Taser für deutsche Polizisten?

Wieviel Jahre Erfahrung mit Schußwaffen hast du persönlich um so eine Einschätzung abgeben zu können? Ich habe persönlich keine Erfahrung mit Schusswaffen aber ich stelle mir vor, dass es garnicht so einfach ist ein Ziel zu treffen welches nicht vollständig still steht, darüber hinaus ist ein Bein auch noch relativ schmal und somit schwerer zu treffen. Die Polizei muss aber eher auf Nummer sicher gehen in einem Gefahrenfall. Und da die Polizei meines Wissens auch heutzutage immernoch Vollmantelmunition benutzt, besteht bei einem Schuss in Richtung des Bein auch eine erhebliche Gefahr eines Querschlägern im Falle eine Fehlschusses.

Aber gleich abknallen?

Man sollte aber in Einzelfällen nicht über die Allgemeinheit urteilen.
In jeder Branche gibt es schwarze Schafe.

Ist schon klar. Ich will auch gar nicht behaupten, dass alle Polizisten so sind, allerdings ging es ja darum, dass es halt nicht die Götter in Grün/Blau sind und sie auch mal Mist bauen und es schwarze Schafe gibt.


Ich stimme ja darin überein, dass mehr Schießübungen gemacht werden müssen und auch mehr De-Eskalationstraining, aber leider wird an beidem gespart. Ebenso an Personal, was man auch gut an Berlin sieht. (Hier ist es leider ein großes Thema.)

Und genau deshalb sehe ich es als Problematisch an, den Polizisten Taser in die Hand zu drücken.
 
Die haben schon ihre Pflichtübungen. Bestimmte Stunden immer im Quartal.
Dies gilt auch für Sport etc

Und wirklich gern tut kein Polizist die Waffe benutzen.

Sicher gibts die Ausnahmen. Aber auf die Masse gesehen sind die schwarzen Schafe eher gering.

Zu Berlin:
Berlin ist das geringst bezahle Bundesland für Polizisten.
Mittlerweile wurden dort die Aufnahme Voraussetzungen so herab gesetzt dass auch ältere Menschen bis 39 rein können. Sonst nur 27 bis um die 32 in allen anderen Bundesländern.
Aber jeder der zur Polizei jetzt will bewirbt sich ja lieber da wo es dauerhaft mehr Kohle gibt.

Ebenfalls ist in Berlin keine Übernahmegarantie.
Und versetzen lassen funzt auch net so einfach wie man gerne will. Nur mit Austausch.

Die Polizeireform 2020 tut den Rest in Deutschland
 
Aber gleich abknallen?[...]

Muss garnicht mal die primäre Intention sein, denn dann könnten sie ja einfach auf den Kopf zielen. Der einfache Grund warum man auf den Oberkörper feuert, dürfte der sein, dass hier einfach die potentiell größte Trefferoberfläche vorhanden ist, wo ein Schuss auch entsprechende Mannstoppwirkung zeigt. Als Mensch der bisher noch nicht geschossen hat, würde ich wahrscheinlich auch erstmal den Oberkörper als Ziel auswählen. Allerdings sollte hier die Polizei wohl mal generell umdenken und ggf. auf Munition mit höherer Mannstoppwirkung wechseln bzw. Munition verwenden die kein so hohes Querschlägerpotential hat.

Was ich mich allerdings frage: warum sind Polizeiwaffen eigentlich nicht mit Laserzieleinrichtungen ausgestattet? Dadurch könnte man das Zielen für die Polizisten doch vereinfachen oder täusche ich mich da?

MfG
Mr. J
 
Was ich mich allerdings frage: warum sind Polizeiwaffen eigentlich nicht mit Laserzieleinrichtungen ausgestattet?
Weil das in Deutschland verboten ist. Habe grade keine besser Quelle gefunden:

--- [2014-02-28 05:13 CET] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Und da die Polizei meines Wissens auch heutzutage immernoch Vollmantelmunition benutzt [...]

sagt dazu:
Da die Haager Landkriegsordnung die Verwendung von Geschossen verbietet, die unnötiges Leid verursachen (wie z. B. Dum-Dum-Geschosse), und Vollmantelgeschosse auch eine bessere Durchschlagskraft gegen Deckung oder Schutzkleidung haben, werden sie für den militärischen Gebrauch bevorzugt.

Bei der Jagd und für den Polizeigebrauch sind hingegen hohe Durchschlagskraft und Durchschüsse wegen der Gefährdung Unbeteiligter nicht erwünscht, andererseits soll das Ziel möglichst sofort getötet bzw. aufgehalten werden (Mannstoppwirkung). Deswegen werden für diese Zwecke keine Vollmantelgeschosse eingesetzt.
 
Allerdings sollte hier die Polizei wohl mal generell umdenken und ggf. auf Munition mit höherer Mannstoppwirkung wechseln bzw. Munition verwenden die kein so hohes Querschlägerpotential hat.

Was ich mich allerdings frage: warum sind Polizeiwaffen eigentlich nicht mit Laserzieleinrichtungen ausgestattet? Dadurch könnte man das Zielen für die Polizisten doch vereinfachen oder täusche ich mich da?

MfG
Mr. J

Laserzielvorrichtungen dürfen genauso wie Taschenlampen und Nachtsichtgeräte nach dem deutschen Waffengesetz nicht verwendet werden.

gem. WaffG

Anlage 2 (zu § 2 Abs. 2 bis 4)
Waffenliste
(Fundstelle: BGBl. I 2002, 3999 - 4002;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)
Abschnitt 1:
Verbotene Waffen
Der Umgang mit folgenden Waffen und Munition ist verboten:

1.2.4.1
Vorrichtungen sind, die das Ziel beleuchten (z. B. Zielscheinwerfer) oder markieren (z. B. Laser oder Zielpunktprojektoren);

1.2.4.2
Nachtsichtgeräte und Nachtzielgeräte mit Montagevorrichtung für Schusswaffen sowie Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze für Zielhilfsmittel (z. B. Zielfernrohre) sind, sofern die Gegenstände einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen;



Die Polizei setzt übrigens wegen der geringen Mannstoppwirkung und der Gefahr von Querschlägern seit 1999 keine Vollmantelgeschosse ein sondern genannte Munition.

Zwar ist hier die Mannstoppwirkung deutlich erhöht und die Gefahr von Querschlägern verringert aber dadurch sind die geschlagenen Wunden deutlich schlimmer.

Im Prinzip setzt die Polizei aktuell ein, die nicht so stark aufpilzen und nicht zersplittern.

Trotzdem willst du keine davon abbekommen, da die 9mm geschosse einen durschnittlichen Wundkanal von ca. 1,2cm schlagen und bei einem Knochentreffer ordentlich zersplittern können.
 
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  • #46
Allerdings sollte hier die Polizei wohl mal generell umdenken und ggf. auf Munition mit höherer Mannstoppwirkung wechseln bzw. Munition verwenden die kein so hohes Querschlägerpotential hat.

Was ich mich allerdings frage: warum sind Polizeiwaffen eigentlich nicht mit Laserzieleinrichtungen ausgestattet? Dadurch könnte man das Zielen für die Polizisten doch vereinfachen oder täusche ich mich da?

Wundert mich eh, dass da noch die 9mm Geschosse benutzt werden. Die Waffe soll ja wirklich nur dann eingesetzt werden wenns gar nicht anders geht. Nicht um den Angreifer mal eben einen Streifschuss zu verpassen. Da gibts wesentlich effektivere Kaliber.
Laserzielvorrichtungen sind ersteinmal für Zivilpersonen verboten also Jäger und Sportschützen etc. Ich vermute mal ganz stark, dass soetwas bei der Polizei durchaus machbar wäre. Imho eine weitaus sinnvollere Idee als Taser.
 


9mm, da auch Gegenstände wie Türschlösser, Reifen und Co. zerschossen werden können müssen (was für ein Satz :D).

Der Laser bringt meines Erachten nach nicht wirklich was, da sich in einer Situation wo geschossen werden muss der "Gegner" mit unter so schnell bewegt, dass du den kleinen Punkt garnicht mehr erspähen kannst.

Zudem ist der auch nur auf entsprechender Kleidung, bei guten Lichtverhältnissen und bei Nahdistanz erkennbar.

Laser ist in Deutschland verboten, da er ungübten Schützen eine extrem hohe Treffergenauigkeit aus dem Hinterhalt gibt, also wenn das Ziel nicht weiß das es gleich beschossen wird und daher nicht schnell geht oder ausweicht.

Abdrücken sobald der rote Punkt auf dem Rücken des Ziels ist kann jeder Idiot, auch wenn er noch nie vorher geschossen hat, selbst aus mittlerer Distanz.
 
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  • #48
Ja aber genau dann ist das doch das richtige Für die Polizei. "Abdrücken kann jeder Idiot." Ohne jetzt wieder auf den lieben Sherrifs rumzuhacken, genau das ist es was gebraucht wird. Ich hab so ein Teil noch nie in der Hand gehabt. (ist ja auch verboten :rolleyes:) kann mir aber gut vorstellen, dass der Laser hell genug sein wird um ihn auch bei hellerem Licht zu erkennen. Der ist ja gerade dafür gedacht um bewegliche Ziele ins Visier zu nehmen, statt dass man Kimme und Korn fixiert kann man sich voll auf das Gegenüber konzentrieren.

Ähm und mit ner .45ACP kann man keine Reifen zerschießen? :p Die haben eine wesentlich geeignetere Man-Stop Wirkung. Oder .40S&W, die wird soweit ich weiß in den USA von der Polizei viel eingesetzt. Alles besser als das was wir hier haben. Und wesentlich sinnvoller darüber nachzudenken als über die Anschaffung von Tasern.
 


Wenn der Gegner in 10m entfernung rennt, erkennst du auf der sich bewegenden Kleidung auf die Entfernung sicher keinen 2mm großen, roten/grünen Punkt^^.

Achso :Di ch dachte du wolltest eher auf .30 oder .28, nicht größer :D

Du willst doch nur eine MannSTOP- keine MannLOCH-Wirkung :D
 
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  • #50
Naja wie schon gesagt, Verteidigungsschießen: solange bis der Gegner nicht mehr gefährlich ist. Da ist es sinnvoller einmal schießen und treffen zu müssen statt das ganze Magazin draufzuholzen - nicht nur für den Polizisten. ;)
 
Hab jetzt die Sache mit der Frau gefunden:



Also Pfefferspray und Schlagstock wären doch möglich gewesen, zumal die beiden Beamten nicht mehr in Reichweite waren und die Jobcenter Leute auch nicht.

Allerdings ist es schlimm, dass die Frau den Beamten mit dem Messer verletzt hat. Aber sie dafür aus relativ sicherer Distanz dann gleich abzuknallen, ist total überzogen.

Die Frau hat ja gesessen, hat auch der verletzte Beamte bestätigt.
 


Was trägt das zum Thema bei?

@Nerephes:

Das kommt wohl auf die "Stärke" vom Laser an, mit einfach Pointern kann man teilweise den Punkt ohne Probleme selbst in 100m Entfernung deutlich sehen.
 
Hier mal ein kleiner Artikel wann und warum Polizisten im Dienst schießen.


und hier noch eine Statistik von Wikipedia, leider unvollständig, wieviel Menschen durch Schußwaffengebrauch der Polizei in den vergangenen 60 Jahren gestorben sind.


Mein Fazit. Das kommt bei weitem nicht so häufig vor, wie von manchen hier propagiert wird.
 
Damit hätte ich jetzt doch nicht gerechnet. Ich bin von viel mehr ausgegangen.

49 Warnschüsse, 36 gezielte Schüsse, (dabei einmal Suicide By Cops).
Für die gesamte Bundesrepublik finde ich das ziemlich wenig.

Da frage ich mich wirklich, ob Taser vonnöten sind.
 
Es hat ja keiner behauptet, die Polizisten in Deutschland würden Wild West spielen. Wahrlich nicht. Aber viele tödliche Schüsse hätten vermieden werden können durch mehr Training an der Waffe und De-Eskalations Training.

Und es geht ja auch darum, den Polizisten halt Taser in die Hand zu geben, womit sie undefinierbaren Schaden anrichten können, wenn sie damit schneller und häufiger rumhantieren.
 
...Yoah, als Herzkranker...
Ich sprach von verminderten Komplikationen!
Es ist therapeutisch sehr erheblich, ob ich nun ein Kammerflimmern aufgrund eines aktiven ungestopten Blutverlustes habe ( niedrige Blutdruck--> Schockzustand ), oder Kammerflimmern bedingt durch einen nicht anhaltenden Impuls aus einem Teaser habe.
Wenn ein Mensch einen Schrittmacher, oder Defi hat, wird dieser sehr wahrscheinlich nach Endes des Schocks seinen Dienst weiter verrichten und sein Programm weiter durchziehen, das heißt er wird in 95% aller Fälle wieder versuchen einen geregelten Rhythmus wieder her zu stellen. Selbst wenn er das nicht tut, ist die Therapie mit einem Defi vor Ort wesentlich unkomplizierter als eine Schusswunde zu versorgen, im besten Fall klappt es sogar mit einem gezielten Schlag auf den Brustkorb.

Wenn bedingt durch eine Wunde die Peripherie der Arterien verletzt wird, haben wir sehr schnell einen der schlimmsten Zustände in der Notfallmedizin. Blut ist für den Menschen mit das wichtigste in seinem Körper.
Sobald ein Körper bedingt durch Blutverlust in den berüchtigten Schockzustand verfällt, sind schwerste Komplikationen bis hin zu Multi-Organversagen möglich. Das schlimmste Problem daran ist, wenn erstmal der Zustand eintritt, ist es sehr sehr schwer und häufig Glückssache diesen Zustand wieder ohne bleibende Schäden um zukehren / falls möglich. Auch die Therapie, die eigentlich innerhalb von Sekunden, bzw. höchstes Minuten eingeleitet werden muss / müsste, ist von Patient zu Patient unterschiedlich.
Es ist schon eine Kunst, wenn ein Arzt einen Patienten in einem Schockzustand stabil halten kann. Ein Schock bedingt durch Blutverlust ist unglaublich gefährlich!

Bei einer Schusswunde, kann ich als Helfer meistens nicht viel machen, außer die von mir vermutete nächstgelegene Arterie ab zu drücken, die Wunde ein wenig säubern und steril abdecken. Je nach schwere der Verletzung zählt jede Sekunde.
Grob gesagt kann man davon ausgehen, dass bei mangelnder Durchblutung ( Was schon gegeben ist, wenn eine Hauptarterie verletzt ist und abgedrückt wird ) das betroffene Bein, oder der Arm nach 7-8 Minuten anfängt unwiderruflich ab zu sterben, je nach Situation kann man sehr sicher davon ausgehen, dass nach 20-25 Minuten die betroffene Peripherie amputiert werden muss, wenn der Patient bis dahin nicht geöffnet auf einem OP-Tisch liegt!
 
Ein großer Freund der Polizisten binsich nicht....nur wir hinken in diesem Bereich richtig hinterher....lich würde die Spezialtruppen damit ausstatten
 
Ich bin gegen die Ausstattung mit diesen Geräten und für:

- regelmäßiges Schießtraining auch an beweglichen (nicht lebenden) Objekten, damit gezielt in Bereiche geschossen werden kann, die nicht zum Tod führen, aber den Angreifer erst einmal außer Gefecht setzen
- regelmäßiges De-Eskaltionstraining und Erkennen, ob wirklich eine Gefahr ausgeht oder nicht (z.B. wenn jemand im Regen mit hochgezogener Kapuze und ohne Regenschirm herumläuft, heißt das nicht, dass er/sie ein Krawallmacher ist)
- regelmäßiges Training mit den Alternativen - Schlagstock und Pfefferspray
 
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