Heikles Thema: Ägypten

Nero

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16 Juli 2013
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Ich würde gern über die Entwicklung in Ägypten diskutieren, habe aber richtig Angst davor.

Früher zog so ein Thema alle Islamhasser an wir ein Misthaufen die Fliegen, und die haben dann sofort mit ihrem Müll den ganzen Thread verpestet. Wenn es immer noch so ist, wenn dies Risiko noch immer hoch ist - ich war schon lange nicht mehr in einem Forum - dann bitte schließen.

Es geht um Folgendes: Nun herrscht ja in Ägypten eine Militärdiktatur, und aus gutem Grund gefällt das Vielen überhaupt nicht. Ich aber muss gestehen, dass ich eine gewisse Sympathie für sie habe, wobei ich genau weiß, dass ich das bald bereuen werde.

Aber ist das nicht der normale Ablauf von Revolutionen? Mir fällt dazu die berühmte Französische Revolution ein, der Musterfall einer Revolution. War das Resultet dieser Revolution die sofortige Einführung der Demokratie?

Ganz im Gegenteil. Danach kam die Schreckensherrschaft und im Anschluss Napoleon, praktisch ein Diktator und Feldherr. Dann wieder unter der Restauration ein König, dann ein sogenannter Bürgerkönig, dann wieder ein Diktator und Kaiser, Napoleon III.

Es hat in Frankreich 100 Jahre gedauert und viel Blut gekostet, bis aus dem Sturz des alten Regimes eine demokratische, parlamentarische Republik geworden ist. Und jede Etappe dieses Prozesses, auch die Diktaturen, erweist sich nachträglich als ein Schritt dorthin.

Also muss man, denke ich, bei der Beurteilung der Entwicklung in Ägypten vorsichtig sein und kann nicht verlangen, dass dieses Land an einem Tag schafft, wozu Frankreich 100 Jahre brauchte und Deutschland noch länger.

Die Frage, ob im Augenblick Demokratie dort herrscht, erscheint mir weniger wichtig als die Frage, ob dort eine herrschende Klasse regiert, meinetwegen diktatorisch, die das arme Land ökonomisch voranbringt. Das ägyptische Militär unterhält, wie man hört, bedeutende wirtschaftliche Interessen, es besitzt Hotels, Strände und Fabriken, und wenn Militärs zugleich Kapitalisten sind, kann diese der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes durchaus förderlich sein, wie man an China sieht.

Ich mache mich auf viel Entrüstung gefasst, aber so denke ich nun mal im Augenblick.
 
Ich antworte morgen genauer darauf aber mich würde interessieren warum Du die französische Revolution als Musterfall nimmst? Da ging eine Menge schief für die Zeit sicherlich verständlich aber m.M.n. nicht strebenswert für den Ablauf einer Revolution.
 
das land wird erst dann zur ruhe kommen, wenn...
1
die geostrategischen politspielchen fertig gespielt sind
und
2
die salafisten ausgemerzt wurden....

ps
habe mein urlaub für november schon vor den unruhen gebucht, ich hoffe das bis dahin sich die lage entspannt hat, denn sonst werde ichs mir überlegen dorthin zu fahren.
 
gerne...wir wenden ihre taktik an und schneiden allen salafisten die köpfe ab....gleiches mit gleichen vergelten.

ps
die salafisten sind keine bevölkerungsgruppe sondern eine ideologische glaubensgemeinschaft der radikalsten art.
 
Ich bin ein Gegner der Salafisten, aber was Du von Dir gibst ARISTOTEL ist in einer vernünftigen Diskussion fehl am Platz.

Ich fasse mich nun kurz, da ich nichtmehr ganz so wach bin ;)
Mir ist sowohl Staatsform, als auch Regierende Gruppe/Person in Ägypten egal, solange diese für Stabilität sorgt.
Also keine Straßenschlachten mehr oder ähnliches.
Wichtig finde ich vor allem, dass die Sinai-Halbinsel unter Kontrolle gebracht wird um Waffenlieferungen an die Hamas und andere Terrorgruppen im Gaza-Streifen zu unterbinden.
 
tja, das wolltest du doch hören, nicht wahr kleiner schlaumeier :coffee:


Zu kantig für mich...

image.jpg
 
Ich mache mich auf viel Entrüstung gefasst, aber so denke ich nun mal im Augenblick.

So viel Entrüstung wird dir da glaube ich nicht entgegenschlagen. Du erklärst deine Denkweise ja ausreichend gut.

Ich finde nur das bei dieser Betrachtungsweise ein bisschen die Gefahr besteht, dass man jede Entwicklung in Ägypten gutheißen könnte, weil man sich weiterhin auf dem langen Weg in Richtung Demokratie wähnt. Demokratie ist aber kein endgültiges Ziel, das man so oder so erreicht. Das muss man, auch wenn es 100 Jahre dauert, jeden Tag ein bisschen mehr erarbeiten. Chinesische Verhältnisse wären vielleicht eine Verbesserung der Lebenssituation für die Ägypter, aber von Demokratie ist das noch ein ganzes Stück weit entfernt.

Das Problem, das ich für Ägypten sehe ist, dass ihnen diese Zeit sowohl von Außen als auch von der eigenen Bevölkerung vielleicht nicht gegeben wird. Im Moment wäre es jedenfalls leicht für irgendwelche Demagogen auf die aktuellen Mißstände aufmerksam zu machen, das Ganze ein bisschen zu verschwurbeln und damit die nächste (undemokratische) Revolution heraufzubeschwören.
 
Mir ist sowohl Staatsform, als auch Regierende Gruppe/Person in Ägypten egal, solange diese für Stabilität sorgt.
dann lassen wir halt deiner meinung nach den salafisten freie hand und erlauben ihnen heute ägypten und morgen deutschland die scharia einzuführen...huhuu lasset die köpfe der ungläubigen rollen ^^

junger padawan, du solltest mal ein wenig die osmanische geschichte studieren...mein volk (makedonier) war 600jahre lang unter osmanischer (muslimischer) herrschaft und ich weiss wovon ich rede....







ihr könnt ja gerne versuchen die salafisten mit blümchen bilder malen, körbe flechten oder aus ton vasen herzustellen sie resozialisieren...viel glück damit.
 


Ach Gottchen, steht der Muselmann schon wieder vor Wien? Oder können wir vielleicht auch mal ne Diskussion über Ägypten führen, ohne diesen "In Deutschland die Sharia einführen HERP DERP!!"-Blödsinn? Die Ägypter kommen mir bisher so vor, als wüsstens sie sich auch gegen solche Leute zu wehren.

...und die Tatsache, dass die Makedonier in den letzten 600 Jahren unter Moslems zu leiden hatten, macht dich nicht automatisch zum Islam-Experten. Gruselbildchen hin, Gruselbildchen her.
 
jedoch hatte ich das vergnügen im ruhrpott großgeworden zu sein...und ich hatte ziemlich engen kontakt zu muslimen...ich schmeiss weiss gott nicht alle in einem topf...aber wir sprechen hier über die salafisten also die radikalen muslime die man nicht von ihren weg/vorhaben abbringen wird.
wenn man das nunmal nicht begreift, ist man halt verloren...es hilft hier nicht wenn man denen gut zuredet oder sie in sozialisierungsprogramme steckt...diese menschen wurden dermaßen im kopf gefickt dass man da nichts mehr rückgängig machen kann...
 
vielleicht hast Du es übersehen, aber ich bin sehr wohl gegen die Salafisten.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass man niemanden für seine Denkweise töten sollte. Andernfalls wären wir kein Stück besser.

Wir sollten auch aus der Vergangenheit lernen um die Zukunft besser zu gestalten.
Siehe Frankreich und Deutschland: lange Zeit Erzfeinde, marschieren heute deutsche Soldaten neben ihren französischen Verbündeten am 14. Juli in Paris.
Siehe Israel und Deutschland: Deutschland hat mehrere Millionen Juden getötet, trotzdem arbeiten die beiden Nationen nun zusammen und versuchen so etwas in Zukunft zu verhindern

Warum sollen wir also nicht auch versuchen einen gemeinsamen Weg mit den Salafisten oder den Moslems allgemein zu finden?
Ich habe viele Freunde, die Moslems sind und von denen unterstützt keiner die Scharia. Davon abgesehen gibt es im Islam mehrere unterschiedliche Fraktionen. Ein Fakt, der gerne übersehen wird.

Im Lied "Kein Ende in Sicht" von Die Firma gibt es eine schöne Zeile dazu: "Offen gesagt gibt's für mich weder Juden, Moslems noch Christen. Es gibt nur gute Menschen und schlechte Menschen! Das war's, das ist es!"

Ich bitte Dich darüber nachzudenken. Hass führt immer nur zu mehr Hass.
 


Von gut zureden oder Sozialisierungsprogrammen hab ich aus Ägypten auch noch nichts gehört. Bisher scheinen die mit ihren fanatischen Ansichten ja eher etwas ins Abseits gedrängt zu werden.
 
vielleicht hast Du es übersehen, aber ich bin sehr wohl gegen die Salafisten.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass man niemanden für seine Denkweise töten sollte. Andernfalls wären wir kein Stück besser.
dann wird sich halt solange im kreis gedreht bis der letzte ungläubige bekehrt wurde oder ihm der kopf abgeschnitten wurde.


Wir sollten auch aus der Vergangenheit lernen um die Zukunft besser zu gestalten.
Siehe Frankreich und Deutschland: lange Zeit Erzfeinde, marschieren heute deutsche Soldaten neben ihren französischen Verbündeten am 14. Juli in Paris.
die religion ist hier aber dieselbe und wir gehören dem selben ethnos an...


Siehe Israel und Deutschland: Deutschland hat mehrere Millionen Juden getötet, trotzdem arbeiten die beiden Nationen nun zusammen und versuchen so etwas in Zukunft zu verhindern
ach ja, war das wirklich so...wer sagt das und wo steht dass denn...ich habe ganz andere informationen die ein komplett anderes bild zeigen.
aber dazu kann man ja ein neues thema eröffnen wenn man mag, das gehört hier nicht hin.


Warum sollen wir also nicht auch versuchen einen gemeinsamen Weg mit den Salafisten oder den Moslems allgemein zu finden?
Ich habe viele Freunde, die Moslems sind und von denen unterstützt keiner die Scharia. Davon abgesehen gibt es im Islam mehrere unterschiedliche Fraktionen. Ein Fakt, der gerne übersehen wird.
bin ganz deiner meinung ABER wir drehen uns trotzdem im kreis, siehe geschichte.


Im Lied "Kein Ende in Sicht" von Die Firma gibt es eine schöne Zeile dazu: "Offen gesagt gibt's für mich weder Juden, Moslems noch Christen. Es gibt nur gute Menschen und schlechte Menschen! Das war's, das ist es!"
sagte das schaf zum wolf....

Ich bitte Dich darüber nachzudenken. Hass führt immer nur zu mehr Hass.
pazifismus ist eine gute sache, nur bringt sie der einen seite den sieg und der anderen seite die totale ausrottung...man muss sich nunmal entscheiden wo man stehen will.

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Von gut zureden oder Sozialisierungsprogrammen hab ich aus Ägypten auch noch nichts gehört. Bisher scheinen die mit ihren fanatischen Ansichten ja eher etwas ins Abseits gedrängt zu werden.
die frage ist doch, was haben die puppenspieler für einen plan ?...in ägypten werden die salafisten im moment fallen gelassen...in syrien jedoch werden sie weiterhin unterstützt um assad zu stürzen.
 


Puppenspieler? Wen meinst du?

Und wenn du die Salafisten doch eher in Syrien als in Ägypten auf dem Vormarsch siehst bringt uns das beim Thema Ägypten auch nicht weiter. Zumindest sehe ich im moment nicht wie.
 
Das, was Liaf sagt! Es sollte niemand für seine Denkweise getötet werden, so etwas möchte ich bitte nicht mehr lesen! Danke.
 
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