darum geht es mir auch nicht, sondern um die absurdität des gesamten geschäftsmodells! du siehst ja selbst das problem: millionen leecher verursachen jeder für sich keinen schaden, aber alle zusammen dann doch? also gibts vielleicht doch ein paar prozent, die nicht ganz ehrlich zu sich selbst sind - wolltest du das sagen? aber verboten ist es doch eh, also ist alles in butter, oder?
mir scheint die diskussion aber fundamentalerer art zu sein: "echter" diebstahl wird gesellschaftlich niemals akzeptiert werden, ein verstoß gegen lizenzgesetze hingegen offenbar schon - warum ist das wohl so? der hauptgrund ist, wie bereits erwähnt, intransparenz: während es beim klassischen diebstahl eine direkte verbindung zur "entwendeten" arbeitsleistung ("wert") und damit einen direkten geschädigten gibt, ist es beim lizenzenhandel mangels dieser verbindung eben schwierig.. alles in allem müssen die lizenzen
insgesamt irgendwie die arbeitsleistung finanzieren, aber es ist bloß ein spekulationsgeschäft und der tatsächliche verdienst hat soviel mit arbeitsleistung zu tun wie aktienkurse - genau darum fehlt hierfür die akzeptanz..
bedenke: die gesetze rund um das urheberrecht sind eine künstliche beschränkung von information (bzw. ihrer nutzung) und folgen keiner natürlichen "akzeptierten" ordnung von eigentum, arbeitsleistung und entlohnung - ein und dieselbe arbeitsleistung kann in diesem spekulationssystem garnicht oder unendlich oft entlohnt werden, das hat keinen bezug zur realität.. und doch gibt es diese gesetze mit selbst geschaffenen grundlagen.. mit identischen argumenten könnten diese gesetze auch locker beispielsweise auf werbefinanzierung erweitert werden - was bisher freiwillig ist, könnte zur pflicht werden

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ich meine, wenn beim lizenzenhandel so argumentiert wird (kopieren ist verboten, weil der urheber sich durch lizenzenverkauf finanzieren muss), warum dann nicht auch beim werbekram (adblocker/timeshift o.ä. werden verboten, weil die contentersteller sich durch das verkaufen von werbung finanzieren müssen)? bei HD+ sind sie ja schon auf dem richtigen weg, die beiden dinge zu kombinieren

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so eine rechtsprechung halte ich grundsätzlich für äußerst problematisch (auch ungeachtet der tatsache, dass im privatbereich de facto keine durchsetzung der gesetze stattfindet), da sie geschäftsmodelle hervorbringt, die auf spekulation basieren, die natürliche ordnung von wertschöpfung und wertschätzung über den haufen werfen und schlussendlich in einer großen blase explodieren, die dann noch mehr "echtes" geld bzw. wertschöpfung verschlingt, weil die blase systemrelevant geworden ist

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