[Politik und Gesellschaft] Virtuelles Kind überführt 1000 Sexualstraftäter

Ein gerendertes, mittels Motion-Capturing möglichst realistisch bewegbares "Kind" namens Sweetie wurde als Mittel eingesetzt, um Menschen auszuforschen, die auf der Suche nach Webcam-Sex waren. Dazu machten sich selbsternannte Ermittler der niederländischen Sektion der Hilfsorganisation "terre des hommes" mit dem Profil der "zehnjährigen Asiatin" auf die Suche nach interessierten Personen und boten diesen entsprechende Dienste an. Kam es zu Interessensbekundungen, so wurde systematisch ausgeforscht und die gesammelten Daten an Interpol weitergegeben.

Der bisher einzige verurteile Mann bekannte sich schuldig und erhielt eine Gefängnisstrafe von einem Jahr mit anschließender Theapie. Dabei spielte weder für ihn, noch für die Richterin eine Rolle, dass es sich hier nicht um ein echtes Kind handelte, er die Dienstleistung angeboten bekam und damit eine Anstiftung naheliegt, als auch dass es sich hierbei nicht um eine offizielle Behörde handelte, die hier eine solche Position übernahm.

Quelle:
 
Zuletzt bearbeitet:
Zwangstherapie okay, aber Gefängnis?

Krass. Die armen Pädophilen.
 
Wundert mich dass Behörden darauf einsteigen wenn irgendwelche selbsternannten Weltenretter auf Internetpolizei machen. Wenn ich eine Seite unter der Domain www.CrystalMethDiscount.com hochziehe und eine Kontaktadresse angebe werde ich auch Bestellanfragen bekommen.
 
Warum schaffen wir solchen Unfug wie Polizei und Richter nicht gleich ab? Die behindern den Vollzug doch nur!

Wir schaffen diesen ganzen dummen Kostenapparat einfach ab und lassen private Lynchjustiz Organisationen für Ordnung auf den Straßen sorgen.

Ich patentiere schonmal meinen Algorithmus zum erzeugen von Adressdaten potentielle Straftäter anhand von Telefonbuch Adressen...
 
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  • #5
Vorab: Sorry für den Titel. - Aus meiner Sicht ist der nicht ganz korrekt. Mal davon abgesehen, dass natürlich ein virtuelles Kind nichts und niemanden überführt, sind die Leute da für mich nicht automatisch Sexualstraftäter. Außerdem klingt der Originalartikel eben schwer danach, dass die Leute regelrecht mit dieser "Dienstleistung" "bedrängt" wurden. Allerdings hat mich das Vorgehen so sehr angekotzt, dass ich das hier bringen wollte und mir fiel grad nix besseres ein. Also blieb es halt ein wenig provokant.

Zum Vorgehen ansich: Ich halte das für schwer fragwürdig. Sicherlich bleibts letztlich immer die Entscheidung des Einzelnen, ob er nun sowas sucht und haben will, oder nicht, bzw. darauf eingeht. Trotzdem seh ich das als anfixen. Das ist für mich, wie wenn der VS hier Neonazis finanziert und im KKK mitmischt (bis sie selbst da rausfliegen, weil sie selbst denen zu rechts waren). Ich wette, es gäbe lang nicht so viele Faschisten, wenn man die nicht so gefördert hätte. Und ich denke, auf den Fall hier übertragen, dass auch Leute mit pädophilen Neigungen eher feststellen, dass das nicht ganz normal ist, wenn man es ihnen nicht auch noch anbietet. Ich mein, stelle man sich das mal überzogen vor: Machen das nun x Hilfsorganisationen oder sogar Behörden, dann gibts ein riesen "Angebot" an so Zeugs und es sieht so aus, als sei das voll gefragt und damit kommt sich der Betroffene gar nicht mehr so unnormal vor, überdenkt also erst recht nichts.

Außerdem hab ich ein massives Problem damit, wenn da nun solche Leute illegale Dienste anbieten, obwohl sie nicht einmal eine offizielle Behörde des Landes sind. - Ich müsste lügen, wenn ich sage, dass ich viel über "terre des hommes" wüsste. Hab mir davor kurz den Wikipedia-Artikel angesehen, bzw. überflogen. Soweit wohl gar nicht mal so verkehrt. Aber das da, das geht ja mal gar nicht.
 
Wo ist das Problem?
Es wurden Daten gesammelt und an die Polizei übergeben. Die ermitteln daraufhin und ein Richter entscheidend ob sich jemand illegal verhalten hat.


Außerdem klingt der Originalartikel eben schwer danach, dass die Leute regelrecht mit dieser "Dienstleistung" "bedrängt" wurden
Reine Spekulation! Aber komplett. Ich spekuliere eher das sie sehr zurückhaltend waren und nur reagiert haben auf entsprechende Andeutungen und Anfragen.


Ich mein, stelle man sich das mal überzogen vor
Lass uns bei der tatsächlichen Situation bleiben und nicht "Was wäre wenn" auch noch diskutieren. Es geht ja um die einzelne Aktion von terre de homme.
 
Ich halte die ganze Aktion für sehr fragwürdig. Kein Ding, aktive Pädophile sind psychisch gestört und gehören unter Verschluss.

Aber jemanden zu animieren, noch dazu mit einer virtuellen Figur, strafbare Handlungen zu begehen, ist einfach falsch. Als würde man Drogenhandel erst initiieren und jemand bislang nicht Kriminellen dazu verleiten, Dealer zu werden um ihn dann zu bestrafen.

Der Weg ist einfach falsch und sollte so in einem Rechtsstaat nicht beschritten werden von der Justiz! Dass eine nichtstaatliche Organisation das ganze durchgeführt hat, ist noch wesentlich problematischer.


Auf diese Art könnte man die Hälfte der Bevölkerung kriminalisieren und das kann nicht Sinn der Sache sein. Es mag viele latent Pädophile geben, doch deren Gedanken sind nach wie vor frei. Erst wenn jemand aktiv handelt und es sich um reale Personen handelt, würde ich nach meiner Rechtsauffassung von einer strafbaren Handlung ausgehen.
 
Die Hälfte...:D

Du bist gut, ich würde eher auf die Mehrheit tippen, jeder hat irgendwelche Leichen im Keller, man muss nur tief genug graben und die Anforderungen(zB an potentielle "Beweise") senken, wie hier geschehen.
 
Willkommen im Gedankenstrafrecht.

Dass Sweetie kein echtes Kind ist, spielte für die Richterin keine Rolle: "Wenn Sie glauben, dass das ein neunjähriges Mädchen ist, dann reicht das für eine Gesetzesübertretung", so Richterin Ryrie...

Obwohl keinem Kind etwas angetan wurde, werden Personen verurteilt, weil sie gedacht haben, dass sie eine Straftat begangen haben. Pöhse Anstifter.
Man stelle sich vor, Leute werden wegen Urheberrechtsverletzungen verknackt, obwohl es sich um Freeware gehandelt hat. Naja, sie haben gedacht, es sei gar nicht Freeware und darum strafbar. Sie haben ja damit irgendwen, zu irgendwas angestiftet. Ich glaub eine bestimmte Interessensvertretung wäre begeistert. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Alles sehr sehr fragwürdig. Wenn ich mich im ngb als 12-jährige ausgebe und dann unmoralische Angebote bekomme, sich jemand mit mir trifft und ins Bett hüpft, kann ich ihn danach auch nicht anzeigen. Oder macht er sich dann strafbar, weil er ja dachte, ich wäre 12 Jahre alt und weiblich? ;)

Hier wird das ganze ja noch so weit ausgeweitet, dass es nicht einmal ein echter Mensch ist... Da lobe ich mir unsere Justiz.
 
Wenn der sich als 12 Jährige ausgibt und direkt selbst solche Dienste anbietet, ist das dann nicht Anstiftung zu einer Straftat und selbst illegal? Das das Kind nicht real existiert dürfte keine Rolle spielen, jedenfalls nach deutschem Recht...
Mal abgesehen davon, wieviele Pädos sind durch dieses Angebot wohl erst "aktiv" geworden? Ich halte die ganze Aktion für gesellschaftlich kontraproduktiv. Das einzige, was Kinder wirklich schützt, sind Präventionen und Therapien BEVOR etwas passiert, das hier ist nur PR. Aber leider kann man mit Bildern von vergewaltigten Kindern seine Ziele besser durchsetzen, also würde man solche Bilder schon bei der Entstehung verhindern (die berühmte KiPo-Keule).
 
Ist ja wie Leuten auf der Straße "Grünzeugs" als Gras anzubieten und wenn sie es kaufen -> Verurteilt.
Da schafft man dann ganz gute Quoten :confused:
 
Der Weg ist einfach falsch und sollte so in einem Rechtsstaat nicht beschritten werden von der Justiz! Dass eine nichtstaatliche Organisation das ganze durchgeführt hat, ist noch wesentlich problematischer.


Auf diese Art könnte man die Hälfte der Bevölkerung kriminalisieren und das kann nicht Sinn der Sache sein.
ACK. Auf diese Art und Weise könnte man jede Menge "Verbrecher" auf unterschiedlichste Art und Weise "fangen". Um mal neben dem Gras-Beispiel noch ein paar hinkende Vergleiche zu machen:

  • 1000€ auf die Straße werfen und schauen, wieviele das Geld einstreichen ohne es abzugeben. Obwohl sie nie in ihrem Leben jemals soviel Geld finden werden.
  • Langsame Geschwindigkeitsbegrenzung direkt in Kombination mit einem Blitzer aufstellen. Obwohl man dort sonst nie geblitzt worden wäre.
  • Gefangenem im Gefängnis den Zellenschlüssel zustecken um ihn wegen Ausbruch noch länger hinter Gitter zu bringen. Obwohl er sonst nie ausgebrochen wäre.
  • Der Nachbar gewinnt 20 Millionen im Lotto. Zufälligerweise liegt am selben Tag eine Pistole vor der eigenen Haustür.
  • usw.

Glücklicherweise nicht.


Grüße
Thomas
 
Der Nachbar gewinnt 20 Millionen im Lotto. Zufälligerweise liegt am selben Tag eine Pistole vor der eigenen Haustür.
Achso, na da kann man ja schlecht was gegen sagen wenn er den Nachbarn dann erschießt. Ich mein: Knarre. Geld. Geld. Knarre. Nachbar. Knarre. Geld. Too obvious.
 
In den USA Stellen stellt die Polizei nicht-verschlossene Autos mit steckendem Zündschlüssel und laufendem Motor vor Geschäfte.
Warten dann in der Nähe bis nach Minuten oder erst nach einer halben Stunde einer einsteigt und damit weg fahren will.
Kommen dann aus den Löchern gesprungen und nehmen den Autodieb fest.
 
Naja, die USA sind sowieso ein Sonderfall. Die "produzieren" sich ja sogar ihre Terroristen selbst, indem verdeckte Ermittler andere zu Anschlägen anstiften, die sie dann verhindern können.

Das jetzige Urteil aus Australien passt eh wie die Faust aufs Auge. Da wird man auch wegen "Simpson Pornos" verknackt. Die spinnen, die Aussis.
 
Simpson-Pornos? Geht es da um U(h)rheberrechtsverletzungen?
Nope, um Kinderpornografie!

Ein Gericht in Sydney verurteilte einen Mann, auf dessen Computer die Beamten Simpson-Comics mit kinderpornografischem Inhalt fanden. Grundlage für die richterliche Entscheidung: Die Comic-Figuren dürfen vor Gericht als Personen betrachtet werden.

Wie gesagt, die Spinnen, die Aussies!

Man stelle sich vor, ein Zocker killt einen Charakter in einem Shooter. Na, der hat dann echt Probleme. :D


EDIT: soeben gefunden...

Nicht nur die USA stiften Personen zu Straftaten an, um sie dann einknasten zu können.

Drogendealer wird für Haftstrafe entschädigt

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte rügt die Verurteilung eines deutschen Drogenhändlers und spricht ihm 8000 Euro Entschädigung zu.

Verdeckte Ermittler der Polizei hatten den Mann 2008 dazu gedrängt, ihnen Drogen zu verkaufen.
Dem EGMR zufolge hatten die verdeckten Ermittler den Mann zu der Straftat angestiftet. Die auf diese Weise erlangten Beweise seien zu seiner Verurteilung verwendet worden.
 
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