Drogenpolitik

Ist jetzt auch keine Frage, die sich einem aufdrängt.
 
Wow ein seltener "Ich und Nero einer Meinung- Moment" erscheint am Horizont. Lass dich knuddeln! :D

Ehrlich da ist was wahres dran. Das Rauchen hat mich schon in so manchen schwer emotional aufgewühlten Momenten runtergebracht.
Das ist vermutlich weniger dem Stoff zuzuschreiben, als dem Ritual: Das eine anzünden und das Rauchen geniessen. Also bei mir ist es zumindest so, dass ich nie bei Tätigkeiten rauche, sondern (ausgenommen von Gesprächen) mich beim Rauchen immer zurückziehe und nachdenke. Beim Rauchen bin ich also meistens allein und mache nichts anderes als irgendwo stehen oder sitzen und dabei nachzudenken.

Ich würde vielleicht nicht gleich behaupten, dass mich Rauchen irgendwann schonmal vor einem Selbstmord bewahrt hätte, aber definitiv hat es meine Gefühlswelt entspannt und mich davor bewahrt dummes zu tun im Affekt.

Beispielsweise hab ich Beziehungsstreits oft fürs Rauchen unterbrochen, wenn ich sehr aufgewühlt war. Das hat mir die Chance gegeben runter zu kommen und Nachzudenken und so den Streit nochmal anders fortzusetzen. Es wirkt also wirklich deeskalierend. Wobei ich auch nicht behaupten würde, dass ich als Nichtraucher dann zugeschlagen hätte oder so, aber der Ausgang eines Streits wäre mitunter doch negativer gewesen, als ohne dieses Instrument.

Natürlich kann man auch andere Sachen so benutzen, das müssen keine Drogen sein. Aber Drogen benutzt man dann eben intuitiv so, während man es eher selten schafft zu sagen: Stop jetzt, lass mich mal eine Runde joggen gehen, bevor wir weiterstreiten.
 
So weit ich weiß, ist es aber so, dass Raucher nach einer gewissen Zeit (Monate? Jahre?) durch rauchen einfach nur auf das selbe Level kommen, was Nichtraucher eh haben.
Das bedeutet, es gibt eigentlich gar keinen "emotionalen Plus-Effekt", als Raucher empfindet man das bloß so, weil man von weiter unten kommt und durch den Konsum wieder auf das normale Niveau gehoben wird.
 
Zufriedenheit, Ruhe, Entspannung...diese Richtung.
Ich mutmaße jetzt mal, dass das mit dem Dopamin-Spiegel (oder einem vergleichbaren Mechanismus) zusammen hängt.
 
Irgendwann waren die Raucherküsse nicht mehr geil. Dann hab ich aufgehört. Das ist schon was her. Es hat mir nicht geschadet, aufzuhören.
 


Ich hatte ja auch gesagt, dass es wahrscheinlich wenig mit den Effekten der Substanzen, wie Nikotin, zu tun hat. Es hat mehr mit der Erwartungshaltung zu tun und mit der Konsumform. Natürlich gibt es da auch gesunde Alternativen, aber einen positiven psychischen Effekt sehe ich beim Rauchen eben auch.

Ehrlich da ist was wahres dran. Das Rauchen hat mich schon in so manchen schwer emotional aufgewühlten Momenten runtergebracht.
Das ist vermutlich weniger dem Stoff zuzuschreiben, als dem Ritual: Das eine anzünden und das Rauchen geniessen.
 
Ergibt immer noch kein Sinn.
Leider schon. Das Dopamin System wird durch das Rauchen massiv beeinflusst. Hat man sich das Rauchen erstmal angewöhnt, so kommt es beim Entzug zu verminderter (= geringer als bei Nichtrauchern) Anregung des Nucleus Accumbens (umgs. Belohnungszentrum).
Um wieder auf einen "normalen" Level zu kommen, muss entweder einige Zeit vergehen (rund 2 Wochen AFAIK) oder die vermehrte Dopamin-Ausschüttung durch Reizung der Nikotinrezeptoren eingeleitet werden.
Den erstmaligen "kick" des Rauchens erlebt man erst wieder, wenn eine abstinente Zeit vergangen ist, und das Steuersystem wieder "normal" läuft.
 
Selbst wenn das Rauchen vermeintlich positive "psychisch und sozial stabilisierende" Effekte haben mag, was allerdings völlig unbewiesen ist, wiegt es die nachgewiesenen gesundheitlichen Folgen nicht auf: Krebs, Durchblutungsstörungen (Raucherbein, Herzinfarkt, Impotenz ua), chronische Bronchitis. Vor diesem Hintergrund scheint mir eine Diskussion über "positive Effekte" sinnlos.
 


Der Anstoss war ja Neros Beitrag mit der Vermutung, dass Rauchen schon viele Menschen vor dem Suizid bewahrt haben könnte. Wenn das im Einzelfall so ist, dann sind die negativen Effekte demgegenüber egal, weil die erst später eintreten wenn überhaupt. Zuerst hat der Suizidale also Lebenszeit gewonnen.

Natürlich kann man jetzt auf Medikamente verweisen, die dasselbe schaffen. Aber: Da muss man erstmal realisieren, dass man vielleicht solche Medikamente braucht. Und außerdem gehören die auch nicht gerade zu den harmlosesten im Arsenal der Pharmaka.

Und wer schon auf dem Dach steht, der kommt wahrscheinlich an ne Zigarette schneller ran, als an Anti-Depressiva.
 
Das ist eine "Vermutung" wie wir von 'Nero' schon viele gehört haben, haltlos und unbewiesen. Ich behaupte mal, der Tabakabusus hat den Menschen erst suizidal werden lassen, weil die Verminderung des cerebralen Blutflusses Freudlosigkeit und Todessehnsucht fördert. So what :unknown:
 

Naja er hat nicht behauptet, dass es wissenschaftlicher Fakt ist. Man wird ja wohl auch über Vermutungen reden dürfen.

Ich zumindest finde es nicht ganz abwegig. Das Rauchen erst die Todessehnsucht hervorgerufen hätte, ist jetzt deine Vermutung. Vielleicht geht es dabei sowieso am meisten um charakterliche Eigenschaften, inwieweit ein Mensch leidensfähig ist.
 
Die wurde jetzt ja widerlegt u.a. von braegler.
Ich dachte vielmehr Nero war sarkastisch an dieser Stelle.
 
Die wurde jetzt ja widerlegt u.a. von braegler.
Ich dachte vielmehr Nero war sarkastisch an dieser Stelle.

Nein, war vollkommener Ernst.

Und Braegler hat gar nichts wiederlegt. Die Pillendreher und -verkäufer gauben nur, sich auszukennen. Der Mensch ist viel komplizierter als ihre simple Logik.
 
Gut dass wir dich haben für die komplexeren Zusammenhänge. Dafür dass du nicht durchblickst lieferst du haltlose Zusammenfassungen ab. Es genügt nicht, im Netz was nachzulesen und die falschen Schlüsse zu ziehen.
 
Geht euch woanders anpöbeln!
Es sollte hier eigentlich zuletzt um eine historische Perspektive auf das Drogenthema gehen, so wie sie teilweise in "The Knick" aufgezeigt wird. Gibt es dazu noch Meinungen?
 
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