Wie würdet Ihr auf einen Sexualstraftäter in eurer Umgebung reagieren?

@CiCero: Ist wie das Gesetz der Verdrängung - wo Emotionen sind, kann keine Vernunft/Rationalität sein.
 
Im Übrigen ist der Begriff "Täterschutz" Müll.

Täter haben Rechte; man muß sie nicht schützen. Das läuft auf diesen dusseligen Satz hinaus "Besser Opferschutz als Täterschutz".

Wenn Menschen zu Opfern werden, kann man sie nicht mehr schützen.

Aber schön griffig für die Journaille.
 
Täter haben Rechte

Deren Zweck es ist, sie zu schützen.

Und potentielle Opfer haben ein Recht auf Schutz davor, tatsächliche Opfer zu werden.

Unter der Prämisse "wer es einmal tut wird es wieder tun" existiert ein Konflikt zwischen Opferschutz und Täterschutz.

Deshalb ist es wichtig, diese Prämisse anzugreifen, statt die Rechte des Täters schützen zu wollen.
 
@Nero: Nicht der Täter hat die Rechte, sondern der Mensch. Solange der Täter ein Mensch ist, hat er diese Rechte. Entsprechend wird nicht der Täter geschützt sondern der Mensch.
 
Was ich mich aber gerade tatsächlich frage ist, wie kommen diese zwei Straftäter von BaWü nach Sachsen-Anhalt? :confused:

Freie Menschen, freie Wohnortwahl. Auch wenn viele das hier gern anders hätten. Außerdem würde mich brennend interessieren, wie die "Öffentlichen Anprangern!" Leute reagieren, wenn sie selbst grundlos/anlasslos in eine solche Situation geraten. Das Leben des jeweiligen Menschen ist dann im Eimer, auch wenn er unschuldig war.
 
@Howard: Ah okay. Na hätte ja sein können, dass sie tatsächlich auch Auflagen hatten im Rahmen eines Resozialisierungsprogramms irgendwohin verfrachtet wurden wo es entsprechende Programme oder so gibt. Trotzdem interessant, dass die Wahl da ausgerechnet auf Sachsen-Anhalt fiel.

Zu deiner zweiten Frage: Soweit denken Menschen mit dieser Einstellung meist leider nicht. Das kommt erst, wenn sie selbst in so einer Situation stecken und dann ist das Geheul groß.
Ich denke daran wie viele Leben allein die BILD schon zerstört hat nur um die Auflage zu steigern - da wurde auch der wütende Mob gezielt auf unschuldige Menschen gelenkt.
 
@Nerephes: Richtig, das ist ja nicht das Ding. Ich dachte nur, was spräche z.B. gegen NRW? Oder Niedersachsen? Da gibt es zumindest auch ein paar anständige Großstädte, wo sie sicherlich etwas anonymer hätten leben können.
Als Verurteilter seine Ruhe auf nem "Dorf" zu suchen ist doch irre. Da haben ja nicht mal Unschuldige ihre Ruhe, wenn sie der Dorfgemeinde nicht in den Kram passen. Bin n bisschen gebrannt, was das Dorfleben angeht. :D
 
Aufm Land, in einem Dorf wo jeder jeden kennt, wird gerne mal ein wütender Mob gebildet und die Fackeln entfacht. In der anonymen Großstadt passiert das nicht so schnell.
 
Wo war das damals in Köln-Kalk? Da ging es doch auch recht fix, bei demjenigen der den Marokaner in Notwehr niedergestochen hatte?
 
[...]Was wollen wir denn? Doch den Stern an der Jacke oder lieber gleich eine fette Tätowierung direkt auf die Stirn? Zwangskastration können wir auch noch anbieten. Unterbringung..naja..wir hatten früher doch mal so eingezäunte und recht gut gesicherte Anlagen. Du hast echt keine Fantasie.

Alles viel zu kompliziert, einfach direkt umbrigen, am besten öffentlich mit Fanfaren, Live-Übertragung und anschließender Sonderberichtserstattung in den Öffentlich-Rechtlichen um nochmal schön zu untermauern wie gut es doch war, dass man die Gesellschaft vor einem schlechten Mensch "gerettet" hat. Da kann man gleich auch noch Kapital daraus schlagen, dass man auf menschlichen Grundwerten rumtrampelt.
Was von den Leuten gefordert wird gleicht letzten Endes einem gesellschaftlichen "Mord" (Rufmord), also warum nicht gleich den vollen Weg gehen? Aber offenbar lässt sich die tatsächliche Tötung des Menschen dann wohl doch nicht rechtfertigen und die Leute wären tatsächlich gezwungen die Unrechtmäßigkeit ihrer Forderungen zu begreifen.

Insgesamt finde ich das Verhalten einfach verlogen. Wenn man nicht bereit ist die Menschen in die Gesellschaft wiedereinzugliedern dann sollten sie nicht scheinheilig darum herum zu reden.

MfG
Mr. J
 
Traurig aber wahr, öffentliche Hinrichtungen gibt es bereits in anderen Staaten und dort wird es auch ganz groß aufgezogen. Dort gibt es öffentliche Hinrichtungen in großen Arenen und es wird auch ganz groß inszeniert um "abzuschrecken". Das Todesstrafe zur Abschreckung nicht wirkt ist erwiesen, aber das gehört wohl nicht hier her.
 
@Nero: Nicht der Täter hat die Rechte, sondern der Mensch. Solange der Täter ein Mensch ist, hat er diese Rechte. Entsprechend wird nicht der Täter geschützt sondern der Mensch.

Tätern werden zur Strafe Menschenrechte entzogen. Überall das Recht auf Freiheit, in vielen Ländern auch das Recht auf Leben, in manchen sogar das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Blumig daherreden, weil es human klingt und Beifall bringt, ist sinnlos. Man muss auf die Praxis schauen. Den Begriff "Freiheitsstrafe" kennst Du vermutlich auch. Dass man im Gefängnis kein freier Mensch ist, weißt Du sicher.

Aufm Land, in einem Dorf wo jeder jeden kennt, wird gerne mal ein wütender Mob gebildet und die Fackeln entfacht. In der anonymen Großstadt passiert das nicht so schnell.

Das ist doch ganz normal. Möchtest Du dem Täter als freiem Mann begenen, der Deine Frau oder Deine Tochter vergewaltigt hat? Dass Du dann noch den Nerv hättest, Humanität und Rechtstaatlichkeit zu predigen, bezweifele ich doch stark.

Das Gute an der Anonymität der Großstad ist eben a) dass Täter und Opfer einander dort nicht begegnen, und b) dass keine das Vorleben des anderen kennt.
 
Zuletzt bearbeitet:
[...] Blumig daherreden, weil es human klingt und Beifall bringt, ist sinnlos.[...]
Entschuldige, aber: lol.
Kann ich mein Abo für Unterstellungen bei dir auch irgendwo wieder kündigen? Hab da offensichtlich unwissentlich ein Häkchen gesetzt oder übersehen.

Nur, weil Dinge so gehandhabt werden, dass unter diversen Umständen Menschen ihre Menschenrechte/Rechte entzogen werden, heißt es ja nicht, dass es eine gute Sache ist.
Die Kunst ist es, einen Mittelweg zu finden so viele Rechte wie möglich zu erhalten und so viele wie nötig zu entziehen.

Ein vermeintlicher Täter kann sich schließlich auch schnell mal als unschuldig herausstellen. Daher wird der Mensch geschützt, nicht der Täter. Zumindest in unserem Land (theoretisch).

Vergleiche mit anderen Ländern/Regionen, wenn es darum geht, wo etwas schlimmer ist, halte ich persönlich grundsätzlich für kontraproduktiv. Eine Orientierung an etwas, was schlechter ist, lässt die eigene Lage nicht besser werden, nur besser erscheinen. Wenn ich mir die Welt schönreden möchte, spiel ich mit Barbie.
 
Ich möchte hier nochmal einiges klar stellen, weil mir vorhin Vorwürfe gemacht wurden, über Sachen, die ich weder gefordert habe noch über die ich geschrieben habe. Deshalb nochmals:

1) Ich bin gegen Aufnäher an Jacken von Tätern bzw. ehemaligen Tätern. Das ist für mich auch gar nicht diskutierbar.

2) Ich bin gegen jede Art von Gewalt. Also auch gegen Kastration, Erschießung, Todesstrafe, Lynchmob Aktionen.

3) Ich bin weiterhin der Meinung, dass Sexualstraftäter, die als gemeingefährlich eingestuft werden (auch nach Verbüßung der Haftstrafe), sicherheitsverwahrt werden, um die Bevölkerung zu schützen. (In anderen Ländern gibt es hingegen längere Haftstrafen, aber da sind die Gesetze in Deutschland ja sehr human.)

4) Ich bin für ein striktes Berufsverbot bezüglich Pädagogen, Erzieher, Lehrer... in eben jenen Berufsbereichen (Schule, Kita, Kindereinrichtung...), wenn sich diese an Schutzbefohlenen vergangen haben oder bei ihnen Kinderpornografie gefunden wurde.

5) Kostenlose Therapieplätze ab sofort für Opfer von sexuellen Übergriffen. (Vergewaltigung, Kindesmissbrauch...)

6) Kostenlose Therapieplätze für Ersttäter, wenn diese sich reumütig zeigen und resozialisiert werden wollen. Denn dann würde es evtl. auch fruchten und man hätte keinen Rückfall.

7) Mehrfachtäter sollten nach Freilassung/Verbüßung der Haftstrafe weiterhin überwacht werden (dürfen).

8) Wenn Kinderschänder in Wohngebiete mit vielen Kindern/Schule in der Nähe/Kita in der Nähe/Kinderspielplatz in der Nähe... einquartiert werden, sollten die Anwohner informiert werden, da ich weiterhin der Meinung bin, dass man mit Gesprächen - die auch stattfinden sollten zwischen Anwohner und Straftäter - viel erreichbar ist und Gewalt erst gar nicht eskalieren kann. Aber die Leute im Dunklen zu lassen, ist kontraproduktiv, weil irgendwann findet es jemand heraus und dann fühlen sich die Leute (zu recht) verarscht und im Stich gelassen, wenn man sie so vor vollendete Tatsachen stellt und es den Verantwortlichen egal ist, was danach passiert und ob evtl. noch Gefahren von dem Straftäter ausgehen könnten.
 
Ein vermeintlicher Täter kann sich schließlich auch schnell mal als unschuldig herausstellen. Daher wird der Mensch geschützt, nicht der Täter. Zumindest in unserem Land (theoretisch).

Justizirrtümer können immer passieren, beim Lynchmob wie beim ordentlichen Gericht. Kompliziere die Sache doch nicht unnötig. Nehmen wir einfach an, der Beschuldigte ist als Täter überführt.

Dann werden ihm zur Strafe Menschenrechte entzogen. Knast ist Entzug von einem essentiellen Menschenrecht, da braucht man gar nicht drumherumreden.

Trotzdem ist der Täter durch Rechte geschützt: Er darf für die Tat nicht ein zweites mal verurteilt werden, er muss entlassen werden, wenn er die Strafe abgesessen hat, er kann den Staat verklagen, er muss ausreichend Essen und Bewegung bekommen, etc. Und er darf nicht gebrandmarkt werden. Das sind reine Täterrechte, keine allgemeinen Menschenrechte, weil ein freier Mensch sie gar nicht braucht.
 
Wen es interessiert: Die Strafen für Kindesmissbrauch

§ 176 StGB
Sexueller Mißbrauch von Kindern



§ 176a StGB
Schwerer sexueller Mißbrauch von Kindern

 
Zurück
Oben