Ausschreitungen in der Ukraine

"Typisch Deutsch" (der Ausdruck ist wirklich typisch) wäre also vielleicht ein "Taliban? Gibt's den Blödsinn immer noch?"

Genau. Kein Mensch ängstigt sich hier vor den Taliban. Die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan vielleicht.

Außerdem ist die Parteinahme gegen Russland kein auf Deutschland beschränktes oder dort besonders stark ausgeprägtes Phänomen. Die französische Rhetorik und auch die britische waren noch ein paar Nummern aggressiver.

Warum kluckt der Westen jetzt wieder zusammen wie im Kalten Krieg? Ich denke, weil er seine Felle davonschwimmen sieht. England und Frankreich sind nur noch ein Schatten der Staaten, die sie vor 50 Jahren waren. Die Entkolonisierung und der Aufstieg der Schwellenländer haben Spuren hinterlassen. Man würde gerne zurückkehren in die Nachkriegszeit, wo eine von den USA militärisch dominierte Welt den Europäern einen komfortablen und wirtschaftlich einträglichen zweiten Plantz in der Hackordnung garantierte.

Vor 1989, als China, Brasilien und Indien auf dem Weltmarkt noch keine Rolle spielten, ging es den Europäern besser. Sie hatten Privilegien, die ihnen verlorengegangen sind.

Demnach wäre bei der Revitalisierung der alten Konfrontation mit Russland viel Nostalgie im Spiel.

Wir wollen unseren alten Stalin wiederhaben, damit wir bei Eisenhower unterschlüpfen können!
 
@TheHSA
gibt es einen aktionsradius in km oder zeit ab dem dich dinge nicht mehr interessieren und du sie verdrängst.
deine projektionen werden immer peinlicher. du wirst die frage auf wieso deutsche sich ängstigen und versuchst wie immer persönlich zu werden.
allenfalls die letzten infos aus dem web aufsagen zu können und irgendwelche angesagten meinungen nachplappern zu können ist halt zu wenig.
 

1. Ja, es gibt einen Radius, in dem man unvermittelt Angst empfinden sollte, die man ja laut dir auch bei der Taliban empfinden müsste. Das ist deine Aussage, ich hab sie nicht erfunden.
2. Grade du sagst was von "angesagten Meinungen" und "Infos aus dem Web aufsagen"? Entschuldige, wenn ich da nur lachen kann.
 
Wir leben nun mal in einer Welt die vernetzt ist. Die Mainstream Medien, generieren mit "bösen" Sachen die meisten Klicks und machen uns Paranoid, weil man denkt, es ist alles vor der Tür.

Bevor ich in einem Flugzeug verschwinde, einem Terroranschlag erliege, knallt mir eher ein Dachziegel auf den Kopf. Halte ich für wahrscheinlicher.
 
hasennase schon, siehe oben.

Das ist keine Angst, sondern Rechtfertigung für Putativnotwehr.

Russland bzw. Putin werdem dämonisiert, um einen aggressiven Akt als gerechtfertigt erscheinen zu lassen.

Die EU ist durch die von ihr selbst betriebene Expansion, durch die Einverleibung von Ländern wie Kroatien, Slowenien, Bulgarien, Rumändien etc., weit stärker gefährdet als durch eine Expansion des russischen Einflussbreichs auf den kaputten Staat Ukraine.

Noch ein mögliches Motiv fällt mir ein, die Sache am Kochen zu halten: Wenn es zur nächsten Wirtschaftskrise kommt, und das wird es, kann man sie als Folge des wackeren Eintretens für die Rechte und die Autonomie der Ukrainer verkaufen.

Ob die Massen dann immer noch für die Unabhängigkeit der Ukraine von Russland sind, wenn sie dafür höhere Energiepreise zahlen müssen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist keine Angst, sondern Rechtfertigung für Putativnotwehr.

Russland bzw. Putin werdem dämonisiert, um einen aggressiven Akt als gerechtfertigt erscheinen zu lassen.

Ja, es labern echt viele das selbe.

Gibt aber immer mehr Artikel, die den Putin in einem anderen Licht zeigen. Der Spiegel z.B. hat einen, namens "Das falsche Feindbild"...

Ich finde Sanktionen gegen Russland trotzdem gut. Auch wir haben Interessen.
 

Solche Sanktionen schaden auch unseren Interessen, das ist ja der Haken bei der Sache.

Ja, aber das ist Politik. Man muss Prioritäten setzen. Man kann Russland auch nicht alles machen lassen, ohne irgendwelche Konsequenzen.

Jetzt ist es wichtig, die richtige Balance zwischen Sanktionen und Dialog zu finden.
 
Sorry für den Ton aber Sanktionen sind für'n Arsch wenn sie nichts außer negatives bewirken. Die Russen werden sich wegen den paar Sanktionen nichts sagen lassen. Damit tuts effektiv nicht mehr als allen zu schaden.
 

Die USA lässt man die ganze Welt überwachen - ohne Konsequenzen. Aber wenn Russland ein Referendum anerkennt...
 
Sorry für den Ton aber Sanktionen sind für'n Arsch wenn sie nichts außer negatives bewirken. Die Russen werden sich wegen den paar Sanktionen nichts sagen lassen. Damit tuts effektiv nicht mehr als allen zu schaden.

Wenn Europa zusammenhält und die Sanktionen gemeinsam durchhält und dahinter steht, dann ist das auch eine Message an Russland, das man eine Einheit ist und eine bestimmte Idee hat.

Es schadet vielleicht wirtschaftlich auf beiden Seiten, aber dafür lernt Russland, dass ihr handeln Konsequenzen hat und sie überlegen es sich beim nächsten mal zwei mal.

Ist zwar nichts, was man sich erstmal kaufen kann, aber es hat einen anderen Wert, der sehr wichtig ist.

Beim Iran haben die Sanktionen über lange Zeit auch was gebracht. Es ist ein langer Prozess.


Die USA lässt man die ganze Welt überwachen - ohne Konsequenzen. Aber wenn Russland ein Referendum anerkennt...

Tja, so ist das eben. Die Amerikaner sind eine Weltmacht und bitte fühl dich nicht angegriffen, aber ich sympathisiere mehr mit dem amerikanischen Way of Life statt mit den Russen.

Man muss auch realistisch sein und eine Seite auswählen und um das zu bewahren, würde ich auch Russland schaden, oder es in kauf nehmen.
 
[...]

Demnach wäre bei der Revitalisierung der alten Konfrontation mit Russland viel Nostalgie im Spiel.

Wir wollen unseren alten Stalin wiederhaben, damit wir bei Eisenhower unterschlüpfen können!

Ja, ganz so groß ist die Nostalgie vielleicht doch nicht, dass wir genau diese Perönlichkeiten wiederhaben wollen, aber ich denke im Grunde genommen trifft es das schon. Wir, ich schließe mich vorsichtshalber mit ein, hätten gerne eine einfach zu verstehende Welt mit einem Guten und einem Bösen und weil das, zumindest in der Erinnerung, mit dem Kalten Krieg so gegeben war, flüchten wir uns jetzt teilweise wieder in dieselbe Rhetorik mit den gleichen Denkmustern.

USA/NATO = Blau = Gut.
Russland = Rot = Böse.

Dass die Welt aber heute nicht mehr so funktioniert, wie in den 60er/70er/80er Jahren und sich auch die Blöcke gar nicht mehr so einteilen und charakterisieren lassen, dass auch die Motivationen auf allen Seiten heute ganz andere sind, geht bisher zumindest an den größten Schreihälsen und Weltuntergangspropheten (auf allen Seiten) vorbei.

Ich denke man hätte die Ukraine nicht vor die Wahl stellen sollen, sich zwischen Europa und Russland entscheiden zu müssen. Da haben die Verantwortlichen entweder die russischen Befindlichkeiten unterschätz oder sie vor lauter Gier einfach missachtet (was ich für wahrscheinlicher halte) und wir können uns jetzt alle ansehen, wohin das geführt hat. Mich persönlich hat an dieser Annexion hauptsächlich die durchsichtige Art und Weise von wg. tapfere Krim-Milizen, die sich, mit schwerem Gerät, vor der Rückkehr des Nationalsozialismus in die sicheren Arme Russlands flüchten, gestört. Ich hätte mir das irgendwie etwas eleganter vorgestellt, ohne das jetzt konkretisieren zu können. Auf der anderen Seite ist das mit den Nazis in Russland immer noch ein starkes rhetorisches Mittel und vor allem entspricht diese Art des "regime change" ja fast 1:1 dem, was wir als "der Westen" auch machen, wenn wir einen Diktator gegen den nächsten austauschen. Bzgl. der NATO-Osterweiterung hatten wir den Russen z.B. ja auch was anderes versprochen.
 

Man muss sich nicht für eine Seite entscheiden. Denn dass die Russen die Krim nun besitzen hat keinerlei Auswirkungen auf den Westen, nur die Überreaktionen darauf haben negative Auswirkungen.
 

Man muss sich nicht für eine Seite entscheiden. Denn dass die Russen die Krim nun besitzen hat keinerlei Auswirkungen auf den Westen, nur die Überreaktionen darauf haben negative Auswirkungen.

Ich habe doch gesagt, dass ich gegen Überreaktionen bin. Ich bin aber auch dagegen, überhaupt gar nicht zu reagieren.

Wir sind nicht bei wünschdirwas, wo man einfach der Ukraine Land wegnimmt und anschließend gemütlich Tee trinken geht.
 

Sanktionen sind aber Überreaktionen, weil sie unnötig, überzogen und sinnlos sind.
Denkst du denn, die Russen würden die Krim jemals wieder rausrücken? Nee, der Zug ist abgefahren.
Man kann höchstens versuchen Garantien für die Zukunft auszuhandeln, um gemeinsam in Europa zu agieren, ohne sich anfeinden zu müssen. Und das müssten Garantien sein, an die sich alle halten, nicht nur die Russen.
 
Du betrachtest das viel zu einseitig. Es gibt leichte und harte Sanktionen. Ich unterscheide da. Ob sie unnötig sind, ist deine Meinung, ich teile sie nicht. Beim Iran hat es auch geholfen und es entwickelt sich ins positive.

Ich erwarte doch gar nicht, dass Russland die Krim zurück gibt, aber dann sollte auch Russland nicht erwarten, dass es keine Sanktionen gibt.

Die Garantien kann man zusätzlich noch aushandeln. Finde es ist eine gute Idee.
 
Damit tuts effektiv nicht mehr als allen zu schaden.

Das müsste man erst untersuchen.

Die Sanktionen schaden Deutschland auf jeden Fall mehr als anderen westlichen Ländern, weil das Außenhandelsvolumen bei Einfuhr und Ausfuhr jeweils 40 Milliarden Euro beträgt, viel mehr als bei anderen Staaten.

Die Türkei könnte davon profitieren, weil durch ihr Gebiet eine parallel zu Ostsee-Pipeline gebaute Pipeline führt, über die Erdgas und Redöl aus Aserbaidschan und Kasachstan (uns wie sie alle heißen) in die EU fließen kann.

Auch Putin könnten die Sanktionen nützen, weil sie geeignet sind, in Russland den Patriotismus zu wecken als Reaktion auf die Feindseligkeiten des westlichen Auslands, und Putin stünde automatisch an der Spitze der Bewegung. Er ist jetzt schon der große Gewinner des ganzen Schlamassels.

Russland könnten die Sanktionen nützen, insofern sie das Land zu einer kontinentalen Umorientierung Richtung China zwingen. Russland kann Energie exportieren, China kann mit Hochtechnologie bezahlen.

Ich denke, es ist momentan ziemlich ungewiss, wer am Ende von den Sanktionen profitiert haben wird, und wer auf der Verliererseite steht.
 

Wie soll das denn beim Iran geholfen haben? Ich bitte dich. Die ziehen ihr Ding durch. Was viel mehr geholfen hat, waren israelische Hacker.
Sanktionen haben so gut wie noch nie geholfen. Kuba unterliegt seit Jahrzehnten einem Handelsembargo und was ist? Die sind auch noch nicht pro-westlich geworden.
 
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