Einstellungen zu Religion in Deutschland

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Das verstehe ich teilweise schon und erkenne ich auch an. Meinen vermeintlichen Denkfehler jedoch nicht. Glauben ist doch nichts anderes, als etwas für wahr und richtig zu halten? Ich glaube an die Wissenschaft. Ich halte ihre Theorien für schlüssig, logisch, für wahr und richtig.

Wirklich selbst überprüfen und nachvollziehen kann man oftmals nur die wenigsten wissenschaftlichen Arbeiten als Laie. In diesem Fall vertraut man diesen Menschen und hält ihre Arbeiten für wahr. Man glaubt an sie.

Das stimmt zwar, allerdings bist du nur deshalb quasi dazu "gezwungen" an die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit zu glauben, weil du dich damit als Laie nicht auskennst und die Methodik, die zu diesen Ergebnissen geführt hat, nicht nachvollziehen kannst. Das ist aber etwas das du jederzeit ändern kannst (theoretisch, praktisch wirst du wohl kaum Zeit haben nebenbei z.B. ein Studium zur Teilchenphysik zu absolvieren). Die Wissenschaft verlangt von dir keinen Glauben an ihre Erkenntnisse und bittet dich nicht dein Herz für irgendwelche Ideen zu öffnen, weil sie sich nur mit nachweisbaren, unsere Realität betreffenden Dingen auseinandersetzt und du bist jederzeit herzlich eingeladen dich an diesem Prozess zu beteiligen und die bisherigen Ergebnisse wissenschaftlich zu hinterfragen.
Die (Natur-)Wissenschaft beschäftigt sich nicht mit Fragen nach Gott, dem Paradies, Gut und Böse und anderen Dingen, weil die nicht in unserer tatsächlichen Welt stattfinden und sich nicht mit der wissenschaftlichen Methode erfassen und beschreiben lassen. Das sind wirklich Glaubensfragen auf die jeder Mensch ganz persönlich eine Antworten finden kann, wenn er das möchte. Deshalb kann man eben auch an Gott glauben und religiös sein und trotzdem jeden morgen zum CERN fahren, im LHC irgendwelchen kleinen Teilchen mit ganz fantastischen Geschwindigkeiten miteinander kollidieren lassen und anhand der Ergebnisse eine wissenschaftliche Theorie zu Materiezuständen bei hoher Energie verfassen, ohne das dadurch ein Wiederspruch entstehen würde.

Ist ein kompliziertes Thema und mir fällt es auch nicht so leicht das alles halbwegs verständlich auszudrücken. Ich hoffe aber, dass der Unterschied so nochmal etwas klarer geworden ist.
 
Ich stimme dir bis hierhin in jedem Punkt zu, Seedy, außer:

Wer Glaubt, Homöopathie hätte eine andere Wirkung als ein Placeboeffekt, unterliegt einem Irrglauben.

Warum sollten Heilmittel aus der Natur nicht helfen?
Gras zu rauchen, kann auch eine medizinische Wirkung haben und wird teilweise im Ausland vom Arzt verschrieben. Nur mal so nebenbei.

Die altertümlichen Ansichten einiger Glaubensgemeinschaften sind nichts weiter als Humbug, um eben den Pöbel zu bändigen, keine Frage.
Dennoch kann der Glaube (und zwar nicht ala mach das und du wirst in der Hölle verrotten, sondern bzgl. der Weltanschauung im weitestem Sinne) kein Irrglaube sein. Denn ob ich nach meinem Tod einfach nicht mehr existiere, oder als eine "Kraft^^" irgendwo weiterlebe ist ebenfalls ein Glaube, der weder bestätigt, noch dementiert werden kann und es somit kein richtig oder falsch gibt.

Wie gesagt, die Wissenschaft (Natur-und Geistig) hat schon ihren Sinn, auch wenn das Weltverständnis noch in den Kinderschuhen steckt.
 
Ich stimme dir bis hierhin in jedem Punkt zu, Seedy, außer:
Warum sollten Heilmittel aus der Natur nicht helfen?

Tun sie oftmals, sogar nachweisbar.
Vor Aspirin, war Weidenrinde gang und gebe.
Ätherische Öle.
Antibiotische Wirkungen.

Alles NACHWEISBAR, hilfreich.

Ich meinte dieser Zuckerwürfel Globoli kacke, bei der sich das Wasser zufällig an die Wirkung erinnert, nicht aber an die Tonnen, Fischkacke, Umweltdreck und sonstiges.

--- [2014-12-11 19:37 CET] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Dennoch kann der Glaube (und zwar nicht ala mach das und du wirst in der Hölle verrotten, sondern bzgl. der Weltanschauung im weitestem Sinne) kein Irrglaube sein. Denn ob ich nach meinem Tod einfach nicht mehr existiere, oder als eine "Kraft^^" irgendwo weiterlebe ist ebenfalls ein Glaube, der weder bestätigt, noch dementiert werden kann und es somit kein richtig oder falsch gibt.
Du gibst dir die Antwort doch selber.
Es KANN auch ein Irrglaube sein.

Aber wenn ich die Wahl habe zwischen zwei unbestätigten Annahmen:

Wie
Rosa Einhörner Existieren.
und
Rosa Einhörner Existieren nicht.

Treffe ich die für mich Plausibler Klingende Wahl.

Sie Existieren nicht.
Damit spiele ich stochastisch gesehen besser.

Hab ich mich geirrt, ist es eben Pech.


Ich bin mir zu 99.9% Sicher das es keine Höhere Macht in der Form, wie sie in der Bibel/Tora/Koran beschrieben wird gibt.

Ich bin mir zu 98% Sicher, dass es überhaupt keine höhere Macht gibt, die irgendwie Bewusst handelt.

Ich könnte natürlich die Pascalsche Wette eingehen und einfach an Gott glauben um auf Nummer Sicher zu gehen.

Dann stellt sich mir aber die Frage:
Welche davon?
Islam
Judentum (dann hab ich eh verkackt, wegen auserwählten Volk)
Christentum

und wenn ja, welche Ausprägung?
Mormonen
Katholiken
Salafisten
....

ergo, Sinnlos das unterfangen :unknown:
 
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Hast du dir mal die Grundlagen der Homöopathie angesehen?

Nein? dann hols mal nach! Das Zeug hat nachweislich keinen Nutzen, diese ganze Vorgehensweise ist komplett widerlegt.
Man darfs auch hier "verschreiben" weil harmlose Placebo sind. Ärzte haben genau 2 Gründe den Kram zu verteilen:
1. Sie glauben du bist ein nervige Hypochonder
2. Gratisproben von Pharmafirmen die sie los werden wollen

Sieh dir mal das Gedicht "Storm" von Tim Minchin an. Gibts auch ein tolles Video zu.

Last but not least:
Fast alle Medikamente sind pflanzlicher Basis. (Auch hier wieder: siehe Wikipedia)
 
Zuletzt bearbeitet:
Von Jürgen Habermas ist vor langer Zeit das Buch

Wissenschaft und Technik als Ideologie

erschienen.

Erstaunlich, wie aktuell es geblieben ist.

Allerdings nicht bei Naturforschern. Die lehnen einen Glauben, an was auch immer, keineswegs ab, manche sind sogar ausgesprochen gläubig.

Gerade ihre Arbeit hat diese Menschen, Spitzenforscher zumeist, gläubig werden lassen. Sie haben erkennen müssen, dass Forscher immer weniger wissen, je länger sie forschen.

Um 1900 hat man gedacht: Paar Jahre noch, und alle Rätsel sind gelöst.


Heute werden die ungelösten Probleme mit einer verschlossenen Tür verglichen, deren Schloss man in jahrelanger Arbeit mit gewaltiger Mühe knacken kann.


Aber durch die Tür kommt man in einen Raum mit 10 verschlossenen Türen. D.h. je mehr man weiß, von desto mehr Dingen weiß man, dass man sie nicht weiß.
 
Der 25.12 ist nicht als Jesus Geburtstag bekannt.
Er wurde nachträglich in Anlehnung an das Frühlingsäquinoktium um die Kreuzigung als dieser definiert.

OT: Wieso ist es dann ein festes Datum? Karfreitag hängt doch vom Vollmond nach dem Frühlingsäquinoktium ab, also ein wandernder Termin?
 
Wissenschaft erhebt keinen Anspruch auf Wahrheit Aber Wissenschaft vermittelt Wissen und dies reproduzierbar. Und dabei geht es weniger um das warum, sonder um das wie etwas funktioniert.dabei bleibt das ganze flexibel und ist für Änderungen offen.

Diese Offenheit, bzw. seine Abweseneit, macht den Glauben für Wissenschaftler so unattraktiv. Hier soll man sich festlegen, wobei nicht mal die Voraussetzungen geklärt sind
 
Wissenschaft erhebt keinen Anspruch auf Wahrheit. Aber Wissenschaft vermittelt Wissen

Du weißt schon, dass die Definition von Wissen in etwa "nicht zufällig wahre Meinung" oder "gerechtfertigt wahre Meinung" ist? Etwas zu wissen bedeutet also, eine Meinung zu haben, die nicht zufälligerweise oder gerechtfertigterweise wahr ist. Wissen ist also mehr als nur den Anspruch auf Wahrheit: Wissen bedeutet, dass die Meinung tatsächlich wahr ist.

So sehr ich deine Intuition teile, glaube ich, entwickelst du deinen Gedanken vom falschen Punkt aus.
 
Nein. Es geht darum, wie man mit dem umgeht, was einem begegnet.

Kurz noch zur Wahrheit. Die mag es geben, aber die läßt sich nicht weitergeben. Du kannst zwar jemanden erzählen, was Du für wahr hältst, aber der muß es selber für sich als Wahrheit akzeptieren oder erleben. Eine Wahrheit ist nicht vermittelbar, man kann sie nicht sichtbar machen, allenfalls einen Tip geben, wo der andere sie vielleicht sehen könnte.

Wissen läßt sich vermitteln. Ich habe eine Baseballschläger und weiß, wie ich damit zu schlagen habe. Dieses Wissen kann ich weitergeben. Dann kommt plötzlich jemand mit einem Curveball und ich muß mein Wissen erweitern. Das läßt sich aber wiederum weitergeben.

Einstein hat Newton nicht widerlegt. Die Newtonchen Gesetze gelten weiter. Sie sind nicht universell.

Universell zu sein, daß mag der Anspruch von Wahrheit sein.
 
Ihr wollt gerne die Wissenschaft zu euerer Religion machen und wundert euch, dass das nicht klappt. Mathematisch gesehen gehören die zu unterschiedlichen Mengen. Es ist nicht möglich, an die Wissenschaft zu glauben, weil geglaubte Wissenschaft eben keine mehr ist. Mit der Religion genauso. Wer nicht mehr an seinen Gott glaubt sondern um seinen Gott weiß wird Kreuzritter oder Hassprediger.
 
@Nero:

Und wie definiert er nun Ideologie in Abgrenzung zu Religion?

Die Abgrenzungsfrage stellt sich nicht, weil keine Koexistenz existiert. Religion und Wissenschaft leisten das Gleiche, Legitimation und Machterhalt, nur jede für ihre Zeit. Es gibt natürlich Überschneidungen.

Analog zum Drei-Stadien-Gesetz vom Comte.

Im Kapitalismus wird Naturbeherrschung zum Fetisch, zum Götzen. Eigentlich fällt die Menschheit auf eine den großen Religionen vorangegange Stufe zurück. Schau Dir die Anbeter von Konsumartikeln an, die Warenfetischisten, die wir alle sind. Der deppischste fromme Bauer hat mehr im Kopf als diese komischen iPhone-Fetischisten. Die Verblödung schreitet voran, gerade bei denen, die sich besonders aufgeklärt fühlen.
 
Religion und Wissenschaft leisten nicht das Gleiche im Hinblick auf Machterhalt. Die Wissenschaft ist kein geeignetes Unterdrückungswerkzeug wie ihre schmutzige Schwester, die Technik. Religion war zu allen Zeiten ein Machtinstrument, sie nutzte dazu das Bedürfnis der Menschen nach Spiritualität und ihre Fähigkeit zur Transzendenz.
 
Ist ja aber auch irgendwie ein dämliches Argument, Religion ist eben nur ein Bedürfnis von vielen, das ausgenutzt werden kann. Manipulieren kann man Menschen auf ganz viele Weisen. Würde ja im Umkehrschluss bedeuten sämtliche Bedürfnisse des Menschen sind schlecht, weil sie ausgenutzt werden können?
 
Du weißt schon, dass die Definition von Wissen in etwa "nicht zufällig wahre Meinung" oder "gerechtfertigt wahre Meinung" ist? Etwas zu wissen bedeutet also, eine Meinung zu haben, die nicht zufälligerweise oder gerechtfertigterweise wahr ist. Wissen ist also mehr als nur den Anspruch auf Wahrheit: Wissen bedeutet, dass die Meinung tatsächlich wahr ist.

Wo hat Du das denn her?

Das ist einfach sprachliche Verschluderung durch Eliminierung aller Differenzen. Meinen ist das Gegenteil von wissen, basta. Durch dieses Weichspülbad werden alle Katzen grau. Sich sie ja auch, aber nur nachts, wenn Du farbenblind bist.
 
@Nero:

Schlage ein Lexikon auf oder lese Fachliteratur zum Thema Erkenntnistheorie. Dort stehen auch die Gründe, Wissen so zu definieren, wie es definiert ist, ebenso alle Schwierigkeiten dabei.

Das gilt übrigens auch für KaPiTN, der "Wissen, dass" (eher Wissenschaft) verwechselt mit "Wissen, wie es geht" (eher Technik) und den Zusammenhang zwischen Wissen und Wahrheit nicht so recht erkennt.

Es gibt einen Gegensatz zwischen "falscher Meinung" und "Wissen", aber keinen zwischen "Meinung" und "Wissen". Das sind nur verschiedene Begriffe, die insofern zusammenhängen, als dass Wissen auf die Meinung als notwendige Bedingung angewiesen ist.
 
Das 'wie' gibt es z.B. auch in der Biologie. Dann ergibt sich bei einem Prozeß aus dem 'wie' das 'daß', oder die Kombination aus 'daß' und 'wie'.
 
Wenn dich Wissen als Begriff wirklich interessiert, wirst du dich einlesen müssen, es gibt auch recht brauchbare Einführungen. Ansonsten bleibt es beim Stochern im Dunkeln und vielen Verwechslungen und Verwirrungen. Zumindest in diesem Thread würde sowieso jede größere Auseinandersetzung damit am Thema vorbei gehen, und auch insbesondere am Ziel des P&G-Forums als solchem. Das Wissen war nur insofern wichtig, als dass es erstens als Gegenbegriff zum Glauben angeführt wurde, was es nicht ist, und zweitens als etwas ohne Wahrheitsanspruch im Gegensatz zum Glauben der Religion, wobei Wissen gerade sogar über den Anspruch hinausgeht und tatsächliche Wahrheit impliziert. Beide Punkte sind eigentlich unstrittig, und wenn manche Bildungslücken vorhanden sind, bleibt nur der Verweis auf die entsprechende Literatur zur eigenständigen Weiterbildung.
 
Schlage ein Lexikon auf oder lese Fachliteratur zum Thema Erkenntnistheorie. Dort stehen auch die Gründe, Wissen so zu definieren, wie es definiert ist, ebenso alle Schwierigkeiten dabei.

Das ist keine Anwort. Wie Du weißt, hat jede philosophische Strömung ihre eigene Erkenntnistheorie, der Empirismus, der Neukantianismus, der Materialismus, der Idealismus und zahllose mehr. Gerade an der Erkenntnistheorie offenbaren sich die Differenzen.

In der Tradition, die mir am nächsten liegt, Frankfurter Schule, würde das, was Du in Sammelwerken gelesen hast, als seichter Relativismus kritisiert werden.
 
Zumal seine Definition theoretisches Wissen betrifft, das mir bekannte Vorgehen der Wissenschaft als empirisches Wissen bezeichnet wird.
 
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