Was ist aus dem Radio geworden?

Cool Sache. Ich hoere nun seit ca 15 Jahren Metal und wuerde mich nicht als unecht bezeichnen.
Ich höre mehr als doppelt so lange kein Metal und es hat mir nicht geschadet.


Warum sollte ein "echter Metler" angewidert sein, weil sein Genre bei Wiki auftaucht? Musst du mir mal erklaeren. Dieser Eliten-Underground-dreck ist kindisch, nicht dass man einfach seine Musikrichtung geil findet und das Geduddel was im Radio gespielt wird einfach scheisse findet.
Ich sehe, dass du deine Mukke sehr ernst nimmst. Dabei will ich nicht stören.

Aber gut, irgendwie kann ich aus deinen Posts eh nich wirklich schlau werden.
Äh, ... ja :unknown:
 
@nox: Ich glaub das war eher Satire bzgl den ganzen "true" Metallern die es da draussen gibt :D

*edit:
Angelehnt an soetwas:
 
Deutschlandradio, NDR Info, Deutschlandradio-Kultur und am Sonntag bzw. Montag Nacht gibt es Hörspiele, auch auf 89.0 RTL.
Hörspiele gibt es auch noch bei Deutschlandradio-Kultur und Deutschlandradio ab und an, dafür gibt es aber einen RSS-Feed.

Ansonsten find ich die Sendungen ziemlich aufschlußreich, da braucht man auch nicht wechseln weil einen die Musik stört weil die Tagsüber kaum Musik spielen, dafür gibt es einige andere Sendungen die auch auf erwähnten Sendern laufen und auch ziemlich (vieles/alles) auswärts der Regenrinne beinhalten. :T
 
Radio läuft bei mir nur morgens beim Duschen und da versuche ich das Ganze so zu timen, dass ich die Lokalnachrichten mitbekomme. Gelegentlich hab ich auf dem PC noch das Campusradio laufen, allerdings weniger wegen der journalistischen Gehversuche der studentischen Moderatoren, sondern eher wegen der sehr durchwachsenen Playlist und aus Mitleid :D

Aber Tieferes zum Thema:

Einige hier haben sich ja bereits ausgelassen über Kommerzialisierung des Radios und die erbärmliche Qualität der dort dargebotenen Musik. Das Radio als Medium hatte in seinen Anfangszeiten übrigens einen enormen Impact auf das soziale Leben und war nicht zuletzt ein sehr interessantes Gebiet für die Sozialforschung. So hat beispielsweise der Soziologe zwischen 1948 und 1949 eine Studie durchgeführt, bei der das Hörverhalten von 2650 US-amerikanischen Frauen erfragt wurde. Ein interessantes Ergebnis dabei war, dass einige der Befragten angaben, dem Radioprogramm nicht folgen zu können, wenn sie nebenbei etwas anderen täten. Lazarsfeld und Forscherteam interpretierten dieses Phänomen als sogenannte "one-track-mindedness" und verorteten es (unter Vorbehalt) in der Psyche der Frau, die unter gewissen psychologischen Umständen nicht im Stände sei, mehrere Dinge gleichzeitig durchführen zu können. Ferner waren Radioempfänger damals noch eine Besonderheit in den Haushalten und standen üblicherweise im Wohnzimmer. Radio zu hören war also ausschließlich in diesem Raum möglich.

Lazarsfeld hat mit der Gründung Bureau of Applied Social Research zugleich einen Weg für die Wirtschaftsforschung geebnet. Denn die oben genannte Studie entstand im Auftrag von der National Broadcasting Company im Sinne einer Zielgruppenforschung. Wofür? Um herauszufinden, welche weiblichen Personengruppen sich zusammenfassen lassen, welche Hörgewohnheiten sie haben und inwiefern sich das Radioprogramm (inklusive Werbespots) daraufhin anpassen lässt. Zielgruppenforschung ist heute natürlich ein weitaus größerer Zweig der vor allem von wirtschaftlichen Interessen geleitet wird. Radio wird nicht einfach nach Lust und Laune produziert (interessant wäre die Frage, inwiefern "autonome" Webradios den wirtschaftlichen Druckmitteln unterliegen, die entstehen, wenn die Hörerschaft gezielt vergrößert werden soll), sondern ist exakt durchorganisiert und geplant. Eine Tendenz, die schon in den 40ern von jemandem herausgearbeitet wurde, was im folgenden Absatz kurz zusammengefasst wird.

Nicht besonders angetan von Lazarsfelds Forschungszwecken war ein ehemaliger Schüler von selbigem - . Im amerikanischen Weltkriegs-Exil widmete er sich der soziologischen Theorie und entwarf in Zusammenarbeit mit weiteren Wissenschaftlern die und als Teil dieser insbesondere die Theorie der . Adorno zu Folge sei es nicht Aufgabe der Wissenschaft, ökonomischen Interessen zu dienen, sondern die manipulative Wirkung von Medien (TV und Radio) aufzudecken und letztendlich aufzuzeigen, welchen Anteil die Medien an der vermeintlichen Tatsache haben, dass die Welt nicht so ist, wie sie sein könnte (wobei die Utopie unbestimmt bleiben soll). Adorno argumentiert vor allem auf Basis des Marxismus und der hegelschen Dialektik, liefert aber keine empirischen Daten sondern nur Theorie. Populäre Musik (darunter fasst Adorno seiner Zeit eigentlich alles, außer Zwölftonmusik), die auch im Radio gespielt wird, ist nach Adorno jedenfalls keine Kunst mehr. Sie wird des Tauschwertes wegen produziert, nicht als Selbstzweck. Zusammen mit der Filmindustrie dem Zweck des Amusements dienend, lullt sie ihrer Anspruchslosigkeit schuldend die Konsumenten ein und verhindert, dass sie die gesellschaftlichen Umstände reflektieren, die es überhaupt erst nötig machen, dass der Mensch sich nach der Arbeit entspannen muss, nur um dadurch wieder Kraft für weitere Arbeit (unter eigentlich dringlichst abzuschaffenden Herrschaftsbedingungen) zu schöpfen. Kultur unterm Spätkapitalismus sei letztlich nicht ausreichend kritisch und vor allem an Gewinnmaximierung und Quoten interessiert. Kulturindustrie ist nahezu allumfassend und unausweichlich, wenn Kultur konsumiert und produziert wird. Sehr bemerkenswert ist, dass Adorno und sein Kollege Max Horkheimer in der "Dialektik der Aufklärung" (1947) auch vermerken:
"Mit Grund heftet sich das Interesse ungezählter Konsumenten an die Technik, nicht an die starr repetierten, ausgehöhlten und halb schon preisgegebenen Inhalte. Die gesellschaftliche Macht, welche die Zuschauer anbeten, bezeugt sich wirksamer in der von Technik erzwungenen Allgegenwart des Stereotypen in den abgestandenen Ideologien, für welche die ephemeren Inhalte einstehen müssen".

Bedenkt man heute unser Interesse an leistungsstarken Fernsehern und Soundanlagen, das möglicherweise weit größer ist als das Interesse an bzw. die kritische Rezeption von Medieninhalten, haben die Autoren hier vermeintlich eine sich heute dem Gipfel nähernde gesellschaftliche Entwicklung des Medienkonsums und -gebrauchs vorgegriffen.

Aus Sicht der Soziologie stellt sich immer erst die Frage, aus welcher Perspektive man sich einem Forschungsgegenstand oder -feld nähern will. Das Radio kann diesbezüglich im Hinblick auf zahlreiche Aspekte betrachtet werden und die von mir angeschnittenen Vorgehensweisen sind nur ein kleiner Teil der bisherigen Forschungsbemühungen.
 
Wer Radio-Tekula verpasst hat, der hat nie gelebt!
 
Vielen Dank für diesen Ausflug.

Sehr interessant zu diesem Thema, die Bücher von Tim Renner " " und " ".

Tim Renner arbeitete fast 20 Jahre in der Musikindustrie und brachte Bands wie Element of Crime, Rammstein oder Tocotronic zu Erfolg. Am Ende seiner Karriere war er im Vorstand von Universal Music Deutschland.

Seine Bücher geben tiefen Einblick, wie diese Industrie tickt und haben - zumindest mir - klar gemacht, warum Kommerz und Kunst kaum vereinbar sind.
 
Dieses krampfige Hilfe-ich-will-nicht-Mainstream-sein ist albern. Solche Kids landen dann gern im deep & dark & trash Metal.

LOL, deine Aussagen sind schon recht hart, aber geil.

Aber hast du schon mal dran gedacht, dass man Metal schön finden kann?
Ich zum Beispiel hörte gerne Industrial Metal, aber der Tod von Wayne Static hat mir das Genre irgendwie mit einem schwarzen Schleier belegt.

Klar, du generalisierst, aber vielleicht ist Metal auch einfach der Sound von Menschen, die aus der Reihe fallen. Siehe Texte der meisten Lieder.
 
Im Seminar Medieninhaltsforschung ging es in einer Vorlesung ebenfalls um das Medium Radio.

Die Radiostationen wechselten in den letzten 20-30 Jahren immer mehr vom "Programmradio" zum "Formatradio"

Letzteres ist das, was wir kennen: jede Sendung von jedem Radiosender austauschbar. Die Öffis nähern sich den privaten an (Konvergenzhypothese), extra "Programme" gibt es meist nur noch bei campus- oder Bürgerradios.

Ein paar interessante Fakten dazu:
Durchschnittlich liegt der Musikanteil bei ca. 70%
Die Anzahl der eingesetzten Musiktitel: Radio FFN ca. 370, Hitradio Antenne ca. 340, NDR2 ca. 640, Radio 21 ca. 810

Zusammenfassende Kritik einer Studie im Jahre 1995:
" Ende der Radiokultur, Verlust journalistischer Kultur
 Austauschbarkeit
 Dominanz der Quoten – Diktat von Ökonomie und Marketing
 Mangel an Vielfalt der Formate, Inhalte, Musik, Moderatoren
 Radio als „irritationsfreier Raum“ – Unterhaltung, Betäubung"
 
Aber hast du schon mal dran gedacht, dass man Metal schön finden kann?
Ich habe das in Erwägung gezogen. Dummerweise kenne ich sogar ein paar Metal-Bandmitglieder persönlich, was es nicht einfacher macht ... :unknown:



Die Öffis nähern sich den privaten an (Konvergenzhypothese)
Am schlimmsten finde ich die Werbung bei den ÖR. Nicht dass sie Milliarden aus dem Rundfunkbeitrag bekommen, sie bekommen den Hals nicht voll und senden jede gesetzlich erlaubte Sekunde Werbemüll. So gibt's bei dem "Jugend-Kanal" Samstag Morgen alle 20 Minuten Werbung, was den von unseren Beiträgen lebenden Sender praktisch ungenießbar macht.

 
Mein Gott ist doch alles Geschmackssache...
Schau zu, dass du demnächst Internetradio klar machen kannst und dir deine Sender pickst...
Meine Kotzbrocken tanzen auch Tango, wenn ich mal länger wie 15 Sekunden WDR 4 hören muss :D.
 
Radio, ja ab und an im Auto. Ich komme aber mit der Auswahl auch nicht so klar. Da muss jetzt nicht andauernd brutal anspruchsvolle Musik laufen, gefühlte 5 unterschiedliche Lieder sind mir aber doch zu wenig. Und genau so fühlt es sich m.M.n. an. Ich bin da andauernd nur am Sender verstellen und dann kommt schon wider das selbe Lied auf dem nächsten Sender. Wenn ich daheim in Stuttgart bin höre ich daher eigentlich nur . Klar kommt da auch nicht nur tolles Zeug, immerhin wechselt die Musik aber gut durch. Wenn ich eher morgens länger fahre ziehe ich mir auch immer Leute Heute auf SWR1 rein. Sind immer ganz spannende Gäste bei.

PS: Gibt hier in Stuttgart ne US Kaserne mit zugehörigem Radiosender. heißt das. Hatte ich ne Zeit lang im Radiowecker eingestellt und eines morgens bin ich doch tatsächlich durch eine Sidewinder-"Werbung" aufgewacht. Das fand ich echt strange :coffee:

Sonst höre ich eigentlich nur eigene Musik. Mir gefällt das Zeug aus dem Radio einfach nicht. Nicht mein Geschmack. Wer es mag Ok.
 
flux fm höre ich tatsächlich auch ab und an. leider bekomme ich den hier nicht rein, geht also nur im auto und wenn ich in der stadt bin. ansonsten gerne ndr kultur und dlf.
ich finde das programm ist weder besser noch schlechter als früher. mittelmaß und mainstream, aber es soll ja auch für die breite masse passen und nicht auf mich zugeschnitten sein. nervig finde ich diesen aufgesetzten gute-laune-frühstückstalk, und die deutschquote hat das radio auch nicht besser gemacht, nur anders.
immer noch gerne verfolge ich samstags die bundesliga-konferenz. die bleibt hoffentlich die nächsten vierzig jahre erhalten :beer:
 
Zuletzt bearbeitet:
Das wollte ich vorhin auch posten, aber da es nur so ein JU-Typ war, ordnete ich es unter "Wilde Ideen im Vollsuff" ein. ;-)

In Frankreich dagegen gilt glaub schon seit längerem eine 40%-Quote für Musik in der Landessprache.
 
So eine Quote hatten wir in Deutschland auch mal. Zumindest in Teilen Deutschlands. die Älteren werden sich wohl noch erinnern :coffee:
 
haben wir immer noch bzw wieder. aber kann man ja trotzdem nochmal fordern. wird schon keiner merken :rolleyes:
 
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