"Sexualisierung" der Jugend/Kindheit

MM gehört das in den grundgesetzlich geschützten Raum der Familie, wie Glaube und Weltanschauung. Der Staat hat da nichts zu suchen und soll sich gefälligst raushalten.

Auch interessantes Thema, ich sehe das nämlich anders.
Ich halte das für sehr gefährlich Weltanschauung, Glaube und Sexualität den Eltern zu überlassen.
Ich hatte in meiner Schulzeit z.B. ein Zeugen Jehovas oder auch Moslems. Was die mit ihren Kindern anstellen grenzt für mich an Missbrauch, da hätte ich mir ein strengeres Eingreifen des Staates gewünscht.

Edit:
Wobei unser Staat beim Eingreifen meist mehr Schaden anrichtet, als er verhindert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine Meinung geht auch eher in die Richtung weg von der Familie, viel zu viele Kinder werden von unterqualifizierten Eltern unter prekären Erziehungsbedingungen groß gezogen. Deren Chancen dann spätestens im Grundschulalter verspielt sind.
 
Wobei unser Staat beim Eingreifen meist mehr Schaden anrichtet, als er verhindert.

Beispielsweise, wenn im allgemeinen Wahn die sich entwickelnde und ausdrückende Sexualität von Heranwachsenden unterdrückt wird, sowohl in staatlichen Einrichtungen als auch in der Familie. Es gibt eine Reihe von Methoden und Werkzeugen aus dem 19. Jahrhundert, die sich bestimmt wiederbeleben ließen, um jede Sexualität in denjenigen Menschen auszumerzen, die unserer Ansicht nach zu jung dafür sind. Wenn es unser moralisches und ästhetisches Urteil verletzt, sind wir zu allem bereit. Umso wichtiger ist es, dass wir äußerst vorsichtig und gewissenhaft an die Sache herangehen. Größte Grausamkeit - vor allem am Kind - lässt sich rechtfertigen mit einem vermeintlichen Wohl des Kindes.

Bei den Ansichten einiger hier, nicht deiner, fühle ich mich ins vor-freudsche Zeitalter zurückversetzt. Dabei dachte ich, wir wären seither einige Schritte weitergekommen, anstatt einem kurzen Zwischenspiel der menschlichen Verirrung nachzuhängen.
 
Wer weiß, vielleicht hat das verirrte Zwischenspiel erst mit Freud begonnen. Wenn man nicht grad auf dem Standpunkt steht, die Generationen davor seien untertherapiert gewesen.
 
Leider ist das nicht so einfach, da die grenze zwischen "freier Entwicklung" und "Du musst eine andere Sexualität haben um anerkannt zu werden" zumindest in den USA grade ziemlich verschwimmt.

Ich frag mich immer, warum das überhaupt Thema ist, aber das liegt vermutlich an meinem Umgang und meiner Erziehung.
 
Es geht nicht um Therapie, sondern um die Einstellung zur Sexualität des Menschen und insbesondere des Kindes. Erst ab Ende des 19. Jahrhunderts wird diese Einstellung wieder entspannter und vor allem weniger von Moral durchsetzt. Sodann ist es möglich, die Sexualität des Menschen wissenschaftlich sich zum Gegenstand zu machen; zuvor war es der Versuch, seine Moral zu rechtfertigen. Es ist ein Rückschritt, jetzt die Moral wieder ins Feld zu führen, um die Wissenschaft der letzten 100 Jahre zu ignorieren.

Es dürften sich im Internet bestimmt einige Informationen zum 18. und 19. Jahrhundert und dem damaligen Umgang mit der Sexualität des Kindes finden lassen.

@Opuntia:

Wie meinst du?
 
Was mein ich womit?
Meine Erziehung oder die Anerkennung von anderen Sexualitäten?

Edit:
Für Erziehung:
Meine Eltern sind 68er

Für Anerkennung der Sexualität:
Das ganze Gender Gehabe. Du brauchst dich nur plötzlich anders zu fühlen und schon bekommst du deine eigene Toilette und kommst auf ein Cover von nem Magazin, dabei sollte das eigentlich normal sein. Stichwort "White male cis Privileg"
 
Zuletzt bearbeitet:
DIE 68'er, wenn es die noch gibt, sind Hedonisten, die ihr Hauptziel im Marsch durch die Institutionen gesehen haben und das energisch und rücksichtslos verfolgt haben. Eine Generation von Egoisten, für die "Sexualität der Kinder" ein weiteres Schlagwort im Kampf um den eigenen Vorteil war. Die haben trotz aller Lippenbekenntnisse bis heute nicht kapiert, was sie eigentlich angerichtet haben. Es interessiert die auch nicht, die Suppe auslöffeln dürfen andere.
 

Die Frage ob du einen Schatten hast erübrigt sich.

Ich nehm das mal so hin, dass du eine ganze Generation verurteilst und sehe es als Zeichen deiner Ahnungslosigkeit, okay?
 
War das nicht genau das, was die 68'er gemacht haben, eine ganze Generation pauschal verurteilen?

Paßt jetzt aber nicht wirklich ins Thema.
 
@Opuntia: Du brauchst nicht gleich in die Luft zu gehen und beleidigend zu werden, wenn deine Eltern anders waren.

Soziologische, psychologische, medizinische, historische usw. Mengenbeschreibungen erreichen niemals die Exactheit physikalischer Gesetze, die ja auch ihre Ausnahmen haben. Ich bedauere, dieses Wissen hier vorausgesetzt zu haben.
 


Wenn sie reiten will, dann soll sie das gerne machen. Dafür bezahle ich Reitstunden. Poster von One Direction sind auch in Ordnung.
 
also ich als jugendlicher kann da wohl am besten was zu sagen und muss sagen, dass es mir nicht geschadet hat und meinen kollegen auch nicht^^
 
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  • #74
@Nachtschatten: Zwar bist du momentan scheinbar indisponiert, trotzdem lasse ich folgendes mal im Raum stehen: Ich habe noch nicht ganz verstanden WAS du "den" 68'ern vorwirfst. Eine zu intensive, auf unbeschränkte Freiheit zur Praxis ausgegelegte Konstruktion kindlicher Sexualität? Wie auch immer, kannst du das (irgendwann) mal etwas näher beschreiben?
Davon ab kann ich vielen deiner Posts leider nicht folgen. Geht evtl. nur mir so, aber irgendwie lese ich bei dir überwiegend unkonstruktiven Zynismus und schwammige Vorwürfeleien heraus.

@Opuntia: Das ist vielleicht bei South Park und Tumblr so, aber wie die alltägliche Realität in den USA betreffend dieser Cis-Konstruktionen und Diskriminierungen tatsächlich aussieht, wage ich allein aus meinem Online-Fundus nicht zu beurteilen. Wobei du prinzipiell recht hast - "Devianzen" sollten im Normalfall gar nicht groß thematisiert werden müssen. Ein Miteinander, in dem Unterschiede nicht ununterbrochen kommuniziert werden ist wohl ein erstrebenswertes Ideal.
 
Insofern, als das sie in der Freiheit der Wahl ihrer Kleidung eingeschränkt werden? :unknown:
Werden Jungen und Männer doch ständig. Wenn die sich zu freizügig anziehen, kommen sie in den Knast. (Exhibitionismus od. Erregung öffentl. Ärgernisses)
Flitzer oder FFK-Anhänger sollte man als Mann besser nicht sein. ;)

Aber mal ernsthaft - hier von einer Opferrolle zu sprechen, halte ich dann doch für ein bisschen überzogen. Wurde ja schon gesagt und dem stimme ich durchaus zu. In eine Kirche gehe ich auch nicht mit Oberkörper frei, Shorts und Sandalen (nach Möglichkeit noch die Tennissocken).
Was sollen eigentlich die armen Opfer Touristen auf Malle sagen, die sich abseits vom Strand einigermaßen ordentlich anziehen sollen?

Dann soll sich aber auch keiner wundern dass er diese Mädchen nicht abkriegt, sondern diejenigen die sich genug im Griff haben das nicht zu tun. Jaja ich weiß, Frauen die sich so anziehen sind eh billig und du würdest so eine nie wollen usw. usf. ;)
Pauschalisiert ist das natürlich Blödsinn. Aber es soll durchaus Einzelfälle geben. :p
Fakt ist, dass Mensch seine Umwelt mit den Augen aufnimmt. Und wenn M. Mittermeier in seinem Bühnenprogramm feststellt, dass jede Frau im Dirndl gut ausschaut, dann sollte klar sein, warum Jungen/Männer hinschauen. Finde ich auch nicht verwerflich, wenn es sich einigermaßen in Grenzen hält. Zumal mir niemand erzählen kann, dass Mädchen/Frauen nicht selber beim anderen Geschlecht prüfend etwas genauer gewisse Körperregionen betrachten.
Das wird aber merkwürdigerweise gerne unterschlagen. - Schon klar, das weibliche Geschlecht ist natürlich absolut asexuell.
 
Es geht nicht um Therapie, sondern um die Einstellung zur Sexualität des Menschen und insbesondere des Kindes. Erst ab Ende des 19. Jahrhunderts wird diese Einstellung wieder entspannter und vor allem weniger von Moral durchsetzt.
Meinst du nicht Ende des 20. Jahrhunderts?
Besonders in den USA wurde noch im 20. Jahrhundert ein regelrechter Moralkrieg gegen die Sexualität geführt - besonders gegen Selbstbefriedigung.
 
Vielleicht sieht es bis heute in manchen Familien noch so aus wie damals, aber ich meinte schon das Ende des 19. Jahrhunderts (insbesondere bezogen auf Deutschland, Frankreich ...). Ich denke auch nicht, dass das, was bis dahin geschah und ab dann erst allmählich sich änderte, mit dem vergleichbar ist, das in konservativen Teilen der amerikanischen Gesellschaft des späten 20. Jahrhunderts sich abspielte. Obgleich die neueren Entwicklungen dort ebenso bedenklich sind, insbesondere weil sie in unsere Zeit fallen.
 
Für viele Menschen gehört die Sexualität noch zum Intimbereich. Nicht jeder will sich von seiner zehnjährigen Tochter zu seinen Beischlafgewohnheiten befragen lassen.
 
Nacktheit ist wohl seltsamerweise kein Thema der Aufklärung, sondern im Laufe der Jahrzehnte schwankender Akzeptanz unterworfen.

Ich habe mal von Familien gelesen, die am Wochenende nackt zum Dorfweiher spaziert sind. Weiß jetzt nicht
, vor 100 +- Jahren.

Derzeit ist es eher wieder finster. Nacktheit soll "Foto"-"Ästhetisch" unbehaart sein, und nur in HD. Bloß nicht real. Nix gegen Porno, auch nicht versteckt. Aber bloß keine Mutter, die ihr Kind öffentlich stillt. :m
 
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