Negerküsse gibts auch nicht mehr. Zigeuner ist ein ähnlich negativ besetzter Begriff.
Aber es ist kompliziert. Ich kannte Zigeuner stets nur als neutralen Begriff, habe erst spät gelernt, dass er problematisch sein soll. So wird auch kaum jemand was negatives mit "Eskimo" verbinden.
Das mit die Negerküsse war genauso Humbug.
Was gibt es denn für Herabwürdigungen bei weißen Männern? "Männlein-Soße" triffts noch nicht. Vielleicht "Schwuchteleintopf" oder "Homowurst". Anderer Ansatz: "Hakennase" als Name für eine Wurst oder "Judensau" für ein leckeres Schnitzel.
Ohne Worte. Es gibt übrigens Wiener Würstchen, das kann man auch so oder so sehen.
Insofern kann ich den Diskurs schon nachvollziehen. Einerseits die Minderheit, die keine Lust hat, dass eine sie abwertende Bezeichnung namensgebend für Supermarktprodukte ist, andererseits die Mehrheit, bei der sich der Begriff ganz unabhängig von dem negativen Anklang eingebürgert hat.
Zigeuner ist für die meisten Leute ein Sammelbegriff für herumreisende Leute, die oftmals negativ auffallen, weil sie ihre Kinder zum Aggro Betteln an belebte Plätze schicken bzw. zum Klauen und für gewisse hygienische Probleme in den Gebieten, wo sie eine Zeitlang gehaust haben. Jetzt sind viele sesshaft geworden, die Kinder werden immer noch zum Aggro Betteln und Klauen auf die Straße geschickt und die hygienischen Probleme sind in den Gebieten, wo sie wohnen, bekannt.
Nun macht diese Minderheit einen riesen Aufstand wegen einem Lebensmittel - in dem Fall einer Soße. Worte, wenn es wieder um die Kinder Bettler geht, werden hingegen nicht verloren.
Man merkt echt Sommerloch. Wo sie wieder negativer auffallen, die Sinti und Romagruppen (was leider so ist; in Berlin wurde z.B. vor einiger Zeit wieder vermehrt vor den Kinder Klaubanden gewarnt) wird nun also wieder mit den Säbeln gerasselt und die Rassismuskeule herausgeholt und herumgeschwungen.
Dann werden wir ja bald wieder Namensänderungen für Lebensmittel an die Backe geklatscht kriegen, weil wir Deutschen vor solchen Minderheiten und ihren - in diesem Fall wirklich - absurden Forderungen am Boden kriechen.