Man könnte den Eindruck bekommen, die als ginge es hier um türkische Doppelstaatler, die darüber abstimmen sollten, ob sie lieber Türken oder Deutsche sein wollen.
Es war aber eine demokratische Wahl. Bei einer solchen Wählerbashing zu betreiben, halte ich für wenig hilfreich.
Denn wie bei jeder demokratischen Wahl wissen viele nicht, über was sie abstimmen. Das ist bei Deutschen nicht anders, sonst würden die Parteien nicht meinen, sie könnten die Wählern mit Kugelschreibern und Luftballons überzeugen.
Aber selbst, wenn man sich die Punkte der Änderungen ansieht, was vielleicht nicht nur die Türken nicht (alle) gemacht haben

, dann wirken die auch nicht besonders alarmierend. Da steht jetzt auch nichts von Einführung der Todesstrafe.
Warum "wir" das Referendum ablehnen, doch wohl, weil wir wissen, wer diese Änderungen durchsetzen möchte und was wir von ihm halten. Das türkische Maulheldentum mögen wir nicht und die Ereignisse in der Türkei der letzten Monate tun ihr übriges. Alle schauen mehr oder weniger aus dem gleichen Blickwinkel auf die Türkei.
Aber auch mit deutschen Paß haben die Türken automatisch diesen, wenn ich böse wäre , würde ich sagen, Blick westlicher Medien.

Jedenfalls sind diese wahrscheinlich nicht die entscheidenden Bezugsquellen für Informationen. Da schwappt sicher einiges rüber aus der Türkei. Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen im Land, Gylenbewegung u.a..
Der Wahlkampf war auch sicher alles andere als ausgeglichen, was die Möglichkeiten anging.
Und die sind 1000 Kilometer vom eigentlichen Geschehen weg.
Hier rennen Montags Leute auf die Straße aus Angst vor Nachbarn, von denen sie eigentlich mitbekommen dürften, das sie diese gar nicht haben.
Also, auch wenn ich die Befürwortung des Referendums nicht für richtig halte, so denke ich nicht, daß die Ja-Sager hier mehrheitlich aus Trotz gegenüber Deutschland und den Deutschen gehandelt haben