Während sich die beiden Demokraten Hillary Clinton und Bernie Sanders wie auch der moderate Republikaner John Kasich in ihren Reaktionen vor allem bestürzt zeigten und Besonnenheit anmahnten, versuchten Trump und Cruz die islamistischen Attacken in Europa mit scharfen Tönen offenbar für ihren Wahlkampf zu nutzen. So schlug Cruz vor, Stadtviertel mit einem hohen Anteil an muslimischer Bevölkerung von der Polizei besonders intensiv überwachen zu lassen. Trump erneuerte seine Forderung, Muslimen generell die Einreise in die Vereinigten Staaten zu verweigern. Vor allem aber drehten sich seine Äußerungen um das Thema Folter. Das „Problem“ sei, „dass wir nicht auf dem selben Level kämpfen“, sagte Trump in Bezug auf den „Islamischen Staat“. „Die können Köpfe abschneiden und Leute in schweren Stahlkäfigen ertränken“, während man sich selber an Gesetze halten müsse, empörte er sich. Deutlicher hätte er die Worte John McCains, dem Präsidentschaftskandidaten im Jahr 2008, nicht konterkarieren können: „Unsere Feinde agieren ohne Gewissen, wir dürfen es ihnen nicht gleichtun“, hatte der einmal gesagt.
Ganz anders Trump. Als Präsident würde er Verhörmethoden einführen, die „weiter als Waterboarding“ gehen würden, sagte Trump am Dienstag in vielen Interviews. Nein, die Praxis, bei der Verhörte das Gefühl haben, zu ertrinken, reiche ihm nicht. Hätte man den vor vier Tagen festgenommenen Pariser Attentäter Salah Abdeslam richtig „in die Mangel genommen“, so Trump bei Fox News, hätten die Anschläge von Brüssel möglicherweise verhindert werden können. „Mit Folter hätte er schneller geredet“, so Trump bei CNN.