Denn um das mal gedanklich auf unsere Seite des Teiches zu bringen, scheinst Du mir zu argumentieren, daß dann auch über 1000 Übergriffe auf Flüchtlingsheime in 2015 keine Zunahme von Rassismus waren, weil die Täter ja in ihren Köpfen schon vorher rassistisch waren und nicht erst letztes Jahr geworden sind.
nein, das ist natürlich komplexer.. ein teil war sicher schon vorher so und hat erst kürzlich einen anlass gefunden, den eigenen rassismus offener auszuleben (wenn's keine flüchtlingsheime zum anzünden gibt, tut man es auch nicht

).. ein anderer teil wurde vielleicht erst durch die flüchtlings-"krise" und die dadurch ausgelösten abstrakten ängste erst zum rassisten, d.h. das eigene weltbild (

) hat sich von einem neutralen standpunkt zu einer rassistischen ideologie (

) hin geändert.. in beiden fällen war der auslöser die flüchtlingswelle, die vermeintlich irgendwie das eigene leben betreffen könnte, woraus dann traditionelle und konvertierte rassisten ihre schlüsse gezogen haben - nicht jedoch die AfD, denn sie redet, wie trump, nur diesen leuten nach dem mund, verursacht aber nicht die rahmenbedingungen für rassismus.. oder denken sich alle nach einer rede der AfD: "mensch, was ne tolle rede, ich glaub ich werde jetzt rassist oder zünde ein flüchtlingsheim an"?

wäre das so, dann würden die NPD und ihre braunen schwesterparteien nicht seit jahrzehnten konstant in der bedeutungslosigkeit vor sich hin dümpeln, obwohl sie schon immer dasselbe gesagt haben wie die AfD...
in den USA gab es aber keine flüchtlingswelle oder irgendein anderes gesellschaftlich herausforderndes ereignis, was die popularität von rassismus dort irgendwie "entschuldigen" könnte.. stattdessen ist die dortige gesellschaft schon seit jahren zerrüttet durch leistungsdruck, rassismus (u.a. in form von polizeigewalt gegen schwarze) und aufgezwungene political-correctness - dafür ist nicht trump verantwortlich, sondern ihr eigener "way of life".. die gefühlsausbrüche einzelner spinner, die spezifisch mit trumps wahlsieg zu tun haben, sind nicht repräsentativ für irgendwelche gesellschaftlichen stimmungen oder ideologien, das habe ich schon mehrfach gesagt, und es würde die gleichen demos, übergriffe und beschimpfungen geben, wenn hillary gewonnen hätte (vielleicht sogar noch stärker, wenn man bedenkt, dass trump-fans deutlich aggressiver sind).. trump wird noch alle gelegenheit dieser welt haben,
tatsächlich rassismus zu fördern, sobald er anfängt zu regieren.. aber bis es soweit ist, ist er lediglich das aushängeschild einer kaputten und gespaltenen gesellschaft auf dem höhepunkt ihres weges in den untergang..