Drogenpolitik

Es könnte mal wieder etwas Bewegung ins Spiel kommen:

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses sagt, dass eine Reise des Gremiums nach Uruguay bei ihm den Impuls für seinen Vorstoß ausgelöst habe. In dem Land wird seit einiger Zeit Cannabis kontrolliert in Apotheken abgegeben. "Ich bin mit Bedenken dorthin und sehr nachdenklich zurückgekommen", berichtet Rüddel. Ein Ergebnis des Experimentes in Uruguay sei nämlich gewesen, "dass der Schwarzmarkt weitgehend zusammengebrochen ist, und dort, wo es ihn noch gibt, reinerer Stoff angeboten werde, da er ja in Konkurrenz zu dem offiziell abgegebenen Cannabis steht". Rüddel will mit seinem Vorschlag eine scheinbare Endlos-Debatte zu einem Ergebnis führen. "Wir diskutieren das Thema seit Jahren – und immer mit denselben Argumenten", sagt er. In einem Modellversuch könnte Deutschland nun eigene und auf die hiesigen Umstände zugeschnittene Daten gewinnen.

Man darf gespannt bleiben....
 
Du siehst aber auch immer nur das Schlechte im Menschen.... tsss....
Ich sehe das eher so:
Bisher hatten die Schwarzen ja stets die Befürchtung schon beim Gedanken an alles was in Richtung Legalisierung führen könnte in Flammen aufzugehen und in der Hölle schmoren zu müssen.

Aber damit es spannend bleibt, hier mal ein nettes Paper:
 
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Du siehst aber auch immer nur das Schlechte im Menschen.... tsss....
KaPiTN ist eher Realist, der aus dem Verhalten der CXU Fuzzis in der Vergangenheit eine Prognose ableitet.

Besonders geil...
Rüddel will mit seinem Vorschlag eine scheinbare Endlos-Debatte zu einem Ergebnis führen. "Wir diskutieren das Thema seit Jahren – und immer mit denselben Argumenten", sagt er.
Wow, da wird seit Jahren diskutiert und nun schnallt er bei einer mit Steuergeld finanzierten Reise, was von den Legalisierungsbefürwortern seit Jahrzehnten ins Treffen geführt wird. Schnellmerker!
Kleiner Tipp: Im Winter kann man auf den Malediven die Auswirkungen von intensiver Sonneneinstrahlung auf das Altern der Haut selbst beobachten. Da wird wohl auch bald eine Dienstreise für das gesamte Gesundheitsgremium fällig werden. Dann haben wir bald total neue Erkenntnisse. Danke schon im Voraus für die aufopfernden Studien vor Ort.
 
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Weltdrogenkommission fordert "Ende der Politik von Verboten"

Regierungen sollen den Drogenhandel regulieren - und Verbote lockern. Das empfiehlt die Weltkommission für Drogenpolitik bei der Vorstellung ihres neuen Berichts. Die Politik müsse alle Aspekte des Handels mit Rauschgift kontrollieren und nicht einige Teile in kriminellen Händen lassen, sagte die Präsidentin der internationalen Vereinigung, Ruth Dreifuss. Ein Ende der Politik von Verboten sei ein absolut notwendiger Schritt, so Dreifuss, die frühere Bundespräsidentin der Schweiz.

Laut dem Bericht konsumieren weltweit rund 250 Millionen Menschen illegale Drogen. Die Staaten müssten sich dieser Realität annehmen und effektive Regulierungsstrategien entwickeln. "Es gibt eine Nachfrage nach Drogen und wenn diese nicht mit legalen Mitteln befriedigt wird, wird sie vom illegalen Markt befriedigt werden", heißt es in dem Papier.


und wer sitzt in dieser Kommission...
Die Weltkommission für Drogenpolitik wurde 2011 gegründet und hat derzeit 22 Mitglieder, darunter zwölf ehemalige Staats- oder Regierungschefs wie Helen Clark (Neuseeland), Giorgos Papandreou (Griechenland), Aleksander Kwasniewski (Polen). Auch der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa und der Unternehmer Richard Branson sitzen in dem Gremium.
Alles Kiffer. :D
 
Weltkommission für Drogenpolitik ?

Seht mal, was so geht. Da habe ich das damals im Sandkasten mit dem "Böse Wörter sagen"-Club viel zu klein aufgezogen.
Wer weiß, was daraus geworden wäre, hätte er z.B. "Intergalaktische Union der böse Wörter Sager" geheißen.
 
@KaPiTN:
Die Weltkommission für Drogenpolitik (englisch Global Commission on Drug Policy, GCDP) ist eine unabhängige internationale Kommission mit dem erklärten Ziel, Ansätze für eine evidenzbasierte und schadensmindernde Drogenpolitik zu erarbeiten und in die öffentliche Diskussion einzubringen. Das 19-köpfige Gremium wurde im Januar 2011 von hochrangigen Politikern, Geschäftsleuten und Menschenrechtlern gegründet, darunter der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, der ehemalige NATO-Generalsekretär Javier Solana, der ehemalige US-Notenbankchef Paul Volcker, der britische Unternehmer Richard Branson sowie ehemalige Staatsoberhäupter von Brasilien, Kolumbien und Mexiko, wobei der ehemalige Staatspräsident Brasiliens, Fernando Henrique Cardoso, den Vorsitz der Kommission stellt.

Kann deine
Intergalaktische Union der böse Wörter Sager
da mithalten, oder bist du eher der:

Typ?
 
Nein, die Union existiert ja nicht. Man kann also nur spekulieren, 'was wäre wenn'™.
Wie kommst Du darauf, es wären irrelevante nachteilige Informationen verbreitet worden?
 
Eine der besten Diskussionen, die ich seit Langem zu dem Thema gesehen habe. Leider wird kaum auf andere Drogen, wie zb. Alkohol im Vergleich eingegangen. Da wird regelrecht Alkoholkonsum zelebriert und auch in Werbung der Konsum befeuert; Menschen betrinken sich bis zum Übergeben und das bei einer legalen Droge, die eigentlich ein Nervengift ist.

 
Sag dass nicht kein Witz ich bin grad auf Pregabalin weil ich mich mit meiner kaputten Psyche und der Lokalpolitik einmal bildlich machen wollte,nennt mich bekloppt. Die Angstzustände und Muskelverspannungen bei Entzügen sind auch sehr ungeil.

Cannabis kann sowas nicht.

Neuropathie kommt bei Alkis durch Mangelernährung/Vitaminmangel als Folgeerscheinung :o
Bei mir noch mal ohne Folgeschäden dank genug Umsatz und hoch dosierten vitaminen und dem Pregabalin.
Und smoothies und sport und so weiter usf
:uglyngb:


E: Btw das war mehr mein Dickkopf als sonst was die Aktion denke ich.
Beste Prohylaxe für die Zukunft, ich werd insgesamt nicht mehr viel Alk in meinem Leben trinken weil ich nach 2 Abenden hintereinander bereits wieder zitterig würde.
Dafür kann ich jetzt auch als lebender Beweis für die Härte des Alks rumrennen indem ich bei bspw einem Kneipenbesitzer hier anschaulich die reproduzierbaren Entzugserscheinungen live präsentiere.
Dafür brauchts nur Freitag + Samstag Abend mit den anderen Mitsaufen damit ich am Sonntag drauf wieder das große Zittern + Angstzustände (ok die sieht halt keiner) habe.

Das mit den Nervenschäden fand ich aber sehr erschreckend und das hatte ich tatsächlich nicht auf dem Schirm.
Ist jetzt nach ein paar Tagen mit hoch dosierten Vitaminen aber auch zu 70% weg, noch mal Glück gehabt scheinbar.
 
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In Kanada gehts nun los.

Kanada legalisiert Cannabis

In Kanada beginnt am Mittwoch eine neue Ära. Ab dem 17. Oktober können erwachsene Kanadier legal Cannabis auch als Freizeitdroge konsumieren. Kanada ist das erste große Industrieland, das diesen Schritt macht. Aber ganz reibungslos geht das nicht. Für viele Cannabis-Konsumenten wird es zunächst sogar etwas schwieriger, den begehrten Stoff zu beziehen. Erwartet werden Engpässe auf dem legalen Markt, einige Provinzen sind langsam beim Aufbau des Vertriebssystems.

Von einem „historischen Augenblick“ sprechen kanadische Medien. Am Mittwoch wird die seit 1923 bestehende fast hundertjährige Prohibition von Marihuana beendet. Der Konsum von Cannabis aus medizinischen Gründen ist in Kanada bereits 2001 legalisiert worden. Nun gilt dies – mit Alters- und Mengeneinschränkungen – auch für Marihuana als Freizeitdroge, das „recreational marihuana“.

Es soll durch strikte Regulierung von Produktion und Verkauf „Cannabis von Jugendlichen fernhalten und Kriminellen und organisiertem Verbrechen den Gewinn entziehen“. Sie hofft, dass durch die Regulierung und Aufklärungskampagnen über die Gefahren des Drogenkonsums die Zahl der Cannabis-Konsumenten letztendlich zurückgeht, wie es beim Tabakkonsum gelungen ist.

Mit dem Cannabis-Gesetz wurden neue Straftatbestände für den Verkauf von Cannabis an Jugendliche eingeführt, und die Strafvorschriften für Autofahren unter Drogeneinfluss werden verschärft.


Hab gehört, in den USA Grenzregionen zum nördlichen Nachbarn knirschen schon viele mit den Zähnen und sabbern. ;)
 
Da gebe ich doch vielleicht mein Geld, statt für Drogen, lieber für Tilray-Aktien aus. hm.gif
 
Nur schade, dass auch da offenbar der eigene Anbau ausgeklammert ist. So oder so mMn ein Schritt in die richtige Richtung.
 
Der Spiegel befaßt sich in seiner aktuellen Ausgabe mit der Gefährdung von Kndern und Jugendlichen durch Cannabis und wie sehr diese durch Legalisierung zunehmen würde. Dabei gehts es nicht um eine grundsätzliche Gefährdung, aber mindestens jeder 11. Kiffer, so legen Studien nahe, entwickelt eine cannabisbezogene Störung. Dazu gehören krankhaft Ängste und Depressionen oder psychotischer Wahn wie bei einer Schizophrenie.
An dieser Krankheit, die das Gehirn manchmal vergleichbar stark schädigt wie Alzheimer, leiden in Deutschland 800.000 Menschen. Sie entwickelt sich typischerweise im Jugend un jungen Erwachenen Alter. Das Gehirn ist oft erst mit 25 ausgewachsen.
Bei vielen mit der Anlage bricht die Krankheit wohl erst im Zusammenhang mit häufigerem Konsum aus.


Der Psychiater Juckel kennt viele vergleichbare Patienten. »Wäre die Droge legal und damit noch leichter verfügbar, könnte die Zahl der Kranken mit psychotischen Störungen oder einer Schizophrenie steigen«, meint er. Ähnliches gelte für Depressionen, die ebenfalls durch Cannabis verstärkt werden könnten. »Diese Krankheiten beginnen mit Symptomen, die einen jungen Menschen zum Kiffen verleiten können: Man fühlt sich missverstanden, man schläft schlecht, man erlebt die Welt als einzige Schwierigkeit.« Allerdings fallen auch gesunde Jungen und Mädchen während der Pubertät in derartige Gemütszustände. »Und das führt zum zweiten großen Argument gegen Cannabis«, sagt der Arzt. »Neurobiologisch betrachtet, ist das Gehirn eines Menschen erst mit ungefähr 25 Jahren ausgereift. Cannabis kann diesen Prozeß nachhaltig stören.« Oft verstärkt es dann die Probleme mit den ohnehin komplizierten, anstehenden Entwicklungsaufgaben. Je jünger ein Kind, desto gravierender die Folgen. Studien zeigen, daß Jungen und Mädchen, die vor dem 15. Geburtstag regelmäßig Cannabis zu sich nehmen, seltener die Schule beenden als ihre Mitschüler. Wer an zwei oder drei Tagen in der Woche kiffe, könne Wörter signifikant schlechter behalten, sagen Wissenschaftler der Bostoner Harvard Medical School. Bilder aus dem Kernspintomografen zeigen in derartigen Fällen veränderte Gehirnstrukturen. Auch soziale Fähigkeiten entwickeln sich vielfach nicht altersgemäß. Juckel hat zahlreiche 17und 18-Jährige erlebt, die auf dem Stand eines durchschnittlichen 13-Jährigen sind. »Das ist auch deshalb so tragisch, weil viele mit ihrem Drogenkonsum unbewusst das entgegengesetzte Ziel verfolgten«, sagt der Psychiater. »Anders als früher geht es ja heute kaum mehr darum, mit Joints gegen eine spießige Gesellschaft zu protestieren. Im Gegenteil: Ein großer Teil der Patienten versucht, mithilfe von Cannabis und anderen Drogen doch noch irgendwie in dieser Gesellschaft zu bestehen.«

Desweiteren wird die Überschätzung von Cannabis als Medikament thematisiert und daß die neue Verordnungsregeln aus juristischen Gründen, der KLage, besteht, nicht aus medizinischer. Ein Medikament würde bei der derzeitigen Datenlage keine Zulassung bekommen.

Dann noch die Bedeutung der Marihuana-Industrie als Lobby, zunehmen stark wie die Tabakindustrie, die Unwahrscheinlichkeit, daß Legalität den illegalen Handel trocken legen würde und um den Anstieg der regelmäßigen Konsumenten durch eine Legalisierung.

 
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Leider steckt der Artikel hinter einer Paywall.
Die EMCDDA hat letztes Jahr ein durchaus interessantes Schriftstück verfasst:
Ein Problem ist halt, dass die Forschung eigentlich erst vor Kurzem begonnen hat.
Es ist fast unmöglich hier auf dem Laufenden zu bleiben. Da fände (wie gesagt Paywall) ich es doch recht vermessen seitens eines Wissenschaftlers von einer Überschätzung zu sprechen.

Aber man kann es versuchen.. zum Beispiel hier:

Ein Medikament würde bei der derzeitigen Datenlage keine Zulassung bekommen.
Das stimmt so, Gott sei Dank, nicht. Es gibt Zulassungen mit durchaus schacher Datenlage. Es kommt immer auf die Indikation an.
Und selbst Wirkstoffe mit nicht ganz so glänzender Geschichte können immer noch zugelassen sein.
Der Eine oder Andere kann sich vielleicht noch an Contergan erinnern. Was war denn damals das Hauptproblem?
Root-Cause: Falsche Indikation. Hat bei Schwangerschaft dazu geführt, dass die Gefässbildung im Fötus gestört wurde (war im Tierversuch nicht der Fall)
Heute gibt es den gleichen Wirkstoff immer noch im Präparat Thalidomide Celgene 50 mg.
Nun aber mit der richtigen Indikation:
In Komb. m. Melphalan u. Prednison indiziert f. d. Erstlinienbehandl. v. Pat. m. unbehand. multiplen Myelom ab einem Alter v. ≥65 J. bzw. Pat., f. d. eine hoch dos. Chemother. nicht in Frage kommt.
Die Indikation ist da entscheidend, denn darauf beruht die Nutzen-Risiko Bewertung die zur Zulassung oder eben auch Ablehnung eben dieser führt.
 
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