@B3n
wie immer ein sehr guter beitrag von dir. das einzige was mich stört ist, dass du immer von wir schreibst. Dein Bezug ist der anmassende missionarische größenwahnsinn der neocon in der bush administration gewesen.
Danke für die Blumen.

Mein Bezug ist das Verhalten "des Westens" (ich find den Ausdruck übrigens genau so bescheuert wie "der Russe") in den vergangenen Jahren gewesen und da ist Europa, trotz Schröders Nein zum Irakkrieg und wachsender Skepsis in der Bevölkerung, Teil eines Bündnisses mit den Vereinigten Staaten gewesen und wird das wohl auch in den kommenden Jahren bleiben. Ob das sinnvoll ist oder ob man sich in Europa mittelfristig mehr auf sich selbst konzentrieren sollte, ist eine interessante Frage, aber die hilft uns bei der Betrachtung der jetzigen Krise in der Ukraine mMn nicht weiter, weil die europäischen Staaten den Weg der in Washington und Brüssel vorgegeben wurde bis hierhin ja mitgegangen sind. Ich finde man sollte die europäischen Staaten da nicht so leicht vom Haken lassen. Die sind genau wie die USA, Russland und die Ukraine mitverantwortlich für das, was dort jetzt passiert.
im augenblick sehe ich keinen sinn darin miit den russen zu reden obwohl man bei der genfer vereinbarung ihnen schon maximal entgegegen gekommen ist in dem man die illegale besetzung der krim extra völlig aussen vorgelassen hat.
Was würdest du vorschlagen, wie man mit Russland umgehen soll, wenn man nicht mehr mit ihnen spricht? Was bleibt dann noch? Europa und Russland sind Nachbarn und da keine von beiden Parteien jemals ausziehen wird, müssen die miteinander reden. Das bedeutet nicht, dass man Russland jedes Wort glauben, oder dass sich Europa ehrfürchtig vor Russland verneigen muss, aber gerade in solchen Krisenzeiten sollte man nicht aus Frustration Türen zuschlagen, die man nur schwer wieder aufbekommt. Wenn die Entscheidungsträger auf beiden Seiten nicht mehr miteinander sprechen, würde ich anfangen mir ernsthaft Sorgen zu machen.
im fall der ukraine verhält es sich jedoch anders. wenn wir einmal außen vor lassen, woher die freiheit kam (um den thread nicht zu sprengen), so war es doch jedenfalls bis vor einigen monaten so, daß man seiner meinung freien ausdruck verleihen konnte ohne staatliche repression. journalisten wurden nicht bedroht, verprügelt, getötet, wenn sie gegen die regierung schrieben. man konnte als bürger beispielsweise 'sexuell andersorientiert' sein und das ausleben, ohne daß der staat einen verfolgt hat. auch wurde man als angehöriger einer ethnischen minderheit in der ukraine nicht viel anders diskriminiert als in den westlichen gesellschaften. im system putin ist das an der tagesordnung, und um diesen qualitätsunterschied geht es mir.
Wie es um die Pressefreiheit und die Lebensqualität von Schwulen und Lesben in der "alten" Ukraine bestellt gewesen ist weiß ich nicht, ich vertraue aber mal auf dein Wort. Natürlich sieht es in Russland damit etwas anders aus: Pressefreiheit ist dort nur ein Wort und wie man mit Schwulen und Lesben dort umgeht kann man sich ja alle paar Wochen bei liveleaks angucken. Die Bewohner der Krim müssen jetzt auch mit diesen Verhältnissen leben und ganz bestimmt gibt es da jetzt auch Leute, die sich richtig Sorgen machen. Aber was soll/kann man daran jetzt ändern? Das einzige was mir einfällt ist, dass die Ukraine Leute, die aus diesen Gebieten "flüchten", relativ problemlos bei sich aufnimmt.
daß wir an anderer stelle zuschauen ist ja keine begründung es in diesem falle auch zu tun.
Nein, aber es sollte dir zeigen, dass die Gründe, die von unseren Regierungen für irgendwelche Friedensmissionen angeführt werden (Missachtung der Menschenrechte, politische Instabilität, Massenvernichtungswaffen, der gute alte Terrorismus etc.) nicht immer der Wahrheit entsprechen bzw. dass hinter so einem Einsatz eine kalte Kosten-Nutzen Rechnung steht. Wenn es sich aus politischen/wirtschaftlichen Gründen lohnt greift man ein, ansonsten lässt man die UN ein paar böse Briefe schreiben, empört sich vielleicht mal öffentlich über "unhaltbare Zustände" und tut ansonsten nichts. Wie in Nordkorea.
die motivation sollte auch klar sein, denn es geht hier um unsere erweiterte grenze. europa wird am dnepr verteidigt, um ein geflügeltes wort in abwandlung zu benutzen.wenn wir die abspaltung der ostukraine nach der krim auch noch zulassen, wird die baltischen staaten demnächst womöglich ein ähnliches schicksal ereilen.
Ich weiß nicht, ob unserer Politiker das auch so sehen, aber ich hoffe das sie es nicht tun, weil Europa jenseits des (der?) Dnepr eigentlich keine akute Gefahr droht. Putin ist vielleicht ein bisschen nostalgisch angehaucht, aber es ist nicht so blöd und vergisst einfach, dass die baltischen Staaten NATO-Mitglieder sind. Da gibt es für Russland nichts zu holen.
der erweiterte zugang zur ostsee ist für rußland aus wirtschaftlicher sicht sicher interessant, im sinne eines wirtschaftlich unabhängigen gegenmodells zum westen.
Mit wem soll er von da Handel treiben, wenn er es sich mit Europa verscherzt?
die Amerikaner bzw. als die US-Navy ein bißchen von 2 SU Jets bedroht wurden (die flogen in 150m Höhe immer wieder über das Schiff hinweg), weil sich diese zu lange im schwarzen Meer aufhielt da gab es gleich Schäden en masse und ein paar Matrosen quittierten den Dienst.
Was für ein Blödsinn, ehrlich. Russland macht andauernd solche Manöver (
,
,
usw.) um die Reaktionszeiten zu testen und vielleicht ein paar neue Radiofrequenzen abzugreifen. Nur weil das normalerweise kaum jemanden interessiert und jetzt in den Medien ganz groß aufgeblasen wird ist das noch kein Grund so hysterisch zu werden. Auf der USS Donald Cook (was auch
ist) hat sich bestimmt niemand wegen einem oder zwei russsichen Jet eingenäßt.