Re: Coronavirus
Es ist wirklich nicht die Politik, die mich bei diesem Thema einsichtig macht, sondern Berichte mit Röntgenbildern von Lungen.
Das mag schon sein, aber die Politik, die in den letzten Monaten gemacht wurde, bewirkt eben exakt das Gegenteil. Sie bewirkt keinen schnellen Rückgang der Zahlen sondern das Ganze zieht sich über Monate hinweg und es stecken sich ja jeden Tag entsprechend viele Menschen an (inkl. Tote). Die Maßnahmen sind so komplex und teilweise nicht nachvollziehbar bzw. unverständlich, dass es sicher genug Menschen gab, die gar nicht versucht haben, die Maßnahmen überhaupt vollumfänglich zu verstehen. Die Schnellschussentscheidungen nervten wohl so ziemlich jeden ab. Viele Menschen konnten auch gar nicht anders, da sie weiterhin in die Arbeit mussten bzw. immer noch müssen, da die gewöhnliche Arbeit ja oft nicht geschlossen wurde und auch die Maßnahmen dort mehr als überschaubar waren.
Richtig ist, dass das viel zu wenig Lockdown über den Winter war und die Maßnahmen mehr als unfair waren. Sowohl regional* als auch in der Hinsicht, welche Personengruppen bzw. Unternehmen wie stark davon betroffen sind. Jetzt sind wir mit den Zahlen wieder halbwegs unten, aber der Preis den wir dafür gezahlt haben, war hoch. Sie sind aber noch nicht so weit gedrückt, dass vermutlich die Schulöffnung sehr schnell wieder zu einem Anstieg und zu einem dritten Lockdown führen wird. Viel besser wäre eben ein harter Lockdown von drei Wochen gewesen, wo wirklich alles dicht ist, was nur irgendwie dicht sein kann. Drei Wochen sollte jede Firma und jede Privatperson irgendwie aussitzen können und nach drei Wochen dürften die meisten Corona-Infektionen auskuriert sein. Sollten die Zahlen dann nochmal zu hoch ansteigen, ein weiterer kompletter Lockdown von drei Wochen.
Selbst wenn wir in der Zeit des aktuellen Lockdowns zweimal einen derartigen kompletten Lockdown veranstaltet hätten, wäre es immer noch kürzer als der aktuelle Lockdown gewesen und zwischen den Lockdowns wäre ein halbwegs normales Leben möglich. Außerdem wären dann auch alle halbwegs gleich davon betroffen gewesen und z. B. Kinderbetreuung viel einfacher möglich, wenn man nicht in der Arbeit ist.
Im Übrigen finde ich es auch lächerlich, dass die Geschäftsöffnung jetzt wieder an den Inzidenzwert gekoppelt wird und der bei 35 liegen soll. In den Inzidenzwert zählen ja nicht nur die normalen Bürger rein, sondern auch Alten-/Pflegeheime (und ähnliche Einrichtungen). Also nichts gegen Pflegeheime weil die können ja nichts dafür aber gerade sie treiben den Inzidenzwert in die Höhe. Da können aber die normalen Bürger eigentlich gar nichts dafür, der Wert hat imho nichts mit dem tatsächlichen Infektionsgeschehen in der breiten Bevölkerung zu tun (also bildet es zumindest nicht direkt ab).
* Wir in Bayern müssen ja immer die härtesten Maßnahmen haben. Ist ein deutlicher Unterschied zu anderen Bundesländern erkennbar? Naja, nicht wirklich. Warum? Weil alle um Bayern herum die Krankheit wieder verbreitet bzw. eingeschleppt und die Maßnahmen zwar härter, aber genauso wenig konsequent waren. Dafür zahlen wir in Bayern den höchsten Preis. Solange nicht alle an einem Strick ziehen und zwischen den Bundesländern weiter munter gependelt werden kann, bringt das einfach nichts. Wenn also in drei oder vier Bundesländern die Schulen wieder offen sind, dann kann man sie eigentlich auch gleich in komplett Restdeutschland öffnen. Und Popcorn bereitstellen.