Re: Coronavirus
@KaPiTN:
Ganz einfach:
Das du an Corona sterben könntest und ich, wenn ich für "alles halb so schlimm" argumentiere, dabei deinen Tod billigend in Kauf nehme.
Das sehe ich aus mehreren Gründen als falsch an.
1) Deine Argumentation stellt keine Tat, sondern nur eine Meinung da. Du nimmst damit keinen Einfluß auf Leben.
2) Selbst bei einer Tat würdest Du es nicht billigend in Kauf nehmen, weil Du hoffst ja nicht, daß nichts passiert, wobei es Dir im Falle dessen aber egal wäre.
3) Selbst bewußte Fahrlässigkeit kommt nicht in Frage, sondern dafür müßtest Du die Gefahr kennen.
Das kannst Du aber nicht,weil die Gefahr genau keiner kennt.
Unter dem Strich bleibt eine Unterschiedliche Risikoeinschätzung.
Das finde ich als Meinung erst einmal völlig unproblematisch.
Ich sehe da auch keinen Lagerkampf, wie vielleicht manch anderer. Ich wurde glaube ich, sogar schon als Coronaleugner bezeichnet, was dumm ist, weil die Existenz ja nicht zu leugnen ist.
Und es ist auch keine Verharmlosung, wenn man ( vor allem zu einem frühen Zeitpunkt Influenza als Vergleich heranzieht) und da mehr Evidenz, als eine Hochrechnung der Zahl einer einzigen Stadt auf die Welt.
Was soll falsch daran sein, die Listen mit den Infizierten und der mit Corona verstorbenen als unbrauchbar anzusehen, wenn die Zahlen aus unterschiedichen Meß- und Zählverfahren stammen?
Und wenn ich Dinge in ihrer Ausführung hinterfrage oder ihre Rechtsmäßigkeit, dann kann man daraus ja nicht machen, daß einem Corona egal wäre.
Die Frage ist auch, wie sich die Risikoabschätzung auf das Handeln auswirkt.
Rational sehe ich das recht locker, wenn ich mich auf die Straße begebe. Wenn ich die Zahl der offiziell Erkrankten hier in der Stadt nehme, daß ganze vorsichtshalber mit 20 multipliziere, dann würde sich für einen beliebigen Menschen eine Wahrscheinlichkeit von unter 1,5% ergeben, daß er ansteckend ist.
Da ich aber schon immer ein "Türen mit dem Ellbogen aufmachen"-Typ war, habe ich das zwar ausgerechnet, aber auf der Straße denke ich da überhaupt nicht drüber nach, sondern jeder Fremde ist automatisch wie ein großer geifernder Hund, dem ich nicht zu nahe komme. Wenn ich im Supermarkt um eine Ecke komme und da steht jemand, dann mache ich einen Satz wie eine Katze, die man mit einer Gurke erschreckt.
Wenn ich also nicht alles sofort in richtig oder falsch einordne, alles hinterfrage und auch abwegige oder anscheinend undenkbare Dinge als Hypothese akzeptiere, dann ist das erst mal rein akademisch und nicht mit Meinung zu verwechseln.
Aber auch eine andere Meinung in der Sache bedroht hier niemanden.
Selbst wenn ich es für falsch halten würde, daß man z.B. Besuche von Familie und Freunden vermeiden soll, wäre das unproblematisch. Man kann ja auch Sachen für unnötig halten, aber dennoch machen.
Mich mich jetzt mit 10 Mann in die Laube zu treffen, wäre ein klarer Regelverstoß und da könnte ich verstehe, wenn da jemand sickig wird.
Ja KaPiTN, auch dir
Wieso auch nicht? Was macht mich so besonders? Was habe ich getan?