Meta-Diskussion über die Vertretbarkeit der Diskussion über Lockpicking

Lockpicking ist also Schlösser knacken, wenn ich das richtig verstanden habe?

Großartig, denn dann hab ich auch schon Lockpicking gemacht - an einem Kofferschloss von einer Zimmernachbarin. Mit ihrer Erlaubnis und in ihrem Beisein. Ganz in MacGyver Manier mit zwei Büroklammern. Sie hat nämlich ihren Schlüssel IM Koffer gehabt. :D

Ich hege jetzt aber keine Absicht, zukünftig als Einbrecherin und Schlösserknackerin tätig zu sein oder zu werden.
 

Hast du zuhause ein Dietrichset und übst an immer komplizierteren Schlössern? Nein? Dann ist ja gut.
 
Also, wenn ich wirklich irgendwann mal die Lust verspüren sollte, Nachbars Gartenlaube aufzuknacken oder ein Fahrrad zu klauen, dann werde ich bestimmt nicht auf's Lockpicking zurück greifen...
Dann ist ein Bolzenschneider gefragt... Spuren hin oder her... Bei sowas geht's um die Schnelligkeit, und da fällt Lockpicking in 99,9% der Fälle raus...

Ist natürlich wiederum fraglich, warum ich (und bestimmt viele andere Privatpersonen) einen Bolzenschneider haben... Bestimmt alles Verbrecher!
Und wenn man dann noch Urbexer ist, ist die Wahrscheinlichkeit bestimmt noch höher! Die rennen ja eh nur in fremdem Eigentum rum... :D
 


Soweit ich es verstehe, ist ein Einbruch ohne Spuren sicherer, da schwerer nachzuverfolgen.
 
Naja... Beim Lockpicking grabbelst du das Schloss auch an. Wenn du da keine Handschuhe trägst, hast ein Problem unter Umständen!

Und was willst du bei einem Bolzenschneider-Schnitt zusätzlich auswerten? Oder an dem Metallstaub, den die Akkuflex hinterlässt?
Eben... Nix! Die Akkuflex macht ja noch Lärm... Aber das "Knack" vom Bolzenschneider nimmt doch kaum jemand wahr...
 

Geht das mitm Bolzenschneider echt bei Wohnungstüren?
 
Da natürlich weniger...

Aber da kann man unter Umständen den Zylinder rausziehen (natürlich mit Gewalt) oder man kann einen Akkuschrauber nutzen...
Man muss nur wissen, wo man bohren muss... :D

Macht natürlich Lärm, das ist schon klar! Aber meist wird eh nicht in Mehrfamilienhäusern eingebrochen... Und zumindest hier liest man auch immer öfter von
Einbrüchen am Tag. Da fallen bestimmte Geräusche auch nicht unbedingt auf.

Wie gesagt. Wenn man nicht gerade Profi ist, dauert Lockpicking viel zu lange und man geht das Risiko ein, doch noch entdeckt zu werden.
Dann lieber kurz Lärm machen und der Drops ist schnell gelutscht...


EDIT: Und wenn ich mir so die meisten Türen in Mietshäusern so ansehe... Einmal kurz mit der Schulter einen Bodycheck... :p:D
 
Ja, da ist ein logischer Fehler drin.
Du implizierst nämlich das jeder Mensch ein Verbrecher ist der nur auf den Moment wartet. Das stimmt nicht und, da deine gesamte Argumentationskette darauf aufbaut, ist sie nicht haltbar. Nach dieser Argumentation wären Profisprinter auch die ultimativen Taschendiebe weil du die nie im Leben kriegst sobald sie weglaufen. Hast du eine solche Angst vor Sprintern? Kampf-, Kraft- und viele Andere Sportler können auch bestimmte Verbrechen besser durchführen als der "Ottonormalverbraucher". Hast du eine solche Angst vor Sportlern?

Ich glaube eher nicht. Die müsstest du laut deiner Argumentation aber haben. Wir sind ja Alle der Meinung das das Risiko gegeben ist. Das du die moralische Verwerflichkeit hier aber auf das Lockpicking beschränkst ist genau die Doppelmoral die ich ansprach. Deswegen beisst du hier im Thread auch auf Granit.

Daher glaube ich das es wirklich die persönlichen Gründe sind. Es ist nunmal schwer die persönlichen Erfahrungen/Gefühle aus einer Diskussion herauszuhalten auch wenn sie unangebracht sind.

Beim "keine Spuren hinterlassen" hast du genau den Sport mit dem Verbrechen verwechselt. Bei Lockpicking als Sport oder Hobby gilt das man möglichst keine Spuren hinterlassen sollte. Es geht dabei um Technik, Feingefühl und Können statt roher Gewalt. Dem Einbrecher ist das herzlich egal. Der zieht seine Handschue an und will dann so schnell wie möglich rein und wieder raus. Ein Schloss schnell (und möglichst leise) zu zerstören ist keine wirkliche Gefahr. Eine Ewigkeit vor der Tür herum zu stehen dagegen schon.
 
Aber meist wird eh nicht in Mehrfamilienhäusern eingebrochen...

Da muss ich dich enttäuschen. Da wird durchaus eingebrochen, speziell in Großstädten, wo man nicht darauf achtet, wer der Nachbar und wer der Verbrecher ist. Zumindestens ist das meine persönliche Erfahrung.

Wie gesagt. Wenn man nicht gerade Profi ist, dauert Lockpicking viel zu lange und man geht das Risiko ein, doch noch entdeckt zu werden.
Naja, aber darum übt man doch vorher? Damit man schneller und sicherer einbrechen kann?
Und genau hier setzt meine Aversion an.

--- [2014-01-09 20:32 CET] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Ja, da ist ein logischer Fehler drin.
Du implizierst nämlich das jeder Mensch ein Verbrecher ist der nur auf den Moment wartet.
Das stimmt nicht. Ich impliziere, dass diejenigen, die Schlösser besser knacken können, es mit oder auch ohne Erlaubnis können.
Hast du eine solche Angst vor Sprintern? Kampf-, Kraft- und viele Andere Sportler können auch bestimmte Verbrechen besser durchführen als der "Ottonormalverbraucher". Hast du eine solche Angst vor Sportlern?
Ich glaube, es ist was anderes, wenn ich nur rennen kann, als wenn mein Sport das Wegschnappen von Taschen dabei beinhaltet. Beim letzteren hätte ich Angst, dass die Menschen auch dazu geneigt wären das auf der Straße auszuprobieren, ja.
 
Ich weiß nicht, wo du wohnst...
Aber hier (mitten im Ruhrpott) werden meist Einfamilienhäuser bevorzugt...
In Mehrfamilienhäuser wird zwar auch eingebrochen, aber da trifft es so gut wie immer das EG... Vom Hof/Garten aus durch Fenster oder Terassentür.
Da braucht's dann auch nicht unbedingt Lockpicking zu... Oder die nehmen sich gleich die Kellertüren vor.
 
Wenn das Haus nicht irgendwo abseits in der Pampa total verlassen steht, wird kein Einbrecher erst lange an einem ihm unbekannten Schloss mit irgendwelchem Werkzeug rumpopeln. (Was anderes sind Gartenkolonien, die im Winter verlassen sind.) Ein Einbruch muss schnell gehen, also wird geschaut, ob es irgendwo eine Schwachstelle gibt etwa ein angekipptes Fenster oder ein leichter Zustieg über den Keller (via Gitter, was nicht gut gesichert ist als Beispiel). Ein Einbruch muss schnell gehen, weil immer die Gefahr besteht, dass ein neugieriger Nachbar doch mal schaut, wenn es da komische Geräusche gibt oder einer der Bewohner nach Hause kommt.
 
Wenn das Haus nicht irgendwo abseits in der Pampa total verlassen steht, wird kein Einbrecher erst lange an einem ihm unbekannten Schloss mit irgendwelchem Werkzeug rumpopeln.

Tun sie auch nicht. Sie sondieren das Objekt, merken sich das Schlossmodell, kaufen es im Laden, üben üben üben, fertig. Wie die Sportler.
 
Das wird zu 99,9999% nicht der Fall sein!

Bei Nobelvillen, wo es wirklich was zu holen gibt, könnte ich mir so penible Vorbereitungen schon vorstellen, aber doch nicht bei Lieschen Müller...
 


Kann sein, dass du recht hast. Ich weiss es nicht. Bei mir wurde auch eingebrochen, ohne dass das Schloss beschädigt war und ich lebe nicht in einer Nobelvilla. Und es WAR abgeschlossen, bevor diese Frage kommt.
 
Hmm... Dann hast du Pech gehabt!
Ein Kumpel von mir ist bei der Kripo... Der kennt Lockpicking auch...
Kommt äußerst selten zum tragen bei gewöhnlichen Einbrüchen, sagt er.
 

Selten heisst aber nicht nie, oder? :unknown:
Ich bin sicher, dass nicht jeder Einbrecher Lockpicker ist. Aber jeder geschickte Lockpicker wäre in der Theorie ein guter Verbrecher.
Vielleicht ist das schlicht mein Misstrauen gegenüber solchen Fähigkeiten, weil ich keine Lockpicker persönlich kenne. Ich kenne zB Kampfsportler und weiß, dass diese Menschen normalerweise viel disziplinierter sind als die meisten Nichtsportler, was Gewalt angeht.
 
Ich bin sicher, dass nicht jeder Einbrecher Lockpicker ist. Aber jeder geschickte Lockpicker wäre in der Theorie ein guter Verbrecher.
Es hat dir hier schon jemand erklärt dass zu einem erfolgreichen Einbruch wesentlich mehr gehört als das Knacken eines Schlosses.
Die meisten Türen hat man mit einem Brecheisen in 1-2 Sekunden offen...
 
Mit den Kampfsportlern ist das auch so eine Sache... Da kommt es meiner Meinung nach aber ganz stark auf die Kampfsportart an...
Zumindest gibt'S bestimmte Leute, die bestimmte Kampfsportarten bevorzugen (Stichwort: Straßenkampf)...

Und wenn du schon Lockpicker so verdächtigst, was sagst du dann zu Urbexern? Das sind die, die sich (meist nachts) in fremden Gebäuden rumtreiben
und zusehen, dass sie nicht entdeckt werden? Sind die auch alle potentielle Diebe? Schleichen können die meist echt gut! :D
 
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