Ich sehe keinerlei moralische Probleme, sofern ausschliesslich Schlösser geöffnet werden, deren Eigentümer ausdrücklich die Einwilligung dazu gegeben hat. Das können eigene, aber auch fremde Schlösser sein, entweder aus sportlichem oder technischem Interesse, zur Überprüfung der Sicherheit gegen eben solche Angiffe, oder weil sich jemand ausgesperrt hat. Sicherlich lassen sich das dadurch gewonnene Wissen und die Fertigkeiten missbrauchen, um unberechtigt Schlösser zu öffnen und dann einzubrechen oder zu stehlen; die blosse Möglichkeit darf kann aber nicht die Grundlage sein, Wissen zu verbieten. Vorhandene Schwachstellen kann man in keinem Fall dadurch beheben, dass man sie verschweigt oder das Wissen darüber sogar zu verbieten versucht.
Das Thema lässt sich IMHO schön mit der üblichen `Hacking`-/Computersicherheits-Diskussion vergleichen. Während ich mich bisher erst am Rande mit Lockpicking beschäftigt habe, behaupte ich einmal, im IT-Sicherheitsbereich einige Erfahrung zu haben. Auch in diesem Bereich finden sportliche Wettkämpfe statt, `Wargame` oder `CTF`genannt (vgl. etwa
https://ngb.to/threads/5166-ngb-Capture-The-File-Team-Wargame-Team). Ein Pickset könnte man durchaus mit einem Exploit für eine Schwachstelle oder mit Werkzeugen wie nmap, metasploit oder sqlmap vergleichen. Sicherlich lassen sich beide missbrauchen, um fremde Systeme anzugreifen; allerdings sind Informationen über Schwachstellen und auch Penetration-Testing-Tools unabdingbar, um Schwachstellen in
eigenen Systemen zu finden und zu beheben. Das Wissen darüber (oder das Angreifen eigener Systeme) zu verbieten, würde die Sicherheit signifikant senken, nicht erhöhen. Es ist essentiell, dass sich (auch) Leute mit der Thematik befassen, die keine fremden System angreifen wollen (wer das tun will, wird sich wohl weder durch moralische Bedenken noch durch Gesetze davon abhalten lassen)