Drogenpolitik

THC fällt unters BTM.
Schließt aber sicher nicht aus, dass Produkte mit THC oder Produkte aus der Cannabispflanze unters Arzneimittelgesetz fallen, oder?
 
Hier auch endlich eine erfrischend objektive Diskussion um Drogen.



Fun Fact: MDMA ist weniger gefährlich als Ponyreiten :D
 
Petition zum Kiffen: Rechtsexperten halten Cannabis-Verbot für verfassungswidrig

Naht eine Wende in der deutschen Drogenpolitik? Mehr als hundert Juristen, Suchtexperten und Mediziner fordern einhellig die Liberalisierung des Kiffens - Strafrechtsexperten halten das Cannabis-Verbot sogar für verfassungswidrig.

Die Initiative von mehr 122 Strafrechtsprofessoren setzt sich für eine neue Drogenpolitik ein - unter anderem, weil der Schwarzmarkt große Risiken berge. So werde etwa eine Schattenwirtschaft mit möglichen Auswirkungen auf die globale Finanzmärkte und nationale Volkswirtschaften geschaffen.
Der Sprecher des Kreises äußerte sogar Zweifel an der Vereinbarkeit vom deutschen Cannabis-Verbot mit dem Grundgesetz: "Das Betäubungsmittelgesetz ist verfassungswidrig", sagte der Rechtsprofessor Lorenz Böllinger. Den Konsum der Droge zu bestrafen, verstoße gegen das Prinzip der Verhältnismäßigkeit.
Böllinger zufolge erschwert das Verbot die Prävention, zudem sei Cannabis-Konsum ein opferloses Delikt, so Böllinger. "Der Konsument schädigt nur sich selbst - wenn überhaupt." Das Bundesverfassungsgericht hatte die Verfassungsmäßigkeit des Betäubungsmittelstrafrechts jedoch schon 1994 grundsätzlich bestätigt.


Mal sehen, ob sie damit die Betonköpfe der Fraktion "Aber, aber, Trrrogen sind pöööhse" erreichen.
 
wann hat eine Petition jemals irgendwas erreicht?
(davon ausgehend, dass man nicht den Verlust einer hohen Anzahl Wähler verlieren will)

Niemals wird es unter einer CDU/CSU Regierung eine Legalisierung geben.
Warum? Siehe Bayern. Siehe Erzkonservative.
Die würden aufschreien und die CSU würde Stimmen verlieren, oder besser, hätte Angst welche zu verlieren.
 
Nun ja, ein Rest an Hoffnung bleibt da schon über wenn man mal rüber in die USA schaut. Denen kann man ja auch nicht gerade nachsagen großartig liberal zu sein. Ich bin gespannt.
 
Den Konsum der Droge zu bestrafen, verstoße gegen das Prinzip der Verhältnismäßigkeit.

Der Konsum von Betäubungsmitteln ist in Deutschland nicht verboten.[6] Er gilt rechtlich als straffreie Selbstschädigung (vgl. objektive Zurechnung).

Sind das wirklich 120 Juristen, die hinter dieser Petition stehen? :rolleyes:
 
Sind das wirklich 120 Juristen, die hinter dieser Petition stehen? :rolleyes:
Das war die verkürzte Darstellung der Medien, damit es auch jeder Honk versteht.

Im von mir verlinkten Artikel, findet man auch den Link zur Petition.

Da findest du das, was sie fordern und wofür sie einstehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die erste Prohibition wurde von einem Feministenverein ins Leben gerufen, und mit Hilfe von selbigem auch wieder abgeschafft, ich hoffe, dass die heutigen Gegner genauso irgendwann einsichtig werden.

Guckilooki auch hier:
 
Ich stoße mal diese alte Diskussion wieder an. Der Grund ist, dass ich am Wochenende "The Knick" gesehen habe und mich die Drogenthematik in der Serie daher ein bißchen beschäftigt hat.

The Knick ist eine Arzt/Krankenhaus-Serie, die so ziemlich genau zur Jahrhundertwende spielt und meiner Recherche nach historisch recht akkurat sein soll. Das heisst teilweise sind zwar Gegebenheiten +-10 Jahre schwankend und vielleicht auch örtlich eher woanders als in New York, aber das ist dann aus meiner Sicht nur um mehr Stoff in der Serie unterzubringen und für mich daher vollkommen ok so.

So was Drogen betrifft zeigt die Serie schon ziemlich am Anfang, dass Kokain als Medikament damals total geläufig und anerkannt war. Es wurde frei verkauft, war nichtmal rezeptpflichtig.
Dann wird kurz darauf noch Opium als legale Konsumdroge der Zeit dargestellt.
Ganz am Ende der ersten Staffel wird dann noch Heroin vorgestellt, welches als Medikament gegen Kokainsucht eingesetzt wird. :D

Das war mir ehrlich gesagt ein bißchen neu. Also lediglich über Kokain hatte ich schonmal gelesen, dass es früher in der Medizin eingesetzt wurde. Von Heroin wusste ich das gar nicht.

Jedenfalls zeigt die Serie bei der Thematik doch recht schön, wie krass sich unsere Politik gegenüber Drogen verändert hat. Gut 100 Jahre sind jetzt auch kein Pappenstiel. Dennoch irgendwie erstaunlich, wie ein Stoff sich über ungefähr 3 Generationen von anerkannter Medizin zu Teufelszeug in seiner Rezeption verändert.

Ich hab versucht ein ähnliches Beispiel zu finden und mir vielen dann Stoffe wie "Asbest", "FCKW" und "Phtalate" ein.

Bei Drogen ist das ja natürlich eine andere Thematik, wenn man sie bewusst benutzt in Kenntnis des Risikos, als wenn einem der Stoff aufgezwungen wird, weil der Arzt ihn verschreibt oder weil er in gängigen Produkten drin ist und man mitunter nichtmal davon weiss.

Glaubt ihr bei diesen Beispielen Kokain, Heroin und Opium hat sich eher die wissenschaftliche Einschätzung verändert? Also das wir diese Stoffe heute für viel gefährlicher halten, als früher..
Oder hat das mehr mit Verschiebungen in der Moral zu tun?

Rauchen zum Beispiel war ja früher auch irgendwie in Mode und gesellschaftlich akzeptiert, obwohl man schon lange um die Gefahren wusste. Da frag ich mich auch, ob jetzt diese allmähliche aber kontinuierliche Ausgrenzung und Abwertung des Rauchens nur aus einem neuen Gesundheitsbewusstsein folgt oder ob es irgendwie auch moralisch als schmutziger disqualifiziert wird, während das Aufputschen und Verbessern der eigenen Leistungsfähigkeit mit cleanen legalen Pharmazeutika zur gleichen Zeit immer legitimer und allgemein anerkannter wird.

Zu meiner Schulzeit hat man vielleicht mal ne Traubenzucker-Tablette (dieses Dextro) genommen, an der Uni scheint es für manche ganz normal regelmässig Aspirin einzuschmeissen oder Sachen wie diese Guarana-Kapseln, also alles was einen kurzzeitig klar und aufmerksam macht.

Ich zweifle irgendwie schon ob diese ganzen Verbote noch zeitgemäss sind. Irgendwie muss man zwar die Kinder oder die Jugend schützen. Aber bei Erwachsenen? Gerade heute, wo man sich über jede Droge dank Internet so genau informieren kann wie noch nie zuvor. Man könnte sich sogar wissenschaftliche Studien genau anschauen und dergleichen. Also irgendwie seh ich was Drogen betrifft nicht mehr die Notwendigkeit den Bürger vor der eigenen Entscheidung schützen zu müssen.
 
wird zB in UK heute noch eingesetzt. Nicht mehr so oft wie früher, aber noch regelmässig in der Palliativmedizin. Die medizinische Verwendung einer Chemikalie sagt noch nichts über die von ihr ausgehenden Gefahren für Körper, Geist, Seele und soziales Leben aus.
 
Jep stimmt, aber das Kokain war in der Serie auch in einen Gesundheitstrank beigemischt und wurde nicht nur gezielt gegen eine Krankheit verwendet. Bleibt also die Frage, ob nur wissenschaftliche Erkenntnisse der Grund sind oder eine veränderte moralische Abwägung von Nutzen und Risiko, oder ob sogar die Konsumform eine Rolle spielt.
 
Wobei die bösen Pharmakonzerne noch kein hinreichender Grund sind, illegale Drogen zu konsumieren.
 
Wobei die bösen Pharmakonzerne noch kein hinreichender Grund sind, illegale Drogen zu konsumieren.
Doch, wenn einem der Staat aufzwingt, mit wirkungslosen und nebenwirkungsreichen Medikamenten seine Gesundheit zu zerstören - bevor man etwas nehmen darf dass hilft und kaum Nebenwirkungen hat aber aus unhaltbaren Gründen illegal ist.
Hi,
lustig, dass das mein erster Beitrag wird.

Ich bin einer dieser Schwerkranken. Meine Diagnose "Morbus Crohn", habe ich erst vor ca 3-4 Monaten bekommen. Schon immer habe ich mir bei starken Bauchschmerzen eine Tüte angezündet. Es gibt keine bessere Medizin für Bauchschmerzen, das könnt ihr mir glauben. Da reicht nicht mal Tramadol ran. Deshalb habe ich meinen Morbus Crohn auch erst nach ca. 2-3 Jahren bemerkt (und hatte noch nicht mal bleibende Schäden, dank der entzündungshemmenden Wirkung). Zurzeit plane ich meinen Weg zur einer "vom Arzt begleiteten Selbsttherapie mit Marihuana" und letztlich einer Anbaugenehmigung, was leider ein sehr langer Weg ist.
Mittlerweile gibt es Sorten zu kaufen, die reich an CBD sind und eher wenig THC enthalten, also nicht, bis nur kaum high machen, aber die gewünschte medizinische Wirkung besitzen. Aus Erfahrung weiß ich auch, dass Dosen zu Schmerzlinderung so klein sein können, dass man auch von normalen Gras nicht high wird (eine gewisse Toleranz vorausgesetzt).

Nun fragt euch mal, was ich mich zurzeit frage:
Soll ich Monatelang Kortison nehmen, wenn das nicht wirkt, Keimzellenschädigende Immunsuppressiva, dabei wochenlang Schmerzmittel auf Opiumbasis schlucken, die mich letztlich körperlich und physisch kaputt machen würden, oder stattdessen Marihuana konsumieren, dass mich noch nicht mal high macht?!

Es ist eine tierische Schweinerei, dass man erst die harte Chemie durchprobieren muss, bevor man die Chance hat eine nebenwirkungsfreie, biologische Alternative, legal nutzen zu dürfen.

Bis dahin treibe ich mich in der Illegalität rum und muss verbergen was ich tue. Toll, oder?

Wenn ihr mehr wissen wollt, fragt ruhig ;)

*edit
Ich verdampfe meine Medizin mit einem kleinen mobilen Vaporizer, bekomme also nicht mal Lungenschäden
 
Wobei die bösen Pharmakonzerne noch kein hinreichender Grund sind, illegale Drogen zu konsumieren.

Drogen sind bei uns Illegal weil sie unters BTMG fallen.
Das ist das gleiche Gesetz unter das auch verschreibungspflichtige Medikamente fallen.

Somit ist es "illegal, bis der Arzt es verschreibt".

Reines Heroin ist wesentlich weniger schädlich, als die Substitute zum Entzug.
Nur ein Beispiel.
Trotzdem wird nur das Substitut verschrieben, was sogar nicht mal zum Entzug hilft und den Körper viel Kaputter macht.
 
Rauchen ist ungesund.

Aber wievielen Menschen die Kippe schon das Leben gerettet hat, weil sie ohne Kippe längst aus dem Fenster gesprungen wären, das fragt keiner.
 
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