Es gäbe ein mordsmäßiges Geschrei wenn sich die Belastung der gesellschaftlichen Gruppen verschieben würde. Deswegen gibt es ja auch keine Steuerreform. Das wäre der einfachste Weg nicht wiedergewählt zu werden.
ach, wenns um die ÖR geht, gibts doch nie nen aufschrei (außer im gulli und vom kopp verlag - kann man sich sonstwohin stecken

).. bei manchen dingen sind sich die politiker einfach wirklich alle einig (also die 4 regierungsparteien, von denen eine gerade in die außenparlamentarische opposition gegangen ist).. abgesehen von den bösen raubmordschwarzsehern, wo ist denn der aufschrei der millionen, die jetzt das dreifache zahlen müssen? was machen die zigtausend ausländischen studenten, bei denen irgendwann der zwangsvollstrecker vor der tür steht, weil sie mit gebührenbescheiden aus dem nichts wenig anfangen können? aber die schreien eben nicht auf, ebensowenig wie hartzer, krankenpfleger oder rentner über die merkelpolitik.. es werden nur die schreie von bildzeitung & co. gehört, die eine kleine reiche minderheit vertreten - geschrien wird dann eher bei reichensteuer, erbschaftssteuer und mindestlohn (o nein, die armen arbeitsplätze!

).. die GEZ-erhöhung, die die armen natürlich proportional mehr trifft, ist da noch uninteressanter als die mehrwertsteuererhöhung..
Ich würde auch befürchten, daß ein steuerfinanziertes System in der Beliebigkeit der Haushaltsdebatten des Bundestages untergehen würde.
inwiefern? die kriegen einfach ihr spielgeld vom zuständigen ministerium - das ist zwar relativ beliebig, aber das wird ebensoviel oder wenig untergehen wie bildung, opern und theater (und vielleicht würde dann mal überhaupt jemand aufs budget schauen)..
Gibt es überhaupt etwas Beliebigeres als Sportsendungen?
normalerweise verteidigen die befürworter (z.b. Chummer und all seine fakeaccounts aus dem gulli, wenn dir das noch was sagt

) die horrenden ausgaben für sport, wetten dass und mutantenstadl mit dem
unterhaltungsauftrag (neben anderen aufträgen, die dann eher mager ausfallen).. das hat aber im weitesten sinne seine berechtigung, wenn man die ÖR grundsätzlich als nichtkommerzielle medien beibehalten will - die frage ist nur, wieviel man dafür ausgeben muss.. das problem ist leider, dass das genau dieselben leute festlegen, die die gesetze verabschieden und die verfassungsrichter ernennen.. und deren bosse sind in letzter instanz auch sehr am geldfluss interessiert, darum sind die proportionen hier so atemberaubend unverhältnismäßig..
Im Grundsatz wäre mir auch eine Änderung in ein steuerfinanziertes System recht wenn das reiche Gesocks dann auch anteilig mehr zahlen müßte. Dazu würde eine demokratisch legitimierte Einflußnahme auf die Programmgestaltung gehören. (Womit wir wieder beim Einfluß der Kirchen in den Rundfunkräten wären.

)
der einfluss ausgebrannter ex-politiker (wie der aufgedunsene kurt beck, der sich für den deutschen rupert murdoch hält) ist viel größer und auch viel schlimmer - da landen dann immer die, bei denen es für ein pöstchen bei der bahn nicht gereicht hat.. und natürlich ist der sinn einer steuerfinanzierung die direktere demokratische kontrolle der ausgaben - das hätte keinerlei einfluss auf die unabhängigkeit der redaktionen (wie regierungskritisch die nachrichten sind hat nichts damit zu tun, was der redakteur verdient, sondern welche politiker im rundfunkrat sitzen), sondern würde eben nur die kosten nach oben beschränken.. so ist das bei allen staatlichen (und privaten!) kultureinrichtungen.. dann würden ggf. eben keine hollywood-stars in irgendwelchen tv-krimis mitspielen und fußball-lizenzen wären auf einmal um einiges billiger - in jedem fall gäbe es ein vom volk gewähltes kontrollorgan.. aber das ist ja genau das problem: was hat das dumme volk den ÖR vorzuschreiben, wieviel geld sie ausgeben dürfen? am ende platzen noch millionenverträge - das ist nicht im interesse der autokonzerne und anderer investoren und ebensowenig im interesse des springer verlags und damit nicht im interesse merkels (bzw. jeder der 4 regierungsparteien) und schon garnicht im interesse der hinterbänkler, die auf ein pöstchen in dem molloch hoffen..
Eine unendliche Baustelle ist das Ganze sowieso. Schlimmer als jede Rentenreform oder Mindestlohndebatte der Energieversorgung oder .... oder ....
ne, schlimm ist es, dass es überhaupt keine debatte gibt! in den ÖR selbst sowieso nicht, oder hast du schon mal eine
kritische talkshow zum thema ÖR-finanzierung gesehen? ich erinnere mich an eine einzige vor ein paar jahren, da ging es aber nicht um die finanzierung, sondern um die grundsatzfrage, ob man die ÖR braucht - und als "contra" haben die oliver pocher eingeladen


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es gibt keine partei, die das thema überhaupt angehen will (also keine, die gewählt wird - z.b. linke, piraten, tierschutzpartei

).. man sieht ja wie schnell und einfach die verdreifachung der gebühr durchgewunken wurde, angestoßen glaub ich von der FDP (natürlich auf besondere bitte und in weiser voraussicht, dass bald niemand mehr einen fernseher besitzt und daher nur 5,76€ zahlt), und in den jahren zuvor die erweiterung auf internetgeräte und die abschaffung der befreiung für geringverdiener.. es ist etwas, das alle betrifft, aber worüber scheinbar niemand spricht - jedenfalls nicht in den etablierten medien, für die der status quo in jedem fall besser ist als irgendeine gerechtere änderung...