[Netzwelt] Facebooks fragwürdige Gemeinschaftsstandards: Antisemitismus vs Nacktheit

Ein zeigt die teils fragwürdigen " " von Facebook auf und macht damit in sozialen Netzwerken und den Tageszeitungen die Runde. Diese Standards sollen regeln, welche Inhalte in der Community erwünscht sind und welche aus dem System - zumindest öffentlich - entfernt werden. Die Vergangenheit zeigt, dass Bilder von nackter Haut auch ohne pornographische Darstellungen entfernt wurden, während Gewaltvideos und rassistische Postings verbreitet werden durften.

Martin Schmitt aka Unixtippse zeigt in einem kleinen, sozialen Experiment auf, wie Facebook zum Teil auf Löschanfragen reagiert. Er meldete ein Hass-Posting auf Facebook, das direkt zu Waffengewalt gegen Moslems und Juden aufruft, erhielt daraufhin von Facebook aber lediglich die Nachricht, dass das Posting den Gemeinschaftsstandards nicht widersprechen würde.

Der :

(Zitat) "Weil das verschissne judenpack und moslemgematsche uns immer mehr vereinnahmt. ...wir sind die. ..die keine Zukunft mehr haben in unserem Land. ....drum ran ans Gewehr Kameraden oder was euch auch für ne Waffe in die Hände kommt. ....nutzt sie und wehrt euch. ....... wir müssen die Maden auslöschen!!!!!!!!!"

des Löschantrags mit der Nachricht:

(Zitat) "Danke, dass du dir die Zeit nimmst etwas zu melden, was eventuell gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt. Meldungen wie deine sind ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit auf Facebook und tragen zu einer einladenden Umgebung bei. Wir haben den von dir wegen Hassbotschaften -und symbole gemeldeten Kommentar geprüft und festgestellt, dass er nicht gegen unsere verstößt."

Am nächsten Tag meldete @unixtippse ein weiteres Posting, das eine Frau und einen Mann mit Unterwäsche bekleidet am Bett zeigt. Das Foto wurde von Facebook entfernt und :

(Zitat) "Wir haben den von dir wegen Nacktheit gemeldeten Beitrag geprüft. Da er gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt, haben wir ihn entfernt. Danke für deinen Bericht. Wir teilen Brigitta Dudás mit, dass sein/ihr Beitrag entfernt wurde, aber nicht, wer ihn gemeldet hat."

Quellen:

 
Die Vergangenheit zeigt, dass Bilder von nackter Haut auch ohne pornographische Darstellungen entfernt wurden, während Gewaltvideos und rassistische Postings verbreitet werden durften.

Das ist doch typisch für die USA. Hier mal ein zitat von George R.R. Martin

I can describe an axe entering a human skull in great explicit detail and no one will blink twice at it. I provide a similar description, just as detailed, of a penis entering a vagina, and I get letters about it and people swearing off. To my mind this is kind of frustrating, it’s madness. Ultimately, in the history of [the] world, penises entering vaginas have given a lot of people a lot of pleasure; axes entering skulls, well, not so much.

Ist doch allgemein bekannt das die so drauf sind, ich glaube auch nicht das die das verändern wollen. Ist ja auf English sprachigen Communities auch oft so das Selbstjustiz als gut dargestellt wird. Sehe ich zum beispiel immer wieder auf Reddit.
 
USA halt. Waffen und Gewalt ok, nackte Körper pfui.

Andererseits muss man dazu sagen, dass die Prüfung immer noch von Menschen vorgenommen wird und an deren Fehlbarkeit kann facebook nun mal nichts dran ändern. Ich habe auch schon davon gehört, dass gemeldete Beiträge zunächst als nicht gegen die Richtlinien verstoßend klassifiziert wurden, nur um wenige Stunden später dann als doch gegen die Richtlinien verstoßend erkannt zu werden. Alles in allem würde ich bei 2 Beiträgen, die der Nutzer anführt, kein Drama machen.
 
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  • #23
Du würdest kein Drama daraus machen,wenn jemand öffentlich zum Mord an Juden und Moslems aufruft? Na bumm ...
 
Du würdest kein Drama daraus machen,wenn jemand öffentlich zum Mord an Juden und Moslems aufruft? Na bumm ...

So bescheiden ich diese Politik auch finde, was soll man sich da nu groß drüber aufregen? Es gibt so viele radikale Propaganda im Netz, da stört mich der eine Spinner auch nicht mehr als die anderen. Da läuft grundsätzlich was falsch. Wird man aber wohl mit leben müssen.
 
Du würdest kein Drama daraus machen,wenn jemand öffentlich zum Mord an Juden und Moslems aufruft? Na bumm ...

Lern lesen! Mir ging es bei der Aussage nicht um den Inhalt der Postings, sondern um die offensichtliche Fehlentscheidung, die Facebook getroffen hat.
Bevor du mir so eine Scheiße in den Mund legst, von wegen ich würde die Inhalte tolerieren, denk mal für 2 Cent nach!

Ich würde kein Drama daraus machen, wenn bei den tausenden Beschwerden auch Fehlentscheidungen passieren. Es wäre absolut unmenschlich, gäbe es bei einem Unternehmen dieser Größe und Datenmengen dieses Ausmaßes keine menschlichen Fehlentscheidungen! Es sind eben Menschen, die die Beschwerden kontrollieren und wie immer bei Menschen können bewusst oder unbewusst Fehler passieren. Sei es der Mitarbeiter, der 10.000 Beschwerden in der Stunde durcharbeitet und dem ein solcher Aufruf doch mal durch rutscht oder sei es der Rassist, der seine eigene Einstellung in dem Beitrag vertreten sieht. Das passiert und dafür kann Facebook als Unternehmen absolut nichts.

Der Aufruf zum Mord, egal an wem, da mache ich keinen Unterschied ob an Juden, Moslems, Christen, Atheisten (, ...) ist natürlich schrecklich. Dagegen sollte man aber nicht bloß mit einem Löschen des Postings reagieren, sondern rechtliche Konsequenzen ziehen.
 
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  • #26
Alles in allem würde ich bei 2 Beiträgen, die der Nutzer anführt, kein Drama machen.

Ich kann eigentlich gar nicht so schlecht lesen, für mein Alter :) Einer der zwei Beiträge ist halt der Aufruf zum Mord und auf den war die Aussage bezogen. Missverständnis maybe, wollt dir natürlich keine Ausländerfeindlichkeit whatsoever unterstellen. All irie, mate <3
 
Da hats ja immerhin mal einen erwischt. 4800.- Euro Strafe oder 120 Tage Haft:

Ich bin dafür, dass wir die Gaskammern wieder öffnen und die ganze Brut da reinstecken.
Wenn das (und wohl noch ein paar andere, ähnliche Äußerungen) "schon" reicht, dann kann man ja Facebook eigentlich bald dichtmachen und die Polizei hätte ganz schon viel zu ermitteln. Von dem ganzen anderen Kram, der da abgeht, mal ganz abgesehen, wobei da vieles halt noch nicht strafrechtlich relevant ist, bzw. schlicht nicht verboten.
 
Deutschlands einzig seriöse Zeitung, der Postillon, hat nun übrigens ebenfalls über das Thema berichtet:

Vorwürfe, dass Facebook zu zögerlich gegen Hetze und Naziparolen vorgeht, weist der Konzern zurück. Erst kürzlich habe man einen Nutzerkommentar gelöscht, in dem ein junger Mann forderte, "dass kriminele Ausländerpakk auf den nächsten Güterzug [zu] pakken", weil auf einem an den Post angehängten Foto von einer Pegida-Demo bei 50-facher Vergrößerung ein halbverdecktes Tattoo zu erahnen war, auf dem eine nackte Frau abgebildet gewesen sein könnte.
Es sind Erfolge wie diese, auf die das Unternehmen stolz ist. "Unsere Nippelscanner laufen rund um die Uhr. Sobald ein Nazi ein falsches Bild postet, haben wir ihn."



:T
 
ich seh das nicht so lax und finde, eine Firma darf sich nicht erst bewegen, wenn abgeschlagene Köpfe auf ihren Servern liegen, oder Bombendrohungen verbreitet werden. Bei 1,5 Milliarden reg. Usern und 4 Milliarden Umsatz ist es mit 'bleib halt weg' nicht getan. Solang niemand was einfordert, gibts auch wenig Gründe für FB, Geld in die Hand zu nehmen und Mitarbeiterzahlen in Dublin für mehr als das Marketing-Management aufzustocken. Personen & Gruppen zu ünterstützen, die eh mit denen Dinge aus- und verhandeln, wäre bei der Gelegenheit eine Möglichkeit.

Das man über einen Code of Conduct und vernünftige Gruppenrichtlinien überhaupt reden muß.. (wenn dabei nicht ab und an ein paar OpenSource Sachen abfallen würden; obwohl, fragwürdige Tests/Zertifizierungen ihrer Open-Compute-Server, klingt genauso kack..)

 
Also ich muss mal kurz meine Erfahrungen hier posten, weil ich FB sehr viele rassistische Sachen gemeldet habe. Dass diese partout nicht gelöscht werden, ist eine Behauptung die so nicht stimmt. Meine Erlebnisse waren mal so, mal so. Es gab Momente, da wurde die offensichtliche Leugnung des Holocausts nicht als Verstoß gegen die Gemeinschaftsstandards gewertet. Aber mindestens genauso oft gab es Fälle, wo solche Posts schon nach der ersten Meldung zeitnah verschwanden.

Interessant war auch die Zeit von Hooligans gegen Salafisten. Deren Seiten waren schneller wieder weg, als so mancher gucken konnte. Wenn es also direkte Gewaltaufrufe gab, hat Facebook eigentlich so gut wie immer konsequent gehandelt und die Posts/Seiten entfernt. Generell überlegen offensichtliche Gruppen/Seiten von Nazis eher selten. Wenn, dann dann schreiben die auch gekonnt durch die Blume und umgehen so eine Löschung.

Wenn ich mir so die History meiner Meldungen anschaue bezweifel ich ganz einfach, dass da überhaupt Menschen die Meldungen per Hand überprüfen. Kommt mir eher so vor, als wenn bestimmte Stichworte fallen müssen, damit ein Beitrag/Seite verschwindet. Vielleicht landet die Meldung auch erst nach x vielen Meldungen bei einem tatsächlichen Supporter der Seite? Ich meine, wie viele Mitarbeiter müsste Facebook bitte beschäftigen, damit wirklich jede Meldung ausreichend gesichtet wird? Im Gegensatz zu einem Forum, bezweifel ich dass es dort freiwillige Helfer gibt.

Was man Facebook definitiv vorwerfen muss, ist dass ihr Support mega verschachtelt ist. Anscheinend bewusst, damit die Flut nicht noch größer ist.
 
Facebook ist für die Behörden eine Art Spionagetool, wer weiß, ob das überhaupt im Interesse des Staates/Unternehmens ist, Holocaustleugner etc. zu melden und zu bestrafen?

Vielleicht will man ja ein Auge auf sie werfen?
 
Die werden ja definitiv bestraft, bzw werden die Beiträge beseitigt. Trifft halt nur nicht immer zu. Weshalb du aber teilweise mit deiner Theorie Recht haben könntest ist, dass ich bisher noch nie mitbekommen habe, dass ein Benutzerprofil deswegen geschlossen wurde.
 
Ich finde das Thema durchaus interessant und einer Diskussion würdig, doch wie ist das eine News? Ist unixtippse bekannt oder gab es ein großes Medienecho, mir fehlt da etwas die Relevanz. Wie gesagt wenns im P&G einen Thread gäbe der eingeleitet wird mit, "ich hab letztens auf Twitter gelesen dass.." und danach genau die selbe Diskussion kommt wäre es ja vollkommen legitim.

EDIT: Da Maas an Facebook wegen genau diesem Vorgehen gehen fremdenfeindliche Posts geschrieben hat, hat es doch Relevanz man müsste es nur eben daran aufhängen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Einen zugegebenermaßen guten Punkt brachte ein User auf reddit bezüglich der : Da Facebook ein internationales Unternehmen ist, wird sich immer irgendwer darüber aufregen, was nun erlaubt ist und was nicht. In den USA sieht man es vermutlich genau andersrum. Da stören sie sich halt an Nacktheit und geben mehr auf freie Meinungsäußerung, egal, wie aggressiv und daneben sie auch ist. Andererseits ist es halt dann sicher mindestens teils Aufgabe eines Unternehmes, dass sie die Gesetze in allen Ländern einhalten, in denen sie operieren.

Und dann kam noch fefe, , dass es mehr an der Polizei sein sollte, so Leute zu ermitteln, anstatt dass Facebook der Schwarze Peter allein zugeschoben wird und man durch Löschen solcher Kommentare das eigentliche Problem nicht aus der Welt schafft und sogar ein falsches Bild entsteht, also dass es gar nicht so viel Fremdenhass gebe. Den Punkt sehe ich auch ähnlich. Doch muss man denke ich dazusagen, dass eben solcherlei Kommentare dann zu einer Akzeptanz und Gruppendynamik führen, wenn Menschen sehen, dass andere sich schon drüber aufregen und sie dann plötzlich auch "den Mut" haben, dies zu äußern oder darin sinnvolle Argumente sehen.

Nicht ganz einfach. :-)
 
Fragwürdig ist bei den "Gemeinschaftsstandarts" schon arg untertrieben...
Die haben mein Konto wegen folgendem Bild eine Zeit lang eingeschränkt:

i control your life.jpg

ACHTUNG:
NSFW!
Denkt an die Kinder!
HArdcore-Pr0n!
Nur auf eigene Verantwortung öffnen!
 
Ich habe den Beitrag über mir jetzt schon vor einer ganzen Stunde gemeldet.

Rassistische, hetzerische Beiträge werden hier ausgeblendet, aber Kinderpornografie nicht? :buh:



Zum Thema: Eigentlich ist es doch einfach. Facebook den Rücken kehren. :unknown:
Wie kann man sich nur so abhängig machen von einem Konzern? Google gehört da im übrigen auch zu.
 
der Spagat zwischen freier Meinungsäußerung und Zensur funktioniert nur über Kompromisse. Ich wäre froh, wenn wir auf ein "Bürgerschutzgesetz" wie in Spanien ab 1.7. verzichten. Deswegen ist es mir lieber, die Politik hält sich raus und die derzeitige allemal.

Dennis Horn vom WDR-Blog mit einem guten FB-Kommentar und 3 Bsp. für zu ungenaue Standards bei 'Direkte Bedrohungen' und 'Hassbotschaften', um die es ja vornehmlich geht: "Facebook hält sich an die eigenen Regeln - und genau deshalb werden viele Hasskommentare nicht gelöscht"

"1) Die "über den Teer gezogene dreckige Scheinasylantenfresse" ist lt. Gemeinschaftsstandards kein Problem: Es handelt sich weder um eine direkte Bedrohung noch stehen Asylanten in der Liste geschützter Gruppen, gegen die sich keine Hassbotschaften richten dürfen. Ergebnis: Der Kommentar steht nach wie vor online."

"2) Die Forderung, "Flüchtlinge im Massenlager zu verbrennen". Bedroht auch keine Einzelperson, und weil mit "Flüchtlinge" weder "Rasse" noch Ethnizität oder nationale Herkunft genannt sind, fällt er auch nicht unter den Punkt Hassbotschaften."

"3) Die Frage danach, "warum im Eurotunnel nur ein einzelner Flüchtling ums Leben gekommen ist. Auch hier: keine direkte Bedrohung einer Einzelperson, keine Hassbotschaft gegen eine bestimmte "Rasse" oder Ethnizität oder gegen Menschen einer bestimmten nationalen Herkunft. Kein Verstoß gegen die Gemeinschaftsstandards".
 
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