Drogenpolitik

Der Zugriff auf Cannabis für die Forschung ist immer noch niciht unproblematisch. Die üblichen (also zum jeweiligen Zeitpunkt zumindest verkehrsfähigen) BTMs waren nie ein Problem.
Aber solange sie in Anlage 1 gelistet werden, sieht es ziemlich mau aus.(BtmG, §3, Abs.2 (2) ).
 

Hast du auch eine Quelle/Referenz? - Ich weiß nicht genau auf wen oder was sich deine Aussage bezieht. ;)

Und was sind "verkehrsfähige" Betäubungsmittel ?
 
Die, die einfach per BTM Rezept verschrieben werden können.
Opioide, ich glaube auch hoch dosierte Benzodiazepin Präparate und bestimmt noch mehr.

Hier im Gesetz die, die verschrieben werden können:
 
Also das BtmG hat 3 Anlagen, in welchen die jeweiligen Stoffe gelistet sind.
Anlage 1: Nicht verkehrsfähige
Anlage 2: Verkehrsfähige aber nicht verschreibungsfähig
Anlage 3: verkehrs- und verschreibungsfähige
Und solange etwas in Anlage 1 gelistet ist, ist das ganze schwierig, denn da kommt
§3 zum Tragen:
Eine Erlaubnis für die in Anlage I bezeichneten Betäubungsmittel kann das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nur ausnahmsweise zu wissenschaftlichen oder anderen im öffentlichen Interesse liegenden Zwecken erteilen.

Und genau das ist das Problem. Cannabis und sein Harz sind in Anlage 1 gelistet, also nicht verkehrsfähig (Um es mal ganz einfach deutlich zu machen: Ich war 4 Jahre lang bei der Bundesopiumstelle als BTM-Verantwortlicher für ein Labor gelistet. Alles was in Anlage 2 und 3 gelistet war, konnte ich absolut problemlos bestellen und beziehen. 5g H in der Tasche wären kein grosses Problem gewesen, 1g Gras dagegen schon (plakativ gesprochen).

Möchte man nun mit Cannabis forschen, hat man ein kleines Problem (OK, seit einiger Zeit ist es einfacher geworden):
Forschung darf nur mit Cannabis betrieben werden, der in Anlage 3 gelistet ist:
Cannabis
(Marihuana, Pflanzen und Pflan-
zenteile der zur Gattung Cannabis
gehörenden Pflanzen) -
- nur aus einem Anbau, der zu medizinischen Zwecken unter staatlicher Kontrolle gemäß den Artikeln 23 und 28 Absatz 1 des Einheits-Übereinkommens von 1961 über Suchtstoffe erfolgt, sowie in Zubereitungen, die als Fertigarzneimittel zugelassen sind

Jaja, die Sache mit der Freiheit der Forschung, nicht wahr? Was soll es schon, dass es 1000 verschiedene Srains gibt. Geforscht werden darf an ihnen nicht so einfach.
 
Wenn also der "stoner" Effekt herausgezüchtet werden würde - ja wäre nicht so Spaßig vielleicht - aber man "schmerzfrei" wäre, ohne dutzende andere unnatürliche(!) Chemikalien zu sich zu nehmen, oder sich der Alltag dadurch besser meistern lässt für diverse Patienten, aber auch für den normalen Verbraucher, sehe ich darin schon einen Gewinn.

Das gibt es ja schon. Stichwort medizinische Strains mit einem möglichst geringen THC-Gehalt (meist unter 1%) und dafür einem hohen Gehalt an anderen Cannabinoiden.
 
Nur kurz dagelassen: Die Überschrift ist wohl etwas überzogen, aber die Info recht interessant:
 
Das wurde ja sowieso auch mal langsam Zeit. Wie lächerlich war denn bitte diese Politik vorher? Und das von einem Land mit einer der ältesten Duldungspolitiken zu dem Thema :rolleyes:
 
Damit bezeichnest Du Duldung(von faktisch illegalem) als lächerlich.
Das bezieht sich dann auf die dt. Praxis mit dem Eigenbedarf.
 
Nein, was ich als lächerlich bezeichne ist die halbgare Politik. Natürlich lässt sich das auch auf die Gegebenheiten in Deutschland übertragen. Aber in einem Land, in dem seit Jahren der Verkauf, Konsum und in kleineren Mengen Eigenanbau von Cannabis legal ist, den Coffee Shops über das Verbot des kommerziellen Einkaufs solche Steine in den Weg zu legen ist absolut lächerlich. Das trieft fast vor Hohn, wie ich finde.

Die Deutsche Politik ist immerhin einigermaßen konsequent bisher mit dem Verbot. (Klar, abgesehen vom Umgang mit Eigenbedarfsgrenzen und so, aber das wiegt wesentlich weniger schwer, finde ich.)
 
Das wäre allenfalls lächerlich, wenn das von Dir benannte wirklich legal wäre. Es ist aber strafbar. Es wird halt geduldet und nicht verfolgt. (s.a. Eigenbedarf Deuschtland)
 
Das wäre allenfalls lächerlich, wenn das von Dir benannte wirklich legal wäre.

Was wäre'n daran lächerlich? Es komplett zu verbieten oder zu erlauben wäre konsequent. Unangetastet dessen, was der Einzelne davon halten mag. Seit den 70ern den Verkauf legal zu halten nicht unter Strafe zu stellen und den Anbau gleichzeitig zu verbieten, ist schon etwas albern.
 
Okay, du hast wohl im Prinzip Recht:

Innerhalb der Duldungspolitik ist der Verkauf von weichen Drogen nach wie vor strafbar, aber die niederländische Staatsanwaltschaft geht nicht gerichtlich gegen Coffeeshops vor, solange sie sich an bestimmte Vorschriften halten, zum Beispiel:

Verkauf von maximal 5 g pro Person;
Der Vorrat darf 500 g nicht übersteigen;
Ein Coffeeshop darf keine Belästigung der öffentlichen Ordnung darstellen;
Es dürfen dort keine harten Drogen verkauft werden;
Kein Verkauf von weichen Drogen an Minderjährige;
Coffeeshops dürfen keine Werbung für weiche Drogen machen;
Coffeeshops dürfen sich nicht in einem Umkreis von 250 m von einer Schule befinden.
Den Städten und Gemeinden steht es frei, diese Vorschriften nach eigenem Ermessen anzupassen. Coffeeshops, die gegen diese Bestimmungen verstoßen, werden vorübergehend geschlossen. Bei einem wiederholten Verstoß müssen sie endgültig schließen.


Allerdings finde ich, dass die Aufstellung von konkreten Richtlinien, unter deren Einhaltung die entsprechenden Straftatbestände nicht verfolgt werden, einer offiziellen Legalisierung schon ziemlich nahe kommt.

Der Anbau von Cannabis ist strafbar, aber das Züchten von 5 Pflanzen zum Eigengebrauch wird wiederum geduldet. Allerdings dürfen dabei höchstens zwei technische Hilfsmittel, wie ein Zuchtzelt, Kunstlicht oder eine Absauganlage verwendet werden. Diese erwecken nämlich den Eindruck einer professionellen Zucht. Bei einem Anbau in geschlossenen Räumen kommen aber schon schnell zwei oder mehr Hilfsmittel zum Einsatz.

Wenn bei einer Person 5 Pflanzen zum Eigenbedarf entdeckt werden, werden diese beschlagnahmt, aber es erfolgt keine strafrechtliche Verfolgung. Bei 5 Pflanzen in einer professionellen Anlage lassen die Behörden noch mit sich reden, während alle Situationen, in denen mehr als 5 Pflanzen vorhanden sind, unwiderruflich zur Anzeige kommen.
Quelle s. oben

Und wenn diese Regelung nicht lächerlich ist, dann weiß ich auch nicht weiter :unknown:
 
Duldung != Duldung

Die Situation vorher WAR lächerlich - besser als hier, aber trotzdem noch lächerlich.
 
Jetzt ist es amtlich, das zweitgrößte Land der Erde will sich freiwillig in Sichtum, Kriminalität und Chaos stürzen.

Kanada will kleine Mengen Cannabis erlauben

Kanada will den Verkauf und den Anbau kleiner Mengen Marihuana für Erwachsene ab 18 Jahren erlauben. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat die liberale Regierung von Ministerpräsident Justin Trudeau vorgelegt. Künftig soll der Besitz von bis zu 30 Gramm Marihuana legal sein.

Kanada wäre damit das zweite Land nach Uruguay, das den Konsum von Haschisch auch zum Genuss erlaubt. Die medizinische Nutzung von Cannabis ist in Kanada bereits seit 2001 erlaubt. Die Regierung von Trudeau strebt an, dass die neue Regelung im kommenden Jahr in Kraft tritt.

Jeder Erwachsene kann nach der Gesetzesvorlage künftig vier Hanfpflanzen zu Hause anbauen oder bei einem lizenzierten Händler kaufen.

Zugleich soll aber der Verkauf oder die Weitergabe dieses Rauschgifts an Jugendliche schärfer bestraft werden als bisher.

Sie werden alle eines gar schröcklichen Todes störben!
 
Bericht von Heise über den von Prof. Dr. David Nutt entwickelten Alkoholersatz, der scheinbar viel weniger schädlich ist und sogar mit einem passenden Antidot neutralisiert werden kann um bei Bedarf wieder nüchtern zu werden:


Coole Sache!
Und ein sinnvoller Ansatz in meinen Augen.
Nicht unrealistischer Weise eine Gesellschaft ohne Konsum psychoaktiver Substanzen fordern, sondern den bestehenden Konsum weniger schädlich machen.
 
Wo es in Deutschland keine Trinkwasserfluoridierung gibt, wird es bestimmt keine Zulassung dafür geben, Lebensmitteln mit künstlichen Psychoaktiven Substanzen anzureichern.

Niemals jemals nicht. ;)
 
Hm da lässt sich bestimmt wer was einfallen, muss ja nicht als Lebensmittel gelabelt verkauft werden.
Ich meine Research Chemicals, darunter z.B. das krass potente und immer noch legale Opioid U47700, sind ja auch ok Grauzone aber nicht illegal.
GBL auch nicht. Und so viel mehr auch nicht.

Wobei ich schon denke, dass Nutt lieber irgendwie seriös vorgehen möchte.
Bin jedenfalls gespannt, einziges Kontra wären wohl wie bei E Zigis (achja die TPD2 tritt bald in Kraft *kotz*) fehlende Langzeitstudien.

Ich glaub das eher Alkohollobby etc dagegen schießen, ähnlich wie Fr. Martina Pötschke Langer eben gegen Ezigis wettert.
Ui ich krieg grad wieder Blutdruck :confused:
 
Gibt es eigentlich schon irgend einen Erfahrungsbericht von jemanden der Cannabis auf Rezept hat?

Wie läuft das ab?
Arzt, Apotheke, etc
Wie ist das Gras so?
Was waren das für Gespräche?
Wie ist Problembeladen ist der Bezug?
 
Kleines Zwischenupdate meinerseits:
Mein Antrag zur Kostenerstattung wurde abgelehnt, aus zwei Punkten:
1. Mir wurde wegen den Einschlafstörungen als alternative Therapieform empfohlen, das sedierende Antidepressivum Amitryptilin auszuprobieren.
Davon hab ich noch ne halb volle Packung im Schrank liegen.. ka ob mein Arzt das nicht in den Antrag geschrieben hatte, oder ob das übersehen wurde.
2. Aus dem Antrag geht nicht hervor, dass meine Krankheit schwerwiegend genug ist.

Punkt 1 bekomme ich auf jeden Fall geklärt, bei Punkt 2 will mich mein Arzt unterstützen.
Also ich lege Widerspruch ein und bin nicht ganz hoffnungslos.

Ansonsten kauf ich mir eben einmal privat 5g und pack dann immer das günstigere vom Schwarzmarkt in die Dose, dann sollte ich wenigstens juristisch halbwegs safe sein.
Doof nur, dass ich gerade ziemlich gutes und günstiges Hasch bekommen kann, das funktioniert zum Schlafen sogar am Besten.
Das gibts halt nicht in Apotheken derzeit.


In der Apotheke waren die relativ aufgeschlossen und einen Patienten versorgen sie wohl schon, verfügbar wären alle auf dem deutschen Markt verfügbaren Sorten.
Eben die von Bedrocan aus den Niederlanden und noch von einer Firma aus Kanada afaik.

Ohne austherapiertheit und schwerwiegende (das ist halt im Gesetz nicht klar formuliert) Krankheit, wird sich der MDK aber gegen die Kostenerstattung wehren.
Markus Berger, der eine Ausnahmegenehmigung wegen ADHS hatte, hat zum Beispiel auch eine Absage erhalten.

Das wird noch witzig, weil eigentlich wurde das Gesetz ja beschlossen um den Notstand des Patienten mit Anbaugenehmigung aus der Welt zu schaffen.
Da werden wohl noch weitere Patienten klagen um anbauen zu dürfen, weil deren Notstand ja immer noch besteht.

Was ein Geschiss um eine Substanz, die ich bei jedem meiner letzten 11 Umzüge problemfrei besorgen konnte. Teilweise schon am Tag des Einzugs.


Edit: Achja der Ablauf ist so:
1. einen Arzt suchen der für die Cannabis Therapie ist und dich dabei unterstützt.
Du solltest nachweisen können, das du austherapiert bist.
Dann bei der Krankenkasse anrufen, meine wollte direkt den Namen vom Arzt wissen. Die schicken dir dann den Antrag zu, den dein Arzt ausfüllt und an den MDK schickt.
Der erstellt dann ein Gutachten und du erhältst dann entweder eine Ab- oder Zusage.

Ich bekomme mein Gutachten, das wohl sehr ausführlich ist, per Post zugeschickt. Momentan warte ich da aber noch drauf.
Sobald ich das hab, gehts wieder zum Arzt.
 
War jetzt eher ne reine Interessenfrage:
Cannabis auf Rezept liegt bei mir definitiv außerhalb jeder Möglichkeit, es seiden die setzen Schwellen extrem runter.

Was mich am meisten interessieren würde ist grade die Qualität und die Auswahl.
Grade da verschiedene Sorten unterschiedlich wirken ist Gras nicht gleich Gras.

Ne saftige Indica Sativa wird wohl kaum als Schlafmittel taugen ;)

Da muss man als Arzt/Apotheker wohl auch ein bisschen Ahnung haben welche Sorte für welches Leiden geeignet ist.
 
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