Graffiti

PaRaDoX

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15 Juli 2013
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Ich möchte mit Euch gern über diskutieren.

Haltet Ihr das für Kunst? Was gefällt Euch daran, was weniger? Habt Ihr Erfahrungen damit gesammelt, evtl. sogar mal selbst aktiv gesprüht?

Ich für meinen Teil habe Erfahrungen damit gesammelt und mich fasziniert das Thema bis heute. Ich habe mich nur mit Sketches beschäftigt und ab und zu bei Auftragsarbeiten geholfen.

Illegal unterwegs aktiv war ich nie, kenne aber Leute, die das bis heute mit großer Leidenschaft tun. Und nicht mal schlecht. Naja, sofern man es eben als Kunst sieht und die Ästhetik dahinter erkennt. Buchstaben "verzerren", dreidimensional darstellen, mit verschiedenen Farben und Caps arbeiten, Characters etc. pp.. Denen geht es a) um die "Kunst" und b) vor allem um den Kick/den Adrenalinrausch beim Verbotenen.

Bitte keine Grundsatzdiskussion über die Legalität. Fremdes Eigentum ohne Zustimmung "umzugestalten" ist illegal, vollkommen klar. Es ist eben aber auch eine Art Handwerk, man muss schon verstehen/können was man da macht.

Bei Bedarf würde ich auch mal ein paar uralte Sketches einscannen und darbieten.

Eigentlich juckt es mich sogar in den Fingern was fürs ngb zu entwerfen. ;)
 
Ein gut gemachtes Graffiti ist schon nett anzusehen. Leider findet man die recht selten, sondern statt dessen irgendwelche dahingeschmierten Tags in dutzendfacher Ausführung, mit Vorliebe auf fremdem Eigentum.
 
Das war damals in der Schulzeit bei mir DIE Hauptbeschäftigung. Hab den ganzen Tag statt aufzupassen ins Heft gekritzelt. Ich muss da mal daheim schauen ob ich da was finde, dann scanne ich es mal ein :D Ist halt auch schon 20 Jahre her :coffee:

Und ich empfinde es durchaus als Kunst. Hab nie verstanden wieso die Gesellschaft da so dagegen ist. Mal ehrlich - lieber hab ich schön verzierte Brücken, Garagentore oder auch mal ne S-Bahn, als diese traurig unifarbene Allerweltsscheisse. Das macht eine Stadt imho nur interessanter.

Selber gemalt hab ich natürlich auch schon. Aber nie besonders gut. Meist Tags irgendwo.



:coffee:
 
Ich finde das Grafik dafür einen seltsamen Ort :D

Also Grundsätzlich:
Ich finde Graffiti an sich gut.
Ich mag Graffiti in den meisten Fällen.

Objektiv verschönert ein Graffiti meist dröge und langweilige Orte,
Als Hannoveraner freu mich von Moses begrüßt zu werden, dass gibt einem das Gefühl von zu hause. :unknown:
Ich finde das man irgendwo auch das Recht hat sich ausdruck zu verleihen.

Was ich NICHT mag, ist asoziale Sachbeschädigung - welche besonders häufig in Form von Kratzern auftritt.

Ich ziehe die Grenze da sehr subjektiv, rechtlich sieht es anders aus.

Ist schwer zu sagen, es muss irgendwie zum Flair der Gegend passen und um es juristisch auszudrücken sollte es eine gewisse Schöpfungshöhe haben (erkennbare geistige, oder kreative Leistung)


Bevor hier jemand mit Recht und Ordnung kommt:
Was wäre der Spielplatz ohne "Anna liebt Tom",
der Bahnhof ohne "Whoresstadt GangstaZ v.S NewCityNewRules" Tag-War
und dein Viertel ohne die Banksy Imitat an der Clubwand.

Ich denke, dass gehört generell einfach zum Stadtleben und es wär schade, wenn es das nicht gebe.
Die kleinen Schmierereien muss man halt in Kauf nehmen, damit man die großen Werke behalten kann.
 
Graffiti ist ne coole Sache. Leider sieht man, wie bereits angemerkt, nur wenig gutes davon. Unabhängig von der Sachbeschädigung, die in vielen Fällen (zumindest in der Öffentlichkeit) damit in Verbindung steht, empfinde ich es durchaus als Kunst, wenn man das Potential ausreizt und mehr als nur einen hässlichen Tag oder unleserlichen Schriftzug macht. Gerade in meiner Umgebung ist das ein Problem. Wer hier also Spraydosen verkauft macht ein gutes Geschäft. Ich hatte aber vor kurzem auch ein Gespräch mit einem Vater, der mit seinem Sohn einen Kurs für Graffiti besucht, was ich ansich eine gute Sache finde, wenn man sich mit der Thematik näher auseinandersetzen will und dadurch eine legale Möglichkeit findet.
 
wenn man sich mit der Thematik näher auseinandersetzen will und dadurch eine legale Möglichkeit findet.


Dazu:
Ich glaube die Illegalität macht Teil des Reizes aus.
Ich habe schon viele Projekte erlebt, die sich in Luft auflösten durch eingriff von Pädagogen oä.
Ebenfalls Pushen Warnungen und Verbote bestimmtes Verhalten.
z.B. nimmt der Coolness Faktor von Rauchern extrem ab, wenn man die Schule verlässt und plötzlich mit seinem Cheff und Dozenten qualmt :unknown:

Zurück zum Thema:
Wir haben hier eine art Tunnel/Passage zum Sprayen
Eine Passage zu einem Linksversifftenhipsterveganer Club.
Dort kann man ohne Bürokratie einfach hingehen und Sprayen, man findet dort die coolsten Sachen, die sich ständig ändern.
 
Naja, ich seh mir trotzdem lieber ein Garagentor mit ner relativ schlechten Schmiererei an, einen Stromkasten mit Tags, als das alles ohne. Das ist dann immer das selbe. In Schmierereien ist dann immer noch mehr Kreativität und Abwechslung. Wobei es mir selber auch total scheiß egal wäre wenn mein Garagentor angesprüht oder beschmiert werden würde. Mein Gott, wenn ich da so zimperlich bin muss ich halt in die heile Dorfwelt ziehen :unknown:
 
@godlike:
ja, dass ist die Kehrseite:
Du bist da auch eher, wie ich, der Gossentyp - Die Schönheit der urbanen Dystopie :cool:
Leider muss man sich eben auch mit dem englischen Rasenmäher Ordnungsamt-Fetischisten rumplagen, der die Stechuhr über die Kunst stellt :beer:
 
Klar muss man sich mit denen herum plagen - nur wieso zieht man in ein urbanes Großstadtumfeld um dann, wie Sisyphos, in einem Kraftakt nach dem Anderen, die kleine Heile Welt sauber zu halten? Wenn ich mir vorstelle wie eine Bahnfahrt wäre OHNE diese ganzen Tags, Graffitis und auch schmierereien. Das ist ja nicht auszudenken welch gleichförmige Langweiligkeit da aufkäme.

Und ich muss auch gestehen das ich mich tierisch freue wenn ne Bahn ein fährt die schön voll gesprüht wurde. In denen Momenten - so seltsam es sich anhört - hab ich wieder einen Glauben an die Menschheit :D
 
Hm, nicht jedes Rumgespraye ist gleich Kunst?
Wenn irgendwelchen Sachen besprayt werden, die keinen interessieren - okay. Aber wenn jemand mein Haus besprayen würde, wäre die Grenze überschritten.
 
Ich finde schon das es Kunst ist. Ob man es mag oder nicht ist ja persönlicher Geschmack. Ich bin früher viel Bahn/S-Bahn gefahren und hab mir eigentlich immer die Graffitis angeschaut. War echt viel geiler Shit bei aber alles mochte ich auch nicht.
 
Kunst hat nicht nur den Anspruch dem Auge gefällig zu sein.
Ich sehe da viel mehr drin, ein Zeichen von Widerstand, Rebellion, ausgelebter Pubertät, drang nach Ausdruck/Aufmerksamkeit.

Es ist halt ein Zeichen, dass noch jemand dadraußen ist, der kein Startfuck Stechuhr Zombie ist :unknown:

Ne, find ich nicht. Sieht einfach nur nach Gosse aus.
(@Godlike)
Du bist da auch eher, wie ich, der Gossentyp - Die Schönheit der urbanen Dystopie :cool:
 
Wie gesagt, gegen Graffiti habe ich grundsätzlich nichts. Auch wenn ich bezweifeln möchte, dass nur weil man nicht gerne Graffitis sprayt, am besten noch auf anderes Eigentum, ein sog. "Startfuck Stechuhr Zombie" ist.

Was ich nicht mag, ist dieses absonderlich hässliche Rumgeschmiere, was aussieht, als ob ein paar coole Gangster ihre "Crew"-Abkürzungen/Schriftzeichen/whatever an die Wand geklatscht haben. (Siehe mein eingebundenes Bild) Das hat dann auch nicht mehr viel Widerstand und Rebellion zu tun, eher mit Minderheitskomplexen :T
 
@werner:
Was ist teenager Rebellion den anderes, als der Drang seine eigene Wertigkeit zu beweisen :unknown:
Okay, dass wird zu philosophisch..


Naja, das mit der Sachbeschädigung ist immer ein fader Beigeschmack, der dem ganzen aber auch irgendwo seinen Reiz verleiht.
Ich denke, dass die Situation im groben so gut ist, wie sie ist.

Wenn es nun komplett erlaubt wäre, wäre es entzaubert.
Wenn man härter gegen vorgehen würde, würde man aktiv (Jugend)-Kultur zerstören.

Das Geschmiere kann unterschiedlich sehen.
Ich sehe es wie das schlechte Demo tape einer Band.
Entweder verläuft es sich um Sand, es vergeht in Mittelmäßigkeit, oder es erwächst eine neue Blüte.

Dazu muss man es trotzdem erstmal gesät haben.


Klingt vllt seltsam, aber der Rebellion wegen zu rebellieren bedarf trotzdem noch ein (Scheinbaren) Grund zur Auflehnung und wenn es nur die Spießigkeit der Gesellschaft ist.
Eben jene Gesellschaft, die man so lange verachtet, bis man teil von ihr geworden ist und sich über die Jugend von heute und ihre Rebellion aufregen kann - ein ganz normaler Prozess eben :unknown:


Zu einem schöneren Thema:
Man mit einem grafitti wohl auch mehr als 1000 Worte sagen (mal von den Parolen abgesehen, sind da einige sehr aussagekräftige bei)
 
Ich wollte hier eigentlich was schreiben, aber nach der Lektüre aller Beitrage:

Was Seedy sagt.

(außer, dass ich finde, dass man nicht erzwungenermaßen Teil der Gesellschaft wird. Manche halten das länger durch als andere, manche ein Leben lang...was jetzt aber nix speziell mit Graffiti zu tun hat..)
 
In meiner Heimatstadt werden momentan sämtliche Trafohäuschen 'verschönert'. Beauftragt wurde damit eine mir unbekannte Firma, die sich aber offensichtlich mehr der Graffiti-Kunst als dem klassischen Malerberuf verschrieben hat. Warum auch nicht? Die Häusschen sehen klasse aus... :T

In Münster gibt es auch viele professionelle Graffitis. Die dafür verantwortliche Firma heisst wohl
 
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