Es gibt ja nicht nur die Einstiegsschächte. Da ist ja Jahrzehnte Steinkohle aus dem Boden geholt worden. Hohlräume sind also reichlich vorhanden.
Da hast du leider ein Stabilitätsproblem. Mal abgesehen davon, dass die Sachen, die grad da unten rumliegen, auch nicht so gesundheitsförderlich sind (Grubenabwässer haben oft Schwermetallbelastung), würdest du mit ständigem Ein und Aus die Stollen weiter ausspülen, das Gestein schwächen und irgendwann wunderschöne Krater an der Oberfläche bekommen, wenn unten genug Schachtmasse eingestürzt ist. Haben wir ja teilweise jetzt schon.
Tatsächlich ist die Idee, aus überschüssigem Strom Methan zu produzieren, gar nicht so blöde. Wasserstoff hat - wie ein anderer Schreiberling hier schon angemerkt hat, ein paar doofe Eigenschaften (wobei ich eine da korrigieren muss, die Energiedichte ist nicht aufgrund der geringen Molekülgröße so gering, sondern weil das Gesetz von Avogadro besagt, dass das Volumen eines ideales Gases bei gleichbleibender Temperatur und Druck die gleiche Teilchenanzahl beinhaltet, und H[SUB]2[/SUB] bei Verbrennung eine geringere Enthalpieausbeute besitzt als CH[SUB]4[/SUB] - Es geht um die freiwerdende Enthalpie ("Energie") bei der Verbrennung eines Moleküls, nicht um dessen Größe; sonst würden wir nämlich idealerweise Proteine verbrennen). Wasserstoff kann aber schon mit CO[SUB]2[/SUB] direkt zu Methan und Wasser umgesetzt werden, was zwar eine Menge Energie "frisst", aber ein unkomplizierter Prozess ist; es wäre auch über den CaCO[SUB]3[/SUB]-CaO-Weg eine Möglichkeit denkbar, das CO[SUB]2[/SUB] dazu direkt aus der Luft zu gewinnen und das auch großtechnisch. Allerdings stellt sich die Frage, ob wir mit Blaualgen und einem schnellen Biogas-Reaktor nicht schneller zu einem Ergebnis kommen (das auch energiesparender wäre). Und es stellt sich auch die Frage, ob ein anderer Lebenszyklus nicht viele Speicherprobleme bzgl. Strom einfach lösen würde. Mal so überlegt:
Wir brauchen mittlerweile dank LED kaum noch signifikant Strom für Beleuchtung. Große Abnehmer sind Küche (abends) und Industrie (tagsüber). Wenn wir jetzt einen Abnehmer für die Nacht finden, der die Industrie spiegelt, haben wir kein Speicherproblem mehr, weil wir dann idealerweise rund um die Uhr ähnliche Mengen Strom brauchen. Und wir haben auch einen Abnehmer, der oft vergessen wird: Die Bahn. Verlegt man den Güterverkehr massiv auf die (nächtliche) Schiene, schränkt den Individualverkehr ein (der sowieso eine Energieverschwendung sondersgleichen ist) und nutzt die Nächte unter Anderem für die Ladung von E-Fahrzeugen, haben wir dezentrale Speicher und einen relativ ausgewogenen Stromverbrauch rund um die Uhr. Ja, der Planungsaufwand ist recht hoch, könnte aber durch dynamische Preisgestaltung bei der Energie verringert werden, indem man Strom börsentauglich macht, und zwar richtig: Leute haben eine Strompreis-Uhr im Haus und können den sekundenaktuellen Strompreis sehen, der allerdings lediglich an den aktuellen Verbrauch gekoppelt ist. So können einige Dinge, wie etwa die Ladung eines E-Fahrzeugs, sogar automatisiert spekulativ betrieben werden (Lade, wenn Strompreis < X), was den Stromverbrauch weiter glättet.