Situation im Irak, Syrien - IS, Kurden

Inwiefern? Die Eigenarten der Länder habe ich ja erwähnt. Also was einst Du?
 
Das war keine Aussage, sondern eine Frage.

Ich muß die Frage allerdings neu formulieren, weil ich mich bei der Rechtschreibekorrektur verklickt habe:

Dennoch steht die Frage im Raum, ob in D die Religionen gleichberechtigt behandelt werden?
 
Puh, langsam wird es echt anstrengend mit dir. Lies dir in Ruhe die letzten zwei Seiten nochmal durch, vlt. beantwortet sich deine Frage dann von selbst. :coffee:
 
Dachte ich es mir doch. Warum dann ewig ausweichen, statt direkt zu sagen, daß man keine Antwort hat? :coffee:
 
Offenbar dreht Erdogan jetzt völlig durch. Der Mann müsste schleunigst aus dem Weg geräumt werden, bevor er die Türkei vollends an die Wand fährt. Der Typ ist ein rückständiger Terroristensympathisant, und gefährdet mit seiner Politik, die einzig darauf abzielt ein neues Sultanat zu etablieren, sein Land und die ganz Region. Eigentlich wäre es an der Zeit die Türkei mit Sanktionen solange in die Knie zu zwingen, bis auch der letzte Bauer in Anatolien verstanden hat das so nicht weitergeht.
 
Ich finde, Erdogan macht das sogar ziemlich geschickt. IS ist ihm egal, bzw. will er eher eine Koexistenz. Primärziel ist die PKK, auch um die Kurden im eigenen Land zu schwächen und die HDG zu kriminalisieren. Schließlich hat die ihm die absolute Mehrheit gekostet und ist im weiteren Sinn sogar eine Gefahr für die Landesgrenzen, wenn die Kurden mal einen eigenen Staat wollen. Also greift er "mal" den IS an, um damit die wesentlich intensiveren Angriffe auf die Kurden zu rechtfertigen.

Es wurde zwar schon von der Bundesregierung für die Bundeswehr ausgeschlossen. Aber wenn's ganz dumm kommt, kriegt Erdogan es auch noch hin, dass die NATO gegen die Kurden vorgeht. Die Amis haben die Angriffe auf die PKK schon als Terrorabwehr legitimiert. Zu wichtig ist die Türkei als Pufferzone zwischen Arabern, Russen und Westen.

Natürlich wäre es uns lieber, wenn die Türkei wie in den letzten 30 Jahren um die Mitgliedschaft zur EU bettelt. Aber Erdogan hat sich wohl entschieden, dass diese Zeiten vorbei sind.
 
Geschickt? Dann war es auch geschickt wie die USA den Irakkrieg provoziert haben. Und ebendiese sollte Erdogan auch als mahnendes Beispiel dafür ansehen, was passiert wenn man versucht Terroristen für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Das die Türkei um die EU-Mitgliedschaft bettelt will niemand, da gehören sie auch einfach nicht rein, aus sehr vielen Gründen, es entspricht auch nicht "unseren" Interessen. Unseren Interessen entspricht es im Gegenteil aber sehr, wenn die Kurden in der Region sich stabilisieren. Darüber hinaus kann man auch durchaus Sympathie und Verständnis haben für deren Bestreben einen eigenen Staat zu gründen, zumindest was die Gebiete außerhalb der Türkei angeht.
 
Das ist wohl aber anders geschickt. Im Irak haben sich vielleicht einige aus der Regierung privat bereichert. Einen Vorteil kann ich politisch weder für die damalige Regierung, noch weniger für die USA sehen. Die Destabilisierung der Region und ISIS kann man nict auf der Haben Seite verbuchen.

Was bedeutet, Terroristen für seine Zwecke zu instrumentalisieren? Daß Europa die PKK gegen ISIS unterstützt, oder das Ergogan ISIS gegen die PKKm vielmehr gegen Assad unterstützt?
 
Das ist wohl aber anders geschickt. Im Irak haben sich vielleicht einige aus der Regierung privat bereichert. Einen Vorteil kann ich politisch weder für die damalige Regierung, noch weniger für die USA sehen. Die Destabilisierung der Region und ISIS kann man nict auf der Haben Seite verbuchen.
Eben.
Was bedeutet, Terroristen für seine Zwecke zu instrumentalisieren? Daß Europa die PKK gegen ISIS unterstützt, oder das Ergogan ISIS gegen die PKKm vielmehr gegen Assad unterstützt?

Letzteres.
 
Was hat er zu verlieren? Innenpolitisch nutzt ihm sein Handeln. Den USA geht es am Arsch vorbei und Europa hat mehr als Empörung auch nicht zu bieten. Ob Erdogan-Anhänger oder PKK-Anhänger die Straßen mit ihren Demos blockieren, interessiert doch die wenigsten.
 
Der große Wettbewerbsvorteil der Türkei gegenüber anderen Staaten des nahen Ostens ist Stabilität. Die PKK ist in der Lage die Türkei mit Terror zu überziehen, dann war es das damit.
 
War die Türkei vor Isis instabil? Mir scheint, da die PKK sich derzeit in einem 2 Frontendkrieg befindet. Was erwartest Du für Aktionen?
 
Dann war es auch geschickt wie die USA den Irakkrieg provoziert haben.
Spekulationsgründe, warum die Amis in den Irak einmarschiert sind, gibt's mehrere. Die wohl wahrscheinlichsten:
  • Erdöl
  • Offene Rechnung von Papa, der damals ja mit UN-Mandat kurz vor Bagdad umkehren musste

Das die Türkei um die EU-Mitgliedschaft bettelt will niemand, da gehören sie auch einfach nicht rein, … es entspricht auch nicht "unseren" Interessen.
Natürlich entspricht es nicht unseren Interessen. Die Türkei hat sich davon aber in der Vergangenheit so einiges an EU-Investitionen versprochen. Und vor Erdogan versuchte die Türkei auch noch im Sinne Atatürks einen eher westlichen Staat zu formen. Erdogan hingegen fühlt sich wohl zur islamischen Kultur wesentlich mehr hingezogen.

Unseren Interessen entspricht es im Gegenteil aber sehr, wenn die Kurden in der Region sich stabilisieren. Darüber hinaus kann man auch durchaus Sympathie und Verständnis haben für deren Bestreben einen eigenen Staat zu gründen, zumindest was die Gebiete außerhalb der Türkei angeht.
Deine Aussage ist korrekt. Nur in dem Gebiet so überhaupt nicht der Völkeransiedlung. Und wenn die Kurden halt mächtig genug sind, ihren eigenen Staat zu gründen, wird der für die Kurden im Optimalfall aus Teilen Syriens, dem Irak und eben auch der Türkei bestehen. Erdogan macht keinen Hehl aus seiner Meinung gegenüber den Kurden. Er sieht in den Kurden die wesentlich größere Gefahr als im IS.

Mit den Alibi-Luftschlägen auf den IS kann sich Erdogan durchaus verrechnet haben. Er hat damit einen gefährlichen 2-Fronten-Krieg begonnen. Interessanterweise wurde dadurch die arabische Regel: "Der Feind meines Feindes ist mein Freund." außer Kraft gesetzt.

Die Situation der Türkei dürfte in den nächsten Monaten noch sehr interessant werden und geprägt werden von Luftschlägen von Seiten der Türken, Guerrilla-Attacken der Kurden und Selbstmordanschlägen des IS. Richtig spannend ist die Frage, ob der IS sich traut, in die Türkei einzumarschieren. Damit wäre das dann ein NATO-Bündnisfall.
 
Mit den Alibi-Luftschlägen auf den IS kann sich Erdogan durchaus verrechnet haben. Er hat damit einen gefährlichen 2-Fronten-Krieg begonnen. Interessanterweise wurde dadurch die arabische Regel: "Der Feind meines Feindes ist mein Freund." außer Kraft gesetzt.
Du meinst, der IS betrachtet die Luftschläge nicht als Alibi sondern reagiert?
Ich würde eher vermuten dass die das vorher abgesprochen haben - ein Anschlag hier, ein paar wirkungslose Luftschläge da und dann gehen sie gegen den gemeinsamen Feind vor...

Die Situation der Türkei dürfte in den nächsten Monaten noch sehr interessant werden und geprägt werden von Luftschlägen von Seiten der Türken, Guerrilla-Attacken der Kurden und Selbstmordanschlägen des IS. Richtig spannend ist die Frage, ob der IS sich traut, in die Türkei einzumarschieren. Damit wäre das dann ein NATO-Bündnisfall.
So dumm sind die bestimmt nicht.
Wenn aber der IS die Türken nun als Feind betrachtet wird es dort eher Terror geben.
Und zumindest in den Touristenregionen der Türkei wäre das eine wirtschaftliche Katastrophe...
 
Deine Theorie bezüglich IS und Türkei erscheint mir durchaus plausibel. Hat ja für beide Seiten gewisse Vorteile:
  • IS hat eine stabile Nordgrenze.
  • IS hat zuverlässige Nachschubwege und Unterstützung durch die Türkei.
  • Erdogan kann gemütlich seine Diktatur weiter ausbauen und die Grundrechte weiter stark einschränken.
  • Erdogan kann gegen die PKK und die Kurden im eigenen Land vorgehen, ohne national oder international an den Pranger gestellt werden.
  • Die Türkei als Nato-Mitglied kriegt damit den Spagat hin, sowohl Alliierter des IS als auch Mitglied eines westlichen Bündnisses zu sein.


Atatürk schrieb:
Der Islam gehört auf den Müllhaufen de Geschichte. Diese Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen, ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet.
Ich glaub, der würde sich im Grabe umdrehen, wenn er die Situation heute miterleben müsste.
 
Das wiederum ist strittig und wurde schon 3 Jahre vor der Widerlegung auf Deiner Seite auf Wikiquotes diskutiert.



Demnach taucht das Zitat wohl in 2 Büchern aus den 50-er Jahren des 20. Jh auf und scheint durchaus keine Fälschung zu sein.

Das Zitat ist also echt, auch Necla Kelek und andere Autoren verweisen darauf. (Der vorstehende, nicht signierte Beitrag stammt von 88.79.202.33 (Diskussion • Beiträge) 15:04, 22. Jun. 2010 (CEST))

Warum steht das Zitat nicht wieder drin?

In dem Buch von Bernd Rill erscheint das Zitat tatsächlich. Er bezieht sich aber auf Benoist Mechin. Welche Quelle gibt Benoist Mechin an?

Benoist Mechin war ganz sicher kein Altnazi, völkischer Nationalist oder Rassist. Desweiteren sind mir einige kemalistisch orientierte Türken begegnet die dieses Zitat bejahten. Ein armenischer Historiker der als Quelle des Buches "Der Völkermord an den Armeniern, die Trägodie des ältesten Christenvolkes der Welt" genannt wird bejaht diese Haltung Atatürks zum Islam, im Buch heißt es Atatürk sei ein fanatischer Gegner des Islams gewesen. -- 77.3.74.89 17:40, 16. Feb. 2011 (CET)

Atatürk war derjenige, der den Koran in die türkische Sprache übersetzen ließ. Zuvor existierte eine türkische Fassung des Korans nicht. Warum sollte er dies tun, wenn er so religionsfeindlich war? Gewiß war Atatürk kein frommer Mensch, aber er hat die Religion selbst nicht verunglimpft. Atatürk war gegenüber der religiösen Sekten negativ eingestellt. Er hat die ganzen Sekten auflösen lassen. Es gibt auch keinen Platz für solche Tarikats im islam, weil die Religion keine Mittler zwischen Gott und Mensch zulāßt und der Mensch direkt dem Gott Gegenüber steht. Ich habe viele Bücher über Atatürk gelesen von türkischen wie nicht türkischen Autoren. So ein Unfug ist mir nirgendswo begegnet.

Das Atatürk ein fanatischer Gegner des Islams war ist eigentlich bewiesen aber muslimische Türken wollen das nicht wahrhaben und versuchen Atatürks Verhältnis zum Islam zu verfälschen. Atatürk hat nicht um sonst klerikale Kleidung, den Mondekalender usw verboten. Atatürk sah den Islam als Arabisierung. --95.114.18.224 19:37, 1. Mär. 2011 (CET)

@ Stepro

Cem Dalaman bezieht sich aber auf Atatürk und hält das Zitat für authentisch

Warum steht dieses Zitat nicht drin? "Seit mehr als 500 Jahren haben die Regeln und Theorien eines alten Araber-Scheichs und die abstrusen Auslegungen von Generationen von schmutzigen und unwissenden Pfaffen in der Türkei sämtliche Zivil- und Strafgesetze festgelegt. Sie haben die Form der Verfassung, die geringsten Handlungen und Gesten eines Bürgers festgesetzt, seine Nahrung, die Stunden für Wachen und für Schlafen, den Schnitt der Kleider, den Lehrstoff in der Schule, Sitten und Gewohnheiten und selbst die intimsten Gedanken. Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen, ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet"
 
Das Zitat ist echt. Es stand in einem Buch, aber niemand weiß, ob das authentisch von Atatürk ist.

Es gibt aber viele dokumentierte Zitate, wo Atatürk genau das Gegenteil sagt. Wie in der Quelle, die ich gepostet habe. Deswegen gehe ich davon aus, dass dieses Zitat falsch zitiert und erfunden ist.

"Armenischer Historiker"

XD

Die meisten Türken sind islamisch und trotzdem nationalistisch. Wie vereinbaren sie das, wenn ihr Idol islamfeindlich war? Sind Türken schizo?

Wäre das die Wahrheit, gäbe es keinen Kemalismus in der Türkei.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die meisten Türken sind islamisch und trotzdem nationalistisch. Wie vereinbaren sie das, wenn ihr Idol islamfeindlich war? Sind Türken schizo?
In der Geschichtsschreibung kann man viele Sachen "korrigieren". Auf alle Fälle verträgt sich der Kemalismus nicht mit den Bestrebungen Erdogans, die Türkei wieder in ein Osmanisches Sultanat zu verwandeln.
 
Zurück
Oben