Finde die Logik einfach ein bisschen verdreht, dass bei dem Thema ob Kinder zum Zwecke der Erziehung geschlagen werden können oder nicht und ob es ihnen schadet oder nicht nur Leute mitreden können sollten, die selbst Eltern sind.
Das ist wie bei Treffen für Behinderte, wo beratschlagt wird, wie man am besten mit Behinderten umgeht, wie sie sich fühlen, wie sie leiden müssen, was in ihnen vorgeht, was sie können und was sie nicht können - aber ohne, dass da überhaupt einer der betroffenen Gruppen mitreden könnte oder dürfte. Die, die es betrifft, werden gar nicht gefragt.
Wie kann es also ein ungültiges Argument sein, wenn Menschen, die als Kinder geschlagen wurden berichten, dass ihnen das sehr wohl geschadet hat? Und als Gegenargument kommt on top noch "Werd erst mal selbst Mutter/Vater, dann reden wir weiter - und meinen Kindern hat das Klapsen nicht geschadet!" (allgemein geäußert, nicht direkt an Bruder_Mad gerichtet)
Meine Mutter ist auch der Ansicht, dass ihre Prügel uns nicht geschadet haben. Seltsam, oder?
Ich habe eine ähnliche Diskussion schon mal in einem Forum geführt und meine Beobachtung war da ganz interessant: Jene, die als Kind geschlagen/geklapst wurden teilten sich in genau zwei Gruppen: Die eine Hälfte sagte aus, dass es ihnen geschadet habe und dass sie ihre Kinder deshalb nie, kein einziges Mal, geschlagen hätten. Auch nicht geklapst. Die andere Gruppe behauptete es hätte ihnen nicht geschadet und klapste oder schlug auch die eigenen Kinder und empfand kein Schuldgefühl dabei. Aber eben diese Gruppe bestand aus ausschließlich zynischen und gehässigen Menschen, die zwar maybe zu Empathie fähig waren, diese Fähigkeit aber zumindest im Internet im Umgang mit anderen Menschen (mehr kann ich ja nicht beurteilen) nicht einsetzten.
Das Beschimpfen von anderen, Beleidigungen an User, die ihnen nicht in den Kram passten, relativ schnelle Eskalationen in Diskussionen mit ihnen, passiv aggressives Verhalten bis hin zu Drohungen oder gar regelrechtes Mobbing, wenn sie sich anders nicht mehr zu helfen wussten - diese Eigenschaft teilten sie alle.
Ich sage nicht, dass es nicht Ausnahmen geben kann, aber in diesem Forum unter jenen, die sich als geschlagenes Kind outeten und deshalb selbst schlugen, gab es diese Ausnahmen nicht.
Sie sind freundlich bei Menschen, die sie mögen, aber ihre Toleranzgrenze war überdurchschnittlich schnell erreicht/ausgereizt, wenn es nicht nach ihren Wünschen ging.
Und ja, ich führe eine derartige Charakterentwicklung mitunter auch auf Schläge zurück.

Bis mir jemand eine andere Erklärung liefert.