Soll/darf sich Deutschland am Einsatz in Syrien beteiligen?

Sich in ein Kriegsabenteuer mit in dem IS zu begeben ist extrem dämlich. Als ob Irak und Afghanistan nicht warnende Beispiele genug wären. Weder können wir dort etwas gewinnen, noch haben wir dort etwas zu suchen.

Wer ist "wir"?

Du oder ich doch wohl kaum. Also sag doch bitte, "wer" genau.

Dieses Übermaß an patriotischer Gefühlsaufwallung erinnert mich unangenehm an der Reporterton bei WM-Reportagen.

Ein "Kriegsabenteuer" ist meines Wissen bislang nicht geplant. Es gilt den IS durch Luftangriffe zu schwächen, und diese Strategie ist realistisch und zielführend.
 
Sag das dem IS. Für den sind es "die Deutschen, die man jetzt dafür wegsprengen muss, weil sie sich beteiligt haben!"

Davon ab: Bei einer WM habe ich, abseits von gesperrter Straßen oder Lärm wegen Public Viewing / eines Spiels keine Folgen zu befürchten. Bei sowas jedoch ggf schon. Je nach Konsequenz betrifft sowas uns...also "wir"...

Man bezeichnet übrigens einen Bundeswehrsoldaten auch "Staatsbürger in Uniform".
 
Ich habe null Angst vor dem IS. Null Angst vor Anschlägen oder vor Terror.

Ich habe einzig und allein Angst vor den politischen Folgen, die in Krieg, Überwachung und Einschränkung der Grundrechte münden.
Das ist übrigens das Ziel. So zerstören diese Terroristen uns nämlich wirklich. Nicht durch Bomben. Sondern durch die Reaktionen darauf.
 
Ich habe einzig und allein Angst vor den politischen Folgen, die in Krieg, Überwachung und Einschränkung der Grundrechte münden.
Das ist übrigens das Ziel. So zerstören diese Terroristen uns nämlich wirklich. Nicht durch Bomben. Sondern durch die Reaktionen darauf.

Darum muss man sie ausschalten.

Ihnen die Fähigkeit zu Terroranschlägen nehmen, mit denen sie die Staaten zur Einschränkung unserer Freiheit provozieren.

Also statt Wohlverhalten gegenüber den Terroristen und Selbstzensur Gegenwehr. Den IS durch Luftschläge schwächen, bis seine logistische Basis kollabiert.
 
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  • #46


Die potentiellen Täter, ebenso die Waffen befinden sich in Europa. Die Verschwinden nicht durch Bomben werfen in Asien.

Was nennst Du die logistische Basis des IS?
 
Also statt Wohlverhalten gegenüber den Terroristen und Selbstzensur Gegenwehr. Den IS durch Luftschläge schwächen, bis seine logistische Basis kollabiert.
Und das machen wir, weil unsere Erfahrungen mit diesem Vorgehen in Vietnam und Afghanistan zu so einem Vorgehen ermutigen?! Es geht nicht um Wohlverhalten, der IS ist nicht von unserer Kooperation abhängig. Es geht um Ignoranz und "Perfide Abschottung" gegen etwas, was uns nicht betrifft.
 
Wir durften vor einigen Tagen eindrucksvoll erleben, was passiert, wenn verschiedene Heere in einem Gebiet aktiv sind und nicht eine Einsatzleitung haben...
Flugzeug = Friendly Fire / Interessenkonflikt? / Missverständnis? / Unfall?

Alleine schon deswegen halte ich einen Einsatz in diesem Gebiet zum jetzigen Zeitpunkt für nicht sinnvoll.
Sowas erzeugt mehr Probleme, als das es welche löst.

Es müssten sich ALLE Parteien die dort nun aktiv sind,
an einen Tisch setzen, EHRLICH ihre Pläne rausholen und zusammen einen Einsatz planen,
damit man auf ein Ziel hinarbeiten kann.

Ansonsten macht es strategisch NULL Sinn da irgendwelche Leute über den Haufen zu schießen, oder Feuerwerk zu machen.

Ganz im Gegenteil, ich erzeuge noch mehr Ärger, Hass und eventuell auch mehr Schäden an den "Religionsgefügen".
 
Und das machen wir, weil unsere Erfahrungen mit diesem Vorgehen in Vietnam und Afghanistan zu so einem Vorgehen ermutigen?!

Die Alliierten werden aus der Geschichte gelernt haben und sich diesmal vorher überlegen, ob sie als Peace Corps kommen ODER den Gegner bestrafen wollen, bestrafen und nichts sonst.

In Afghanistan haben sie sich noch mit der Aufgabe "Nation Building" beladen. Diesmal treten sie vermutliche nicht als Weltverbesserer auf, und deshalb werden sie nicht scheitern.

In Vietnam war alles ganz anders. Es gab den Vietkong, eine hochdiziplinierte und ideologisch sattelfeste Truppe. Dagegen ist der IS ein Haufen von Strauchdieben, denen vom Slavenhandel über die Prostitution bis zum Verkauf von geklautem Öl jedes schmutzige Geschäft recht ist.

Außerdem gab es in Vietnam keine Wüste, sondern Dschungel, und das ändert alles.
 
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  • #50
Die Alliierten werden aus der Geschichte gelernt haben und sich diesmal vorher überlegen, ob sie als Peace Corps kommen ODER den Gegner bestrafen wollen, bestrafen und nichts sonst.

Vollkommen falsch.

Allein schon das Bild von Alliierten auf der einen und "Gegnern" auf der anderen Seite.

Und die USA haben sich bereit mehrmals als nicht lernfähig gezeigt, weil sie immer wieder ihre zukünftigen Gegner ausbilden und bewaffnen.
 
Dafür war die Geschichte vorher umso souveräner. Auf solche Souveränität, wie das wilherminische oder das nationalsozialistische Deutschland sie besaßen, kann ich gerne verzichten.
Ich würde ein heutiges und selbstbewusstes "Army go Home" aus Deutschland, als einen ersten Schritt in die richtige Richtung sehen wollen.
Mag sein, dass wir in ewigen Zeiten den Befreiern Deutschlands dankbar sein müssen aber muss man deswegen jeden Quatsch mitmachen?

Davon habe ich noch nie was gehört, also von diesem komischen Referendum.
Krim war damit gemeint.
Niemand kann dem anderen mehr das Völkerrecht vorhalten, ohne sich dabei der Lächerlichkeit preiszugeben.
 
Ich würde ein heutiges und selbstbewusstes "Army go Home" aus Deutschland, als einen ersten Schritt in die richtige Richtung sehen wollen.

Und ich flehe die Amerikaner an: "Bitte, bitte, lasst mich mit meinen Landsleuten nicht allein!"

Da scheiden sich die Geister.
 
Da scheiden sich die Geister.
Ja, die kleinen von den großen.

Mit "Luftschlägen" den IS bestrafen. Die einzigen, die mit Luftschlägen zu bestrafen sind, sind die syrischen Zivilisten, die dann in immer größern Scharen zu uns flüchten müssen. Das ganze Unterfangen ist vollkommen aberwitzig, falsch verstandene "teutsche Treue" (Meine Ehre heißt Treue!), wieder aufkeimende Blitzkriegsallüren und der heimliche Wunsch, den Wüstenfuchs zu rächen. Zusammengefasst pure Kriegstreiberei, „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche“ tönt es bald bedeutungsschwanger wieder aus den hohlen Häuptern törichter Steinmeiers. Kleine Geister mit zuviel Macht.
 
JMit "Luftschlägen" den IS bestrafen. Die einzigen, die mit Luftschlägen zu bestrafen sind, sind die syrischen Zivilisten, die dann in immer größern Scharen zu uns flüchten müssen.


Frag die Jesiden in Kobane, ob sie unter den amerikanischen Luftschlägen gegen den IS gelitten haben.

Aber mach Dich drauf gefasst, dass sie ruppig werden, weil sie glauben, dass Du sie verscheißern willst.

Deine Nazi-Anspielungen sind extrem schwach. Völkermord begehen im Augenbick die Typen, die Du schonen willst.
 
Es müssten sich ALLE Parteien die dort nun aktiv sind,
an einen Tisch setzen, EHRLICH ihre Pläne rausholen und zusammen einen Einsatz planen,
damit man auf ein Ziel hinarbeiten kann.

Wenn es um IS gehen würde...
Ich frag auch immer die Gegner beim Risiko, wie wir zusammen unsere gegensätzlichen Interessen unter einen Hut bekommen.
Das ist, als wenn sich zwei Boxer ohne Kampf auf den Sieger einigen würden...

Das sind einfach Interessen, die man nicht überein bringen kann.
Da geht es lange schon nicht mehr um IS alleine.
 
"Der Westen" begeht sicher auch Kriegsverbrechen, das wahllose Abschlachten von Zivilisten ist aber trotzdem nochmal was ganz anderes
Ist das so?



Monitor, Quelle: Das Erste
Luftschläge auf Krankenhaus in Kundus: Vertuschung eines Kriegsverbrechens?

Der Krieg in Afghanistan eskaliert. Ein neuer Tiefpunkt: Die US-amerikanischen Luftangriffe auf das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Kundus am 3. Oktober. Zwölf Mitarbeiter der Organisation und zehn Patienten starben. Ärzte ohne Grenzen fordert nun eine unabhängige internationale Untersuchung der Ereignisse. Doch die USA verweigern das und verweisen auf eigene Ermittlungen. Dabei mehren sich die Hinweise auf ein Kriegsverbrechen.
Es dürfte wohl klar sein, dass solche Aktionen nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen.

Und die USA haben sich bereit mehrmals als nicht lernfähig gezeigt, weil sie immer wieder ihre zukünftigen Gegner ausbilden und bewaffnen.
Und nicht nur das. Die Mediathek dürfte in der nächsten Zeit einiges dazu anbieten.








Vor dem Hintergrund stellt sich tatsächlich die Frage, ob ein Eingreifen (mit oder ohne Luftschläge) sinnvoll oder wünschenswert ist.
Andererseits - wer will Menschen schon ihrem Schicksal überlassen, die sich gegen einen Diktator zur Wehr setzen.
 
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