Drogenpolitik

Wie ist das eigentlich in Deutschland? So richtig gesetzlich gesichert straffrei ist ja der Besitz von nur 3 Gramm Gras oder so auch nicht, oder?
Richtig.
Das liegt immer im Ermessen der Staatsanwaltschaft, ohne, dass es da gesetzliche Freimengen gäbe.
Wenn ich nicht irre, geht man in Bayern zum Beispiel wesentlich restriktiver damit um und lacht den erwischten Kiffer aus, wenn der damit anfängt, von geringer Menge zum Eigenbedarf zu erzählen.
 

Amsterdam hat ein großes "Problem" mit dem Kifftourismus.

Vor diesen Freimengen steht ein ganz großes "KANN von einer Strafanzeige abgesehen werden".
Dies bezieht sich auch nur auf die Strafanzeige, nicht auf etwaige andere Konsequenzen (wie Führerschein, der läuft über andere Kanäle).
 
gibts da überhaupt noch coffee-shops wie früher?
Ja,
Dachte immer da gibts nur noch Clubs in denen man Mitglied werden muss und das halt nur für Einheimische?
Nein
Hast du einen Beleg für deine Behauptung mit den Problemen?
Ja, z.B.
Der Versuch alle Coffeshops für Ausländer zu sperren.
Der Versuch grenznahe Coffeshops für Ausländer zu sperren.
Der Versuch einen "hanf pass" einzuführen.
Der Versuch die Anzahl der Coffeshops drastisch zu reduzieren.

Alle Informationen findest du unter "Google: (Holland OR Amsterdamm) AND (Drogentourismus OR (Drogen AND Tourismus)) "Drogen" ggf. durch "Cannabis" OR "Hanf" ersetzen. -bitte auch die Daten der Artikel berücksichtigen, einige sind ein wenig älter und beziehen sich auf bereits gescheiterte Vorhaben.
 
Eine politische Maßname ist aber noch kein Beweis für ein zugrundeliegendes Problem ;)

Ich kann aber aus eigener Erfahrung sprechen: Ich war über 10 mal spontan in Maastricht und Nachts besteht die Stadt nur aus dubiosen Chemie-Dealern. Mit einem deutschen Kennzeichen wird man permanent angequatscht. Als Touri super, als Einheimischer sicher furchtbar.
 
Geil. Ich lese grade nach aktuellen News zur Legalisierung des Cannabis-Anbaus für den Eigenbedarf in Bremen ( ). Dabei stoße ich in auf den Kommentar der Drogenbeauftragten der Bundesregierung zum Thema:

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler (CSU) lehnt eine Legalisierung nach wie vor konsequent ab - mit dem Argument, Cannabis sei eine Einstiegsdroge. "Die Studienergebnisse der letzten Jahre zeigen: Es gibt keine Belege dafür, dass Cannabiskonsum unbedenklich ist", schreibt Mortler auf der Internetseite der Behörde.

Der Hammer! Die Frau lehnt die Legalisierung ab mit einem Argument, das so nicht überprüf- und damit auch absolut nicht haltbar ist. Wie sie dieses Argument dann vertreten kann, wir aber auch nicht näher erklärt. Stattdessen redet sie sich raus damit, dass es keine Belege für die Unbedenklichkeit von Cannabis gebe. Witzig! Aber es gibt Belege für die Bedenklichkeit von Tabak und Alkohol. Und das darf dann erlaubt sein? Und sowas nennt sich Drogenbeauftragte...komisch!
 
Mal abseits der allgemeinen Diskussion:

Ich war vor Jahren mal für ein Praktikum für einen Monat in Dordrecht. So gut wie jede Person mit der ich zu tun hatte, hat sich dort täglich ein Tütchen oder mehr genehmigt. Die Frage fiel mir erst später ein/auf, wie handhaben die das eigentlich mit dem Autofahren? Im Prinzip hat doch fast jeder dort dauerhaft THC im Blut. Polizei habe ich so gut wie gar nicht gesehen.

Auf die Schnelle konnte ich nichts Konkretes/Rechtssicheres finden. Würde mich aber trotzdem brennend interessieren.
 
@Seedy: Sehr positiv finde ich allerdings, dass sich auch das ZDF inzwischen kritisch mit der Thematik der Prohibition beschäftigt.



[EDIT:]
Grad noch einen schönen Kommentar von der Frau Mortler gelesen:
Eine Aufweichung der Gesetze würde zur Verharmlosung der Droge führen, sagte die Drogenbeauftragte im Interview mit dem "Tagesspiegel". "Auch, wenn der Konsum auf den ersten Blick bei den Todeszahlen direkt keine Rolle spielt".

Wie geil ist die denn bitte?! :D :D :D
 
..Würde mich aber trotzdem brennend interessieren.

da musst du die Leute vor Ort fragen.
Das ist nämlich wohl bei jedem anders.
Die einen fahren besoffen Auto, die anderen bekifft, andere fahren gar kein Auto, wieder andere fahren 32 Stunden ohne Pause durch.
Dann gibt es auch wieder welche die nie mit solchen Einflüssen fahren würden.
Das ist kein spezielles Problem von Kiffern.

Im Gegenteil, als Kiffer hat man womöglich eher Paranoia erwischt zu werden oder das was passiert als als 32 Stundendurchfahrer oder als Besoffener.

Auf die Schnelle konnte ich nichts Konkretes/Rechtssicheres finden....

google suche:
"Niederlande THC Blut"
Ergebnis:
In den Niederlanden will man den Blutwert anheben auf 5 ng/ml was laut vieler Wissenschaftler aber unter Umständen auch zu niedrig ist.
 
Ich hatte mal, wenige Stunden nach drei Joints, 7 ng/ml. Da sind die Augen noch gut rot. 5gn wären also ein sehr liberaler Grenzwert.
 
was haben rote Augen mit der Fahrtüchtigkeit zu tun?

Es ist auch von Mensch zu Mensch anders.
Manche haben schon bei 3ng Beeinträchtigungen, manche fahren noch mit 50 besser als andere.
 
Mit roten Augen wollte ich sagen, dass man bei 5 ng schon recht high ist. Und ich mir kaum Vorstellen kann, dass so ein Grenzwert Gesetz werden könnte.

Mit der Fahrtüchtigkeit ist es wieder etwas anderes. Ich bin früher dauerkiffend nach Maastricht gefahren, hab da dauergekifft, und bin am nächsten Morgen dauerkiffend zurück. Problemlos. Heute würde ich nach der ersten Tüte einschlafen. Andere sind ständig mit dem Auto angeeckt, wenn sie druff waren. Ist ziemlich subjektiv und konsumabhängig.
 
Ich bin früher... Heute würde ich...

Das mag aber auch damit zusammen hängen, dass das Gras heute in der Regel einen höheren THC-Gehalt hat als früher (was auch immer früher heißt). Und eben weil die Erfahrungen durch den Konsum so extrem subjektiv sind (genau wie beim Alkohol ja auch), müssen messbare Grenzwerte her, die es ja in Deutschland noch gar nicht gibt.
Damit eben klar ist, dass man nicht fahren darf, wenn man gerade einen geraucht hat, damit aber auch klar ist, dass das Führen eines Autos 24 Stunden nachdem man geraucht hat kein Problem darstellt.
 
das stimmt eigentlich eben nicht.
Sondern?

Nur weil du keine Problem hattest dauerbekifft zu fahren und dir nie was passiert ist muss das nicht heißen das deine Fahrtauglichkeit nicht eingeschränkt war.
Um dem entgegenzuwirken schrieb ich auch, dass andere ständig angeeckt sind. Dass Gras die Fahrtüchtigkeit im Durchschnitt einschränkt möchte ich nicht leugnen.

was auch immer früher heißt
Vor sieben, acht Jahren, also kein nennenswerter Qualitätsunterschied.

müssen messbare Grenzwerte her, die es ja in Deutschland noch gar nicht gibt.
Zu meiner Sündenzeit lag der Grenzwert neuerdings bei 1ng/ml.



Da wird interessanterweise Geschrieben, THC würde laut des Bundesverwaltungsgericht binnen vier bis sechs Stunden im Blut abgebaut.
 
Ich hatte halt damals 7 ng und war recht druff, aber dann hatte ich vermutlich einfach Glück mit meinem Wert. Das ist mein einziger Anhaltspunkt.
 
vielleicht auch schwierig die eigene Einschätzung.
Ein wissenschaftlicher Test in Bezug auf die Fahrtüchtigkeit hätte da vielleicht mehr Aussagekraft.

Ich weiß zumindest egal wie stoned ich jemals war ich da immer noch um einiges fahrtauglicher war als richtig besoffen.
Aber vielleicht ist das auch nur meine Einschätzung.
 
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