch noch MASSIV die Daten, die sie so gesammelt haben, auswerten, aufbereiten und dann noch mit anderen Daten abgleichen. Das ist eine mörderische Arbeit und lohnt sich bei Gott nicht für ein minimales Verbrechen - dafür gibt es wie gesagt andere Mitteln und Möglichkeiten um etwas nachzuweisen.
Wer sagt dir denn, dass das in ein zwei Jahren mit voranschreiten der Hardware und auch Software nicht völlig einfach möglich ist? Wenn ich das richtig verstanden habe, haben die ja nur über einen längeren Zeitraum gesammelt, damit sich immer eindeutigere Übereinstimmungen ergeben. "MASSIVE" Datenauswertung - und Aufbereitung sieht für mich anders aus, einfaches Ausschlussverfahren. Die Menge der gesammelten Daten dürfte ja schon für heutige Rechentechnik kein Problem sein, wenn es nur um ein Ausschlussverfahren geht.
Wenn die Daten einmal vorhanden sind, findet man früher oder später auch einen Weg, sie zu verwenden, verlass dich drauf.
2) Soweit ich weiß ist der Plan des deutschen Verkehrsministeriums das man einfach die Vignette im elektronischen Format verwaltet. Sprich: Es wird nichts aufgeklebt sondern man nennt sein Kennzeichen, sagt für wieviel Tage man die Vignette braucht und dann wird das im System eingetragen. Die Mautbrücken bzw. Kameras würden also nur ein Bild vom KFZ machen, wenn es eine Stelle passiert, würden das Ganze an ein zentrales System schicken welches wiederrum die Daten mit der Datenbank vergleicht und dann als OK / zur Überprüfung durch Mitarbeiter markiert. Voll Automatisch lässt sich so ein System eh nicht fahren.
Was spricht denn gegen eine klassische Vignette? Die kann auch schnell und einfach ohne zusätzlichen technischen Aufwand von der normalen Polizei überprüft werden.
Eine 100% Kontrolle durch Mautportale gibts ja jetzt bei der LKW-Maut auch nicht, sind ja imho nur Stichproben. Die Stichproben können doch auch von der Polizei durchgeführt werden

Das spart doch unglaublich viel Kohle, wenn man dafür nicht extra wieder ne ganze Verwaltung und diese Erfassungsmaschinerie bezahlen muss...
3) Überwachungsstaat? Sorry, aber dafür gibt es bereits andere Mittel und Wege um das wirklich Effizient durchzuziehen. Ich kann bsp. mit den Informationen von einem Bankkomaten (Kamera + Name!) ein komplettes Bewegungsprofil anhand von Überwachungskameras vollziehen. Da brauch ich kein "Hat die Maut bezahlt? J/N".
Und selbst wenn es bsp. für so etwas wie "Jemand steht im dringenden Tatverdacht eine Entführung durchgeführt zu haben und muss lokalisiert werden" verwendet wird müssen die Anwendungsfälle klar und deutlich im Gesetz niedergeschrieben werden. Aber prinzipiell macht so ein System weitaus mehr Sinn wenn man es flächenddeckend einführt (sprich an jeder Auffahrt so eine Kamera installieren) da man somit auch Vignettensünder schnell erfassen und zur Kassa bitten kann.
Ist es nicht schon schlimm genug, dass es dafür heute schon Möglichkeiten gibt? Muss dann noch eine weitere geschaffen werden, die eine Ausweichmöglichkeit darstellt, falls die Überwachung über andere Kanäle mal ausfallen sollte?
Ich möchte auch bezweifeln, dass heutige Gesichtserkennungssoftware tatsächlich schon so zuverlässig arbeitet wie in Serien à la "Point of Interest". Und wenn doch: Tja, im städtischen Bereich sind mittlerweile schon so viele Kameras vorhanden, dass eine beinahe lückenlose Verfolgung möglich wäre. Aber wo gibt's noch nicht genug Kameras dafür? Richtig, auf den Straßen, die die Städte verbinden. Dann lass uns doch da mal welche an jeder Auffahrt installieren!!1!elf
Also manchmal...
Das die Festschreibung der Verwendungszwecke(der erfassten Daten) im Gesetz völlig sinnlos ist, da das sowieso keiner kontrolliert ist dir bewusst, oder?