Drogenpolitik

Geht euch woanders anpöbeln!
Es sollte hier eigentlich zuletzt um eine historische Perspektive auf das Drogenthema gehen, so wie sie teilweise in "The Knick" aufgezeigt wird. Gibt es dazu noch Meinungen?

1. Bist Du Mod?

2. Muss man die Serie "The Knick" gesehen haben? Warum?
 
Kern der Sache bleibt doch, daß die Zigarette nur gegen Zustände hilft, die ohne sie gar nicht vorhanden wären.
 
Reden wir jetzt ernsthaft davon, dass Zigaretten möglicherweise auch eine positive Wirkung in bestimmten Bereichen haben könnten?
Natürlich kann ich mich auch besaufen, wenn ich mit den Problemen der Welt nicht klarkomme. Da käme doch auch niemand auf die Idee, das als positives Merkmal des Alkohols anzupreisen :unknown:
 
Wieso nicht, lieber ein Säufer vorm TV, als ein Revoluzzer auf der Straße.
Wenn es keine allgemein sehr positiven Wirkungen hätte, wären Alkohol und Kippen doch gar nicht legal. Alkohol macht fröhlich, macht lustig, schafft Gesellschaft, lässt uns noch mehr Spaß haben. Kippen machen den tristen Fabrikalltag erträglich usw.
 
Warum nicht? Es geht einem dann doch in dem Moment besser, oder nicht? Ob das sinnvoll ist, insbesondere auf Dauer, ist dagegen etwas vollkommen anderes.

Das mit dem Rauchen zweifel ich allerdings auch an. Diese entspannende Wirkung ist meiner Ansicht und Wissens nach wirklich nur Einbildung. Man erreicht damit nur einen Zustand, der früher auch normal möglich war.
 
Wieso nicht, lieber ein Säufer vorm TV, als ein Revoluzzer auf der Straße.
Wen auch immer du mit Revoluzzer meinst, mir stellt sich die Frage, ob ich wirklich lieber bis auf die Arbeit untätige Menschen zuhause rumhängen hab, die sich ihre Probleme auf die eine oder andere Art temporär vom Hals halten, oder Menschen, die sich mit dem beschäftigen, was wirklich schief läuft.

...habe ich die Ironie nicht als solche erkannt?
 
War so halbironisch. Wenn der Säufer stattdessen ne ernsthafte intellektuell unterfütterte Revolution anzettelt, dann ist das ja super. Wenn er aber nur stresst und rumpöbelt und Agressionen ablässt, dann soll er lieber Saufen und vorm TV hängen bleiben.
 
Wobei ich vermute, dass jemand, der sich seine Probleme wegsäuft, wohl größeres Aggressionspotential haben wird, als jemand, der bewusst lebt und womöglich sogar ganz auf Alkohol verzichtet. Ist allerdings ne sehr subjektive Einschätzung...
 
Mich würde mal interessieren wie ihr dazu steht, wenn man als nichtraucher (zigaretten) in Tabak unternehmen investiert. Findet ihr das moralisch vertretbar?
 
Die Frage stellt sich mir gar nicht.
Ich verlange auch von einem Kiosk-Betreiber nicht, daß er Raucher ist
 
Lieber das Geld dafür einheimsen das andere jemanden erschießen.. ;).
 
Wundert mich, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, die PEGIDA auf Staatskosten mit Kippen die Kneipe zu schicken.
 
Die Pillendreher und -verkäufer gauben nur, sich auszukennen. Der Mensch ist viel komplizierter als ihre simple Logik.
Im Gegenzug wissen die Pillendreher aber, dass Du Dich nicht auskennst.
Natürlich ist der Mensch recht kompliziert. Aber mittels relativ moderner Technik lässt sich auf so einiges zurück schliessen.
Hormonpegel können gemessen, Hirnaktivitäten visualisiert werden. Die entsprechenden Rückschlüsse sind , bei entsprechender Datenlage, bis zu ihrer Falsifizierung jedoch erstmal als gegeben hinzunehmen.
 
Wenn es keine allgemein sehr positiven Wirkungen hätte, wären Alkohol und Kippen doch gar nicht legal.
Ja genau!
Diese "positiven Wirkungen" gibt es allerdings weniger beim Konsumenten sondern hauptächlich in der Staatskasse. Es ist auch immer wieder sehr unterhaltsam, Bahnhofspunker darauf anzusprechen wie staatstragend ihre ganze Sauferei und Qualmerei letztlich ist :D
 
Reines Heroin ist wesentlich weniger schädlich, als die Substitute zum Entzug.
Nur ein Beispiel.
Trotzdem wird nur das Substitut verschrieben, was sogar nicht mal zum Entzug hilft und den Körper viel Kaputter macht.
Ich hätte jetzt gedacht, dass die Substitute deshalb verschrieben werden, weil sie bei Abhängigen zwar die körperlichen Entzugserscheinungen ziemlich komplett und die psychischen relativ wenig mildert, aber eben keinen echten Rausch mehr auslösen.

Heroin in Reinform verschrieben dürfte wahrscheinlich durch die berauschende Wirkung nicht wirklich dazu geeignet sein, von dem Zeug langfristig runter zu kommen.
Der Rausch soll ja unvergleichlich sein, also der Drang, bei verschriebenem Heroin davon weg zu kommen gegen Null gehen.
 
Heroin in Reinform verschrieben dürfte wahrscheinlich durch die berauschende Wirkung nicht wirklich dazu geeignet sein, von dem Zeug langfristig runter zu kommen.
Tatsächlich ist es genau umgekehrt: Der fehlende (bzw. sehr viel schwächere) Rausch bei Methadon&Co. führt verstärkt zu einem Beikonsum anderer Substanzen. Kontrollierte Abgabe von reinem Heroin (Diamorphin) ermöglicht auch Schwerstabhängigen eine Rückkehr in die Gesellschaft und wird z.B. in Deutschland und der Schweiz seit Jahren recht erfolgreich angewendet.
 
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