Verblödet die Menschheit immer mehr?

dass die Kinder am ernstesten sind, wenn sie spielen dürfen.

Das ist mir durchaus bekannt. Die Frage ist aber, ob man hier nicht konsequenterweise quasi zwischen "gutartigem" und "bösartigem" Spielen unterscheiden sollte. Wenn ein Kind mit Autos spielt oder im Sandkasten oder sonstwo, dann fördert das die Kreativität und regt die Fantasie an. Das beansprucht spezielle und große Teile des Hirns. Wenn Kindern (genau wie Erwachsenen) aber fertige Reize vorgesetzt werden, z.B. in Form von Filmen und Videospielen, dann ist das was anderes. Und wenn diese Spiele darauf abzielen, dass das Kind am Ball bleibt, was dadurch erreicht wird, dass die zu erreichenden Ziele möglichst niedrig gesteckt werden, dann halte ich das mit Blick auf die Entwicklung des Kindes für ziemlich fragwürdig.
 


Ich glaube, wenn ich die Passage über Sokrates lese, das er viel mehr meint das die Schrift uns dazu auffordert zu vergessen weil wir einen Gedanken niederschreiben, aber ihn nicht mehr Eigentum unserer Kopfes nennen können, außer wir wären besessen von etwas. ;)

Anderherums sagt er doch auch - die Schrift lässt uns lernen, aber wer zu viel Wissen hat, der ist nicht mehr Formbar - er glaubt entweder alles zu wissen, oder er hinterfragt Konsequent alles ohne dass das was gesagt wurde Früchte tragen kann weil er durch sein "Vor"wissen blockiert bzw. ignorant wird.

Ich glaube was ich noch dazu sagen kann, es ist gut etwas zu Wissen (und auf etwas vorbereitet zu sein), es ist aber nicht gut etwas zu Wissen und es als Wahrheit und komplett Verstanden befunden zu haben - Leben und Realität sind ein wandelnder Prozess, auch wenn wir von machen sagen bzw. annehmen können das es "erstmal" gilt - aber in der Praxis, getrennt von der schriftlichen Theorie, gibt es doch oft genug gute Argumente etwas anders zu machen bzw. das es sich anders verhält. Das nennt man auch Fortschritt bzw. Wandel, aber das tut halt wie Sokrates auch sagt, etwas geschriebenes nicht, "es steht so da" - und wenn es geschrieben steht, muß es wahr sein, bis jemand kommt und es versucht an zu fechten.

Ich könnte mich auch irren ;) Schreibe ich doch nur meine Gedanken und nicht das Wissen der Gesellschaft nieder, sondern nur das was mir zu Verfügung steht. :D
 
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aber in deinem verlinkten Artikel steht ja auch genau das - das die Leute vergessen...
Ein PC denkt nun aber leider nicht für den Menschen - das muss er schon selber machen. Dazu benötigt er jedoch Wissen ... nun ja hm also?
Den Fakt mit dem Vergessen streite ich überhaupt nicht ab. Aber ich halte es nicht für schlimm.
Das Sokrates-Beispiel zeigt, dass jede Speicherung von Wissen - die Schrift, der Druck, der Rundfunk - zu Beginn als etwas verblödendes gehalten wird. Und trotzdem sind wir heute weiter.

Das Denken muss tatsächlich der Mensch zum großen Teil noch selber erledigen. Das tut er wie früher, aber er kann auf sehr viel mehr Wissen als früher zurückgreifen.

Anderherums sagt er doch auch - die Schrift lässt uns lernen, aber wer zu viel Wissen hat, der ist nicht mehr Formbar - er glaubt entweder alles zu wissen, oder er hinterfragt Konsequent alles ohne dass das was gesagt wurde Früchte tragen kann weil er durch sein "Vor"wissen blockiert bzw. ignorant wird.
Interessanter Punkt. Das Internet kann man aber auch so auslegen, dass der Einzelne nie alles wissen kann. Zudem in diesem Internet auch verschiedene Standpunkte herumschwirren und aufeinandertreffen. Bei einem einzigen Buch, was der Schüler von Sokrates vlt. gelesen hätte, wäre nur ein Standpunkt präsentiert worden.

Ich könnte mich auch irren
wink.png
Schreibe ich doch nur meine Gedanken und nicht das Wissen der Gesellschaft nieder, sondern nur das was mir zu Verfügung steht.
biggrin.png
Ach, was anderes hat Sokrates auch nicht getan ;)
 
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Und während heute "das Internet" und diverse Endgeräte für eine vermeintliche Verdummung sorgen, war es früher eben das Fernsehen, das Radio, Bücher oder Zeitungen. Intelligenter ist die Menschheit seit der Schrift trotzdem geworden.

Ja, ich erinnere mich noch gut.

Damals hießen die bösen Kinderverderber Karl May, Tom Prox, Billy Jenkins, Kommissar X, Jerry Cotton zum Beispiel. Die Wälzer und Groschenhefte las man heimlich in der Schule unter der Bank.
 
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