Europawahl 2014

Wenn man wählen war, kann man zumindest behaupten, dass man zu nem Millionstel Teil mitentschieden hat, wer fürs Arschbreitsitzen in Brüssel jedem Monat einen dicken Scheck bekommt. ;)

Bisschen merkwürdiges Ergebniss diesmal auf Platz 1, so dolle ist Mutti ja nun nicht. Naja, die üblichen Verdächtigen aber wieder in den hinteren Reihen, wobei die Säbelschwinger sonst eigentlich immer bisschen besser waren.
1. CDU
2. AfD
3. FDP
4. Die Partei
5. SPD
6. NPD
7. PBC :D
8. Piraten
9. MLPD
10. Grüne
11. Linke
 
Aber, wenn die Wahlbeteiligung z.B. bei Europa Wahlen gegen 40 % geht.
Wie lange können die dort noch ihre Entscheidungen vom Volke legitimiert betrachten?

Du unterstellst, dass ein moralisches Denken bei den Akteuren zu Grunde liegt.
Das muss man allerdings bezweifeln, denn würde z.B. Frau Merkel moralisch korrekte Entscheidungen treffen, würde sie ihr Volk nicht derart verraten, wie sie es derzeit tut.
 
Du unterstellst, dass ein moralisches Denken bei den Akteuren zu Grunde liegt.
Das muss man allerdings bezweifeln, denn würde z.B. Frau Merkel moralisch korrekte Entscheidungen treffen, würde sie ihr Volk nicht derart verraten, wie sie es derzeit tut.

Ich bin nicht Merkels Volk.

Ich bin niemandes Volk.

Ich bin eine freier Bürger.

Die Merkel wurde in freien Wahlen von freien Bürgern gewählt.

Die Merkel kann nichts und niemanden verraten.

Sie kann ihre Wähler nur enttäuschen.

Diese Enttäuschung haben die Wähler ihren eigenen falschen Erwartungen zuzuschreiben.
 

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

tut sie das?
 



tut sie das?

Kann sie garnicht. Kann niemand. Ist also kein bindendes Versprechen.

Warum? Weil es real kein "deutsches Volk" gibt.

Real existiert eine Bevölkerung, welches aus sehr verschiedenen Gruppen mit oft entgegensestzten Interessen besteht.

Tja, wir sind kein homogenes Bauervolk mehr, sondern in der Industriegesellschaft, manche meinen sogar in der postindustriellen Gesellschaft angekommen, im 21. Jahrhundert.

Wenn Merkel die Großkonzerne und die dort beschäftigten Industriearbeiter glücklich macht, kann sie nicht gleichzeitig den Tante Emma-Laden und die Niedriglöhner herzen. Des einen Freud ist des anderen Leid.

So ist das einfach in der antagonistischen Gesellschaft.
 
damit kann ich mich anfreunden, auch wenn ich das anders sehe.

Dinge, die das Verfassungsgericht prüft und ein Großteil der Bevölkerung ablehnt, an der Bevölkerung vorbei zu mogeln....das halte ich für mehr als fragwürdig

Aber das wird hier alles ziemlich Offtopic, da es ja eigentlich mal um die Europawahl ging und nicht um Definition von Volk oder Schuld und Sühne von Merkel auch wenn sie sehr interessant sind und ich die selber gerne weiter führen würde.

Also zum Thema.
Mein Wahl-o-mat wundert mich null und ich werde die Partei wählen.
Alleine weil mich die Vorstellung von Sonneborn in Europa einfach amüsiert. :unknown:
 
Ich sehe hier 2 Seiten denen ich nicht zustimme kann.
Zum einen die Pro-Wählen. Sie glauben ernsthaft daran, dass ihre Stimme etwas ausrichtet und dadurch die eigene Persönlichkeit an Wichtigkeit gewinnt + Sie haben nicht das Gefühl zu resignieren.

Auf der anderen Seite die Nicht-Wähler. Sie scheinen ebenso daran zu glauben, dass ihre Stimme viel wert sei und das nicht wählen gehen irgendeinen Einfluss hätte. Der Gedanke dahinter ist dann: "Wenn alle nicht gehen würden, käme xyz unter Druck und es wird sich etwas ändern und die Rebellion der Nichtwähler führt zu der perfekten gerechten Gesellschaft.

Beide Seiten aber geben sich der Illusion hin, dass ihre Stimme etwas verändert und das sehe ich nicht so. Es ist schlichtweg scheißegal ob wählen gegangen wird oder nicht. Niemand im System wird sich durch eine der beiden Seiten genötigt fühlen Entscheidungen anders zu treffen.

Ich für meinen Teil werde am Sonntag spazieren gehen. Falls ich dann an meinem Wahllokal vorbei komme, gibt's Kreuzchen für die Partei, weil ich das Lispeln von Heinz Strunk immer lustig fand und der Sonneborn so nett lächelt.
Wenn ich nicht dran vorbei komme, wähle ich halt nicht. Wie schon geschrieben ist es schnurzpiepegal.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #49
Mehr als vier Minuten meiner Lebenszeit möchte ich leider nicht in dieses merkwürdige Video stecken.

Aber du wirst es sicherlich bis zu Ende gesehen haben? Dann hilf mir doch bitte beim Verständnis:

- Welche Parteien erklären mir, dass die einzige Lösung für Probleme das Wählen einer Partei ist? Die sagen, dass der Verzicht auf AKW Strom keine Möglichkeit ist AKW entgegen zu wirken, um mal ein Beispiel raus zu nehmen?
- Wie kann ich aus dem ganzen Gebrabbel nun schließen, dass nicht Wählen sinnvoll ist? Nur weil er mir zu erklären versucht, dass Wählen keinen Sinn hat impliziert das nicht dass nicht Wählen sinn macht. Simple Logik.


Und wer ist schuld am ganzen Schlamassel? Diese pösen pösen Lobbys aus der Industrie. Ach wie einfallsreich.
 
Beide Seiten aber geben sich der Illusion hin, dass ihre Stimme etwas verändert und das sehe ich nicht so. Es ist schlichtweg scheißegal ob wählen gegangen wird oder nicht. Niemand im System wird sich durch eine der beiden Seiten genötigt fühlen Entscheidungen anders zu treffen.

Die Wahlbeteiligung bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen lag zeitweilig so niedrig - sie ist inzwischen wieder gestiegen -, dass weniger als 25 Prozent der Wahlberechtigten genügten, um einen Kandidaten ins Amt zu bringen.

Im deutschen Feuilleton wurde philosophiert, wie es denn um die Legitimation eines solchen Präsidenten bestellt sei.

Aber die Amerikaner haben mehr Übrung in Demokratie, sie praktizieren Demokratie ununterbrochen seit 1776. Sie respektieren Regeln. Und die Regel lautet: Wer die Wahl gewinnt, wird Prädsident. Die gewonnene Wahl ist seine Legitimation.

Also kein Spielraum für Bauchgefühle. Praktisch infragestellen kann die Legitimation des Präsidenten nur, wer eine bessere Legitimation besitzt. Wer sollte das sein? Einer, der den Mob aufwiegelt und behauptet, den wahren Willen des Volkes vollstrecken zu wollen?

Der ist den Amerikanern zum Glück erspart geblieben. Weil sie Demokraten sind und die Regeln respektieren.
 
Habe gestern einen Spot des "Ab jetzt … Demokratie durch Volksabstimmung – Politik für die Katz Menschen"-Haufens gesehen. Hatte Angst, dass der olle Nazi den Löffel abgibt, bevor er den Namen ausgesprochen hat.

Mich wundert es nicht, wenn kaum einer die Wahl ernst nimmt.
 
Mich wundert es nicht, wenn kaum einer die Wahl ernst nimmt.

Man kann den Leuten "Das stahlendste Weiß meines Lebens" verkaufen, aber dann muss wenigstens Pulver im Karton sein.

Bei diesen Wahlen gibt es nur lauwarme Luft. Den Befürwortern fällt ja auch kein einziges Argument ein, sondern nur das:

Denn in der EU liegt unsere Zukunft und die Zukunft der EU liegt in einem starken Europaparlament. Und mit deiner Teilnahme an der Wahl, kannst du die Legitimation und die Stellung des EU-Parlaments gegenüber der EU-Kommission stärken.

Die Leute sollen Persil kaufen, damit der Marktanteil von Sunil sinkt.

Das machen die Waschmittelkonrerne besser.
 
Die Kunst einer Scheindemokratie ist es, Parteien zu freien und fairen Wahlen antreten zu lassen die sich weder inhaltlich noch ideologisch unterscheiden.

Wenn vom Volk etwas anderes gewollt werden würde, dann würde doch irgendjemand auf die Idee kommen dem Volk diese Alternative anzubieten und mit durchschlagendem Erfolg gewählt werden.
Dies passiert aber nicht, eher werden Leute mit Charakter abgestraft, sowohl von den Medien und den Politikern als auch der Gesellschaft.
Ob jetzt das eine vom anderen abhängig ist, also die Medien diese Leute abstrafen weil das Volk diese abstraft oder anders herum, dass vermag ich nicht zu sagen.
Tatsache ist jedoch dass die Mehrheit damit mehr oder weniger zufrieden zu sein scheint mit dem Status Quo, warum also daran was ändern?
Der Staat funktioniert doch noch und verfallene Häuser gibt es nur im Osten Deutschlands, wo es vollkommen normal ist, daher kann doch alles so weiterlaufen :unknown:

Nur zur Sicherheit, dies ist nicht meine Sicht.
Ich denke aber dass so die Mehrheit der Leute denkt, zumindest kommt es mir so vor wenn ich mich umschaue.
 
Mit "deutsches Volk" sind alle Staatsbürger der BRD gemeint, keine Definition ala NSDAP.
Unter diesen Staatsbürgern ist mit Sicherheit nicht mal 1% dafür, dass die USA hier ungestraft alles ausspionieren.
 


Es gibt wahrscheinlich genug Idioten die der Meinung sind, wer nichts zu verbergen hat der muss auch nichts befürchten und eben dies i.O. finden.
 
Das würde bei Bundestrojaner oder BKA-Überwachung zutreffen, aber nicht bei Wirtschaftsspionage und ausländischen Geheimdiensten.
 
Mit "deutsches Volk" sind alle Staatsbürger der BRD gemeint, keine Definition ala NSDAP.
Unter diesen Staatsbürgern ist mit Sicherheit nicht mal 1% dafür, dass die USA hier ungestraft alles ausspionieren.

Aber auch nicht dagegen.

Jedenfalls nicht so sehr, dass sie Ströbele zum Kanzler gewählt haben, oder jemand von der Linkspartei.

Es gibt wahrscheinlich genug Idioten die der Meinung sind, wer nichts zu verbergen hat der muss auch nichts befürchten und eben dies i.O. finden.

Ich gehöre auch zu denen.

Erklär mir mal, warum ich nun ein Idiot bin.
 
Aber trotzdem scheint es ja einem Großteil relativ egal zu sein, oder nicht?
Wie kommst du darauf? Mehr als sich drüber aufregen und sich darüber lustig machen (was beides passiert) kann man ja in dieser Demokratiesimulation nicht.

Man hat es ja geschafft, einen Großteil der Schweinereien bis nach der Wahl zu vertuschen. Für die bekannt gewordenen hat man das Volk besänftigt indem der Beender nun bei der Bahn sitz und sich Friedrich bis zum nächsten Skandal für die Getreitevorratsspeicherung einsetzen durfte...

Ich traue den Wählern nicht zu, sich bei den nächsten Bundestagswahlen noch daran zu erinnern, meine einzige Hoffnung ist dass die Linke und die Grünen diese Geschichte zu ihrem Vorteil zu nutzen wissen.
 
Zurück
Oben